Krankheiten oft die Folge
Viele Berufstätige klagen über Stress

Mehr als die Hälfte der Berufstätigen fühlt sich regelmäßig gestresst, jeder vierte gibt an, dass der Stress von Jahr zu Jahr weiter zunimmt. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse KKH.

Nicht-Berufstätige sind im Vergleich offenbar entspannter: Nur jeder dritte fühlt sich regelmäßig gestresst, so die Umfrage. Die Umfrage-Ergebnisse würden auf einen dringenden Handlungsbedarf hinweisen, teilt die KKH mit, denn Stress am Arbeitsplatz könne langfristig ernsthafte Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zur Folge haben. Auch psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen die Experten der Kasse auf Stress als mögliche Ursache zurück.

"Neben dem persönlichen Leid sind hohe Krankheitskosten die Folge", sagt Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse. Stressbedingte Gesundheitsstörungen seien in einigen europäischen Ländern zu 50 bis 60 Prozent für Fehlzeiten bei der Arbeit verantwortlich, sagt Kailuweit unter Berufung auf Zahlen Weltgesundheitsorganisation WHO.

"Stressoren im Arbeitsleben können die Gestaltung des Arbeitsplatzes und der -tätigkeit sowie die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen und organisatorischer Strukturen sein", ergänzt Prof. Dr. Antje Ducki, die an dem von der KKH und der Medizinischen Hochschule Hannover vorgelegten " Weißbuch Prävention 2005/2006" mitgearbeitet hat. Ducki verweist auf Zeit- und Leistungsdruck, hierarchische Kontrolle, häufige Störungen, Mobbing, Angst vor Arbeitslosigkeit sowie Unter- und Überforderung.

Für die Zukunft sei es wichtig, dass wirksame Präventionsmaßnahmen auch zu arbeitsplatzbedingten psychischen Belastungen konzipiert würden, fordert die Krankenkasse. Hier seien Betriebe, Berufsgenossenschaften, Gewerbeaufsichtsämter und Krankenkassen gleichermaßen gefordert. "Die Aufgabe der Krankenkassen liegt dabei unter anderem in der Sensibilisierung von Versicherten und Unternehmen für Stress in der Arbeitswelt sowie der Entwicklung zielgruppenspezifischer Präventionsangebote", sagt Kailuweit. Dabei sollten nicht nur Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz im Fokus stehen, sondern auch in der Freizeit, meint der Kassenchef. In der Umfrage gab jeder dritte Berufstätige an, in der Freizeit nicht vom Stress abschalten zu können.

Das "Weißbuch Prävention 2005/2006 - Stress? Ursachen, Erklärungsmodelle und präventive Ansätze" wurde herausgegeben von der KKH Kaufmännischen Krankenkasse in Zusammenarbeit mit der MHH Medizinische Hochschule Hannover und ist erschienen im Springer Medizin Verlag, Heidelberg.

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