Krise belastet Pensionspläne
Pensionsvermögen von Dax-Unternehmen sinken deutlich

Das katastrophale Aktienjahr 2008 spiegelt sich in den Pensionsvermögen großer deutscher Unternehmen wider. Die von Dax-Firmen ausgelagerten Vermögen zur Zahlung von Betriebsrenten sanken im vergangenen Jahr um knapp 17 Prozent. Damit sind die Rentenverpflichtungen der Unternehmen nur noch zu gut zwei Dritteln gedeckt.

FRANKFURT. Diese Deckung von Rentenlasten durch externes Vermögen ist seit Jahren erstmals gesunken, um gut acht Prozent. Das ergeben zwei Studien der Unternehmensberatungen Rauser Towers Perrin (RTP) und Watson Wyatt Heissmann (WWH), die auf Geschäftsberichten der Dax-Firmen basieren.

Das extern verwaltete Pensionsvermögen der 30 Dax-Firmen verlor 2008 laut RTP knapp neun Prozent oder 12,8 Mrd. Euro an Wert, nachdem 2007 noch Erträge erzielt worden waren. Das Pensionsvermögen sank insgesamt auch wegen Wechselkursverlusten und Rentenzahlungen aus dem Vermögen um knapp 17 Prozent auf 125 Mrd. Euro.

"Die Dax-Unternehmen konnten sich mit ihren Pensionsvermögen der Krise nicht entziehen", sagte Thomas Jasper, Vorstand von RTP, gestern. Aber dank ihres Risikomanagements hätten sie die Verluste begrenzen können. So wurde der Aktienanteil der Vermögen 2008 weiter deutlich - um gut ein Drittel - reduziert. Im Durchschnitt macht er nun nur noch gut ein Fünftel aus. "Viele Firmen bauten Barreserven auf", sagte Jasper. Die Erlöse aus Aktienverkäufen wurden nahezu komplett als liquide Mittel gehalten, die zu sonstigen Anlagen zählt. Damit investieren die Dax-Firmen deutlich weniger in Aktien als angelsächsische Unternehmen. Deren Pensionspläne leiden dadurch auch stärker in der Krise. Britische und US-Firmen stecken laut WWH knapp die Hälfte des Rentenvermögens in Aktien.

Die Betriebsrenten der deutschen Firmen sind nach Einschätzung der Berater durch die Krise jedoch nicht gefährdet. Dafür gibt es mehrere Gründe: Parallel zu den Vermögen sind auch die Pensionsverpflichtungen rein rechnerisch zurückgegangen. Denn im vergangenen Jahr ist der Kapitalmarktzins leicht gestiegen. Da die Pensionlasten aber mit dem Zins abdiskontiert werden, sinken somit die Pensionslasten. Insgesamt ist die Lücke in den Pensionsplänen der Dax-Firmen bezogen auf extern gemanagte Pensionsvermögen um rund ein Fünftel auf 35 Prozent gewachsen. Die Einbußen 2008 bezeichnet Alfred Gohdes, Geschäftsführer von WWH, als "Dellen". In der Mehrjahresbetrachtung relativierten sich solche Schwankungen.

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