Lebensversicherer
Allianz hält Überschussbeteiligung stabil

Der Branchenprimus setzt ein Zeichen. Die Überschussbeteiligung in klassischen Lebensversicherungen der Allianz bleibt unverändert. Damit setzt sich der Versicherer deutlich vom Konkurrenten R+V ab.
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FrankfurtDer größte deutsche Lebensversicherer hält seine Zinsgutschrift stabil. Die Kunden der Allianz profitierten auch im kommenden Jahr von der Finanzstärke des Unternehmens, teilte die Allianz mit. Die gesamte Verzinsung der Sparanteile bleibe auf hohem Niveau.

Das heißt: Die laufende Verzinsung, im Fachjargon auch Überschussbeteiligung genannt, bleibe beim Vorsorgekonzept „Klassik“ weiterhin bei 3,6 Prozent, teilte der Konzern mit. Hinzu kämen ein Schlussüberschuss sowie ein Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven von zusammen 0,6 Prozent. Damit ergebe sich eine Gesamtverzinsung von 4,2 Prozent.

Auf diese Ziffer weisen die Versicherer derzeit gerne hin, weil sie über der Marke von vier Prozent liegt. Diese Zahl gilt aber nur für auslaufende Verträge. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Zinsgutschriften der Versicherer keine Rendite auf die eingezahlten Beiträge sind. Diese ist niedriger, weil die Versicherer von den Prämien noch ihre Kosten abziehen.

Die Kunden der R+V Leben, einem weiteren großen Anbieter, erhielten dagegen eine schlechte Nachricht. Der Versicherer senkte seine Überschussbeteiligung von 3,6 auf 3,4 Prozent. Die Experten der Ratingagentur Standard & Poorʼs erwarten allgemein wegen der sinkenden Zinsen an den Kapitalmärkten geringere Ausschüttungen an die Versicherten.

Bisher haben erst wenige deutsche Lebensversicherer angekündigt, wie sie die Kunden im nächsten Jahr an ihren Überschüssen beteiligen werden. Auch die Alte Leipziger teilte mit, dass ihre Überschussbeteiligung stabil bleibt. Allerdings hatte der Versicherer diese bereits im Vorjahr drastisch von 3,85 auf 3,35 Prozent gesenkt.

Vergleichsweise gut in der Branche liegt die Ideal Versicherung. Deren laufende Zinsgutschrift beträgt seit drei Jahren vier Prozent. Damit erreiche der Versicherer im sechsten Jahr in Folge eine Gesamtverzinsung von 4,9 Prozent. „Unsere antizyklische und sehr individuelle Kapitalanlagestrategie hat sich bewährt", folgerte Vorstandsvorsitzender Rainer Jacobus.

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  • Nach dem pauschalen "Lebensversicherer-Bashing" der letzten Wochen ("Miese Rendite", Einbußen, Kopfkissen ist besser als eine Rentenversicherung etc.) und der Darstellung von Standard & Poors ("Wir gehen davon aus, dass die Gewinnbeteiligung sinken wird"), setzt der Marktführer ein positives Signal. Wird es jetzt positive Artikel in diversen Medien geben? Wohl kaum, aber wehe die Allianz hätte gesenkt! Aber egal.....

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