Lebensversicherung: Der lästige Garantiezins

Lebensversicherung
Der lästige Garantiezins

Die Lebensversicherer wollen riskantere Produkte verkaufen. Das ergab - im Vorfeld der Branchenstudie von Assekurata - eine Umfrage unter Managern und Analysten. Dafür muss der Garantiezins sinken. Ob Berlin da mitmacht?
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DüsseldorfDer Garantiezins in der Lebensversicherung ist ein Leuchtturm in der Altersvorsorge. Damit haben die Versicherer jahrzehntelang beim Kunden gepunktet. Auch deshalb, weil immer viel mehr drin war als die Garantie. Doch die goldenen Zeiten sind vorbei. Von einstmals vier Prozent auf inzwischen 1,75 Prozent ist er gesunken.

Über die Jahre ist der Garantiezins immer mehr zu einer Last geworden. Denn Garantien kosten Geld, weil die Versicherer – für alle Fälle – Kapital reservieren müssen. Und sie werden künftig noch mehr Geld kosten, wenn die Aufsichtsregeln für Versicherer in Europa verschärft werden. Kein Wunder also, dass viele Manager den Garantiezins gerne los wären. Nur wie?

Eins ist klar: Sagen darf man derlei nicht allzu laut. Im Gegenteil: Wer etwas auf sich hält, verteidigt den Garantiezins, so wie der Branchenverband GDV neulich: „Den Garantiezins bereits zum 1. Januar 2015 um 0,5 Prozentpunkte zu reduzieren, wäre übereilt.“  Diese Erklärung überrascht. Denn der Rat, den Garantiezins auf 1,25 Prozent zu senken, kommt ja aus der Mitte der Branche.

Und dazu gehören so bekannte Manager wie Norbert Heinen, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Lebensversicherung AG, wie Nachfragen von Handelsblatt Online im Vorfeld der großen Branchenstudie der Ratingagentur Assekurata ergaben. Heinen ist einer, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Ausschusses Lebensversicherung in der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) ist, also dem Zusammenschluss genau jener hoch angesehenen Mathematiker, die für einen niedrigeren Garantiezins sind.

Noch überraschender als der Rat dieser Superhirne sind die Reaktionen darauf. Ausgerechnet einer der größten Kritiker der Branche, der Verbraucherschützer Axel Kleinlein, hat sich zum Verteidiger des Garantiezinses aufgeschwungen. Ihm zur Seite gesprungen ist ein weiterer Experte, der sich mit Zahlen gut auskennt: Manfred Poweleit, Herausgeber des „Map-Report“.

Der schwarze Peter liegt nun – wie so häufig – in Berlin. Im Finanzministerium muss über den Garantiezins ab 2015 entschieden werden. Letztlich geht es hier um diese Fragen: Will die Politik die Lebensversicherung mit Garantie für den Kunden erhalten? Oder öffnet sie die Schleusen, damit die Branche nun richtig und sehr offensiv alle möglichen Alternativen verkaufen kann?

 

Kommentare zu " Lebensversicherung: Der lästige Garantiezins"

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  • @kein Makler : Es war mir nach meiner Meinugsäußerung schon klar ,das jemand mir Verbitterung oder Tatsachenverdrehung unterstellen möchte ! Ach ja..

    Wenn Ihr Beruf ständig von den immer gleichen "VZ lern" in die Kritik gebracht werde würde ,würden Sie sich auch dazu äußern ..mit Verbitterung hat das wenig zu tun ,sondern mit Darstellung einer Meinung zu Frau Costello ! Zumal alles in Punkto Vorsorge als "Nonsens" "Blödsinn" seintes der glorreichen Drei (Kleinlein,Nauhauser ,Costello ) tituliert wird! Das alles über einen Kamm scheren Prinzip funktioniert soweit man es immer wiederholt wird ? ..ohne den Wahrheitsgehalt zu überprüfen ..? Ich glaube wohl kaum denn auch meine Kunden können es nicht mehr hören !

    Es bleibt dabei Kritik ja, ohne Pauschalisierung über einen ganzen Berufsstand und Nennung von vernünftigen Alternativen ..das bleibt aber aus seitens der VZ !

    Interessant das gerade die oben Genannten selber an Ihren kapitalbildenen Vorsorgen festhalten die Sie auf sich selbst abgeschlossen haben, als Sie noch für Versicherer tätig waren, ! Wie perfide klingt es da das man jedem zweiten empfiehlt seine Vorsorge aufzukündigen weil sie ja so falsch sei..

    Machen Sie sich mal keine Sorgen ,mir hören genug Menschen zu ,zumal muss ich mich mit dem oben in der Kritik Stehende nicht auseinander setzen ,weil ich es nie vermittelt habe !

    Ich finde es einfach unprofessionell immer wieder in die gleiche Kerbe zu schlagen , Millionen Kunden zu verunsichern ,aber keine adäquate Alternative präsentieren zu können , gleichzeitig allen Vermittlern und Maklern Geldgeilheit und nur Porduktbezogenen abzuschließen ..und das seit Jahren !

    Fragen Sie doch mal lieber die drei Herrschaften ob da nicht Verbitterung herausschlägt ..

    HG DerMakler

  • ob sich die Lebensversicherung noch lohnt? Die Antwort liefert mir klv-check, in allen Details 8-))

  • wenn Sie ihren Kunden mit dem selben Kauderwelsch begegnen, den Sie hier verzapfen, wundert mich ihre Verbitterung darüber auch nicht, dass Ihnen niemand mehr zuhört ;-)

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