Lebensversicherung

Mit diesen Renditen punkten die Versicherer

Die Autoren der bekannten Studienreihe Map-Report haben die Verzinsung von Lebensversicherungen nachgerechnet und die Bilanzen der Unternehmen durchleuchtet. Fazit: Der Branche gelingen einige Überraschungen.
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Eine neue Studie bricht eine Lanze für dieses Produkt der Altersvorsorge. Quelle: dpa
Lebensversicherung

Eine neue Studie bricht eine Lanze für dieses Produkt der Altersvorsorge.

(Foto: dpa)

MünchenDie Lebensversicherung hat ein Imageproblem: In Zeiten niedriger Zinsen gilt sie für Kunden als unrentabel. Falsch, meinen die Autoren des Map-Report, einer in der Versicherungsbranche bekannten Studienreihe. Laut ihrem aktuellen Bericht – der „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2014“ – betrug die Nettorendite der deutschen Lebensversicherer im vergangenen Jahr rund 4,6 Prozent. An die Kunden fließt aber weniger.

Denn die Nettorendite ist das Ergebnis aus den von den Versicherungen erzielten Kapitalanlageergebnis im Verhältnis zu ihrem Bestand an Kapitalanlagen. Das ist die Berechnung, wie sie die Branche vornimmt. Zieht man die Gelder ab, die die Gesellschaften als Sicherheitspuffer für die gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve (ZZR) zur Seite legen müssen und die damit nicht unmittelbar an die Kunden gehen, erhält man die so genannte „bereinigte Nettorendite“. Diese liegt laut Map-Report bei durchschnittlich 3,61 Prozent. Deutsche Sparer haben in den vergangenen Jahren laut Bundesbank durchschnittlich 1,5 Prozent Rendite pro Jahr mit ihren Einlagen eingefahren.

Diesen Lebensversicherern gehen die Kunden stiften
Lebensversicherung ade!
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Den Lebensversicherungen laufen die Kunden weg. Mehr als 1,5 Millionen Verträge kündigten deutsche Anleger allein 2014. Das hat der jährlich erscheinende Map-Report der Versicherungsbranche ermittelt. Die Kunden kehren der Lebensversicherung nicht zuletzt wegen der anhaltenden Niedrigzinsen den Rücken. Wir zeigen die Unternehmen mit den höchsten Stornoquoten.

Ergo Direkt
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So auch der Ergo Direkt. Bei den Kapitalbildenden Lebensversicherungen musste der Versicherer im vergangenen Jahr eine Stornoquote von 4,44 Prozent einstecken. Dennoch führen die Düsseldorf mit knapp 887.000 Verträgen den sechstgrößten Bestand.

Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt
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Unter Kundenschwund leiden auch die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt, kurz ÖSA. 2014 lag ihre Stornoquote bei 4,75 Prozent. Mit nur knapp 68.000 Verträgen halten sie allerdings deutlich weniger als der Branchenprimus Allianz mit über 2,5 Millionen Verträgen.

Neue Bayerische Beamten
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Den achten Rang mit den - relativ zum Bestand gesehen - meisten Vertragsabgängen nimmt die Neue Bayerische Beamten ein. 4,79 Prozent ihrer Kapitalbildenden Lebensversicherungsverträge wurden im vergangenen Jahr storniert. Die Neue Bayerische Beamten ist die Lebensversicherungssparte der Bayerischen und zählt zu den kleinsten Versicherern dieser Art in Deutschland. Nur 8.467 Lebensversicherungen hatten Kunden bei ihnen abgeschlossen (Stand: Ende 2014).

Saarland Versicherungen
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Auch im Saarland treten Anleger aus ihren Lebensversicherungen aus. Die Saarland-Versicherungen verloren im vergangenen Jahr zwar nur 766 Verträge bei den Lebensversicherungen. Mit einer Stornoquote von 4,83 Prozent gehört die Assekuranz, relativ zum Bestand gesehen, zu den meist-geschassten Lebensversicherern. Bei der Nettorendite gemessen am Jahresbestand der Kapitalanlagen läuft es besser: Dort liegen die Saarländer mit 4,13 Prozent im Mittelfeld der Versicherer.

VHV
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Die Lebensversicherungssparte der VHV-Gruppe gehört wahrlich nicht zum Kerngeschäft der VHV-Gruppe. Gerade einmal 1.493 Verträgen waren Ende 2014 dort abgeschlossen. Die Stornoquote von 4,85 Prozent trägt nicht dazu bei, dieses Segment aufzubauen. Die VHV-Gruppe ist vor allem für ihre Unfall-, Haftpflicht- oder Sachversicherungen bekannt. Insgesamt halten Kunden des Konzerns 9,12 Millionen Verträge, deren Beitragszahlungen sich auf 2,69 Milliarden Euro addierten.

MyLife
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Auch die Göttinger MyLife reiht sich in die Lebensversicherer mit den höchsten Stornoquoten ein - mit einer Quote von 6,0 Prozent. Immerhin: Mit einer Nettorendite von 4,88 Prozent aus seinen Kapitalanlagen gehört die MyLife zum oberen Viertel der effizientesten Assekuranzen in Deutschland.

Die höchste Nettorendite der 82 untersuchten Versicherer hatte die Neue Bayerische Beamten mit 5,54 Prozent, gefolgt von WWK (4,94 Prozent), Ideal (4,59 Prozent) und Mylife (4,30 Prozent). Am schlechtesten schnitten in dem Vergleich die Interrisk (2,04 Prozent), Skandia (2,22 Prozent) und LVM (2,51 Prozent) ab.

Die größten Versicherungsgesellschaften – allen voran der Marktführer Allianz, die genossenschaftliche R+V, die Aachen Münchener – liegen nicht weit entfernt vom Branchenschnitt. Mit der Allianz (4,06 Prozent) und der Nürnberger (4,02 Prozent) kamen aber nur zwei Marktgrößen auf Werte von knapp über vier Prozent. Knapp unter dieser Marke blieben die Alte Leipziger Lebensversicherung  (3,91 Prozent) und die Zurich (3,90 Prozent).

Im Ranking der größten Versicherungsgesellschaften hatte – wie schon in der Vergangenheit – die Allianz die Nase vorn: Der Versicherungsriese nahm 18,42 Milliarden Euro von seinen Kunden ein und könnte bei ungebremsten Wachstum zum Jahresende 2015 erstmals mehr als 20 Milliarden Euro an Kundengeldern einnehmen, meinen die Experten.

Kunden lassen sich nicht verrückt machen
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6 Kommentare zu "Lebensversicherung: Mit diesen Renditen punkten die Versicherer"

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  • "Falsch, meinen die Autoren des Map-Report, einer in der Versicherungsbranche bekannten Studienreihe"

    Schauen Sie sich einmal an, wer hinter dem MAP-Report steht und Sie verstehen die "Argumentation".

    Tatsache ist, dass die Lobbyisten der Versicherungen nicht nur in den Medien sondern auch in der BAFin die Lebensversicherten mit dem Lebensversicherungsreformgesetz im letzten Jahr um ca. 80 Mrd. Euro "erleichtert" haben. Normalerweise wäre diese Aktion allein schon Betrug und Untreue gewesen, die die verantwortlichen hinter Schloss und Riegel gebracht hätten. Das geht aber heute nicht mehr, weil das Gesetz legalisiert, was vorher kriminell war. Daran haben u.a. unsere Bundestagsabgeordneten und letztlich sogar der Bundespräsident mitgewirkt.

    Frau König, ehemalige Präsidentin der BAFin und ehemalige Buchhalterin bei einer größeren in München ansässigen Versicherung, hat "nach dem Gesetz" einen gut dotierten Posten in Brüssel übernommen.

    Es gibt immer wieder Leute, die die Finger nicht von anderen Leuten Geld lassen können.

  • ich fand schon immer das diese Versicherungen eigentlich Todesversicherungen heissen müssten; meistens lohnt sich das doch nur wenn der Versicherte frühzeitig nach Vertragsabschluss zu Tode kommt....

  • Dein unqualifizierter AfD-Müll interessiert hier nur niemand!
    Komm geht spazieren...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sind das belastbare Zahlen? Soweit ich sehe, wird der MapReport vom VersicherungsJournal erstellt, und das scheint sich hauptsächlich aus der Versicherungsbranche selbst zu finanzieren - insofern besteht hier schon der Verdacht von etwas Zweckoptimismus, oder nicht?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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