Lebensversicherungen

„Als Altersvorsorge nicht geeignet“

Ein Vergleich von Lebenspolicen zeigt: Die Verträge bieten schwache Renditen und hohe Kosten. In fast allen Fällen sollen sogar Bundesanleihen bessere Erträge bieten. Die Tester stellen die Grundsatzfrage.
Update: 29.08.2013 - 12:32 Uhr 42 Kommentare
Antrag für eine Lebensversicherung: Ein Vergleich zeigt schwache Renditen und hohe Kosten. Quelle: dpa

Antrag für eine Lebensversicherung: Ein Vergleich zeigt schwache Renditen und hohe Kosten.

(Foto: dpa)

Ein kleines Magazin schafft es immer wieder, die scheinbar so wichtige Versicherungslobby bis zur Weißglut zu reizen. Das Magazin, das laut eigener Website nicht einmal 60.000 Abonnementen zählt, veröffentlicht in loser Reihe Vergleiche von Lebens- und Rentenversicherungen.

Die Ergebnisse ähneln sich: Egal ob Riester-, Renten- oder Lebenpolicen – die Produkte auf dem Markt taugen nichts. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) gibt daraufhin regelmäßig Mitteilungen heraus, die den Testern „Objektivität und Seriösität“ absprechen.   

Auch diesmal ist das Urteil in dem Artikel der nächsten Ausgabe des Magazins, der Handelsblatt Online bereits vor dem Erscheinen am Freitag vorab vorliegt, klar und deutlich. „Zur Altersvorsorge taugen Kapitallebenversicherungen nicht. Schließen Sie daher keinen Neuvertrag ab“, lautet der Ratschlag an die Leser.

Das Magazin hat eine Stichprobe von 76 abgelaufenen Kapitallebensversicherungen und sieben Rentenversicherungen untersucht, die zwischen 1963 bis 2001 abgeschlossen worden waren. Die Verträge lieferte die Verbraucherzentrale Hamburg. Der ehemalige Geschäftsführer des Bundes der Versicherten und jetzige Handelsblatt-Online-Kolumnist Axel Kleinlein half dem Magazin bei der Berechnung der Renditen.

Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Untersuchung handelt, ist das Ergebnis für die Sparer bitter. Die Renditen der Policen fallen in fast allen Fällen niedriger aus als bei einer Anlage des Geldes in Sparplänen mit Bundesanleihen. Im Vergleich hätten Verbraucher demnach auf 1,23 bis 2,35 Prozent Rendite verzichtet.

Kostenquote von 46 Prozent
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42 Kommentare zu "Lebensversicherungen: „Als Altersvorsorge nicht geeignet“"

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  • @ Bosch:
    Kennen sie das? "Der klügere gibt nach"
    Vielleicht sind sie darum nicht mehr da? Sie bosch sind noch da, nur sie

  • Nur Dumme wählen noch die Lebensversicherung. Merke: lebenslang an Quasi-Null-Zins gebunden. Bezahlt werden aber weiterhin gerne die Mafia-Strukturvertriebe, Dienstwagen der Eckzimmer-Leitenden-Angestellten und Marmortempel. Nicht zu vergessen werden auch gerne die Lustreisen zu Prostituierten subventioniert.

  • drum prüfe, wer sich ewig bindet: klv-check

  • Wo sind sie denn nunhin die tollen Versicherungsaufschwätzer und Dummschwätzer? Alle Angst?

  • Die Göker-Dateien sind offenkundig freigegeben. Liebes HB, darf ich hier die Datei der betroffenen Allianz-Vertreter veröffentlichen, oder werde ich sofort gesperrt?
    Kurzer Hinweis reicht, dann mache ich das super gerne an andere Stelle.

  • Ach ja: Wer hat sich bei Riester-Verträgen erst die Taschen vollgestopft und sich anschliessend darüber beklagt, dass nun so gar keiner mehr riestern will?

    Waren das nicht auch die Versicherungen?

    Ich rate jedem: Haftpflichtversicherung und fertig.

  • Nicht überraschend und dennoch fallen immer noch, viele Bürger auf den Mumpitz der Versicherungen rein.

  • Schon Anfang der 1980er Jahre bestätigte das OLG Hamburg, dass eine Lebensversicherung zum Zweck der Altersvorsorge "legaler Betrug" wäre.
    Der Link verweist auf den gesamten Artikel mit einer äusserst lesenswerten Begründung des Urteils.
    (Az 74 047/83)
    http://genogen.de/pdf/klv_legaler-betrug.pdf?autoSession=6267d5424eeb7f1fca4575cfcfd63679

  • Wieso Tritte in Weichteile?

    Versicherungen sind in der Vergangenheit nicht gerade mit Seriosität und vertrauensvollem Verhalten aufgefallen.

    Ich wundere mich, dass sich die sonst so gewissenhaften Deutschen den Versicherungsmurks überhaupt noch antun.

    Angefangen von der privaten Krankenversicherung, die für die Mehrheit nicht zu empfehlen ist, hin zu lächerlichen Zahnzusatzversicherungen, Rechtsschutzversicherungen (die einem nach den ersten größeren Fall gerne sofort kündigen bzw. die Selbstbeteiligung anbieten - natürlich bei gleichem Beitragssatz) etc.

    Und am Ende darf man die eigene Versicherungsgesellschaft noch verklagen, weil sie nicht zahlen will.

    Dazu der nette Strukturvertrieb, der an die Mafia erinnert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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