Lebensversicherungen
Rating: Debeka belegt ersten Platz

Platz eins für die beste Lebensversicherung geht in diesem Jahr beim Rating der WirtschaftsWoche an die Debeka. Seit 1997 untersucht der Wiener Finanzwissenschaftler Professor Jörg Finsinger exklusiv für das Wirtschaftsmagazin die Finanzstärke der deutschen Lebensversicherungen.

Auch 2005 hat er aus den Bilanzzahlen der 74 größten Anbieter destilliert, wie sich deren Kosten, Renditen und Ausschüttungen entwickelt haben. Diese Parameter entscheiden darüber, wie sich die Versicherung für einen Kunden langfristig auszahlt.

Das aktuelle Rating zeigt: Der Markt ist in Bewegung. Nur zwei Versicherer haben aufgeholt, 22 Unternehmen sind abgestiegen.

In der aktuellen Rangliste schafften neun Assekuranzen die Fünf-Sterne-Wertung.

Spitzenreiterin Debeka folgen WGV, Huk-Coburg, Itzehoer, Asstel, Allianz, LVM, Europa und Volkswohl-Bund.

So funktioniert das Rating:

Rendite fließt aus zwei Quellen: einer klugen Anlagepolitik einerseits, niedrige Verwaltungskosten und Vertreterprovisionen andererseits.

Mindestens 90 Prozent der ausgewiesenen Überschüsse - in denen die stillen Reserven der Unternehmen nicht enthalten sind - müssen an die Versicherten ausgezahlt werden. Maximal zehn Prozent stehen den Eigentümern des Unternehmens zu.

Finsinger konstruiert eine Modellgesellschaft, auf die er für jedes Unternehmen die Bilanzkennzahlen für Kapitalverzinsung, Verwaltungs- und Abschlusskosten sowie die Ausschüttungsquote überträgt. Das Ergebnis zeigt, ob ein Unternehmen besser oder schlechter als die Modellgesellschaft wirtschaftet, dargestellt in der Finsinger-Kennzahl: Sie ist der Maßstab, wie viel Rendite ein Unternehmen in Zukunft für seine Kunden erwirtschaften kann und wie hoch die Auszahlungen sein können. Zur schnelleren Orientierung wird die Zahl in Sterne übersetzt.

Die meisten Ratings, die sich auf Bilanzkennzahlen stützen, sagen nur rückwirkend, wie gut ein Kunde bisher bei dem Versicherer aufgehoben war. Unterschreibt ein neuer Kunde bei diesem Unternehmen, geht er stillschweigend davon aus, dass sich die erfolgreiche Vergangenheit so fortsetzen möge. Doch so leicht ist das nicht. Über interne Kosten und Provisionen entscheiden die Unternehmen selbst, über ihren Anlageerfolg am Kapitalmarkt nicht. Das hat die Vergangenheit drastisch belegt: Versicherer, die zur Jahrtausendwende hohe Gewinne verbuchten, hatten oft eine riskant hohe Aktienquote und sind im Takt mit den weltweiten Aktienindizes abgestürzt. Das hat die Versicherungen stille Reserven und Reputation gekostet - und den Kunden Rendite. Um zu erkennen, bei wem das Geld künftig gut aufgehoben ist, folgt ein mathematischer Ansatz.

Der zukunftsgerichtete Ansatz

Der Fachmann nennt das Modell "Return on Risk Adjusted Capital" (RORAC). Dabei geht es um das gesamte verfügbare Risikokapital, das Finsinger für jedes Unternehmen berechnet.

Ein Teil davon ist festgezurrt, um die versicherungstechnischen Risiken zu sichern. Der Rest ist frei verfügbares Kapital, das in riskantere Anlagen gesteckt werden kann, die mehr Rendite als festverzinsliche Papiere abwerfen können. Dazu zählen zum Beispiel Aktien und Private Equity. Über je mehr freies Kapital ein Versicherer verfügt, desto mehr Chancen kann er am Kapitalmarkt nutzen.

Als Fazit bewertet die Finsinger-Kennzahl 2004 die künftig mögliche Leistung auf der Basis der Verwaltungs- und Abschlusskosten, der Ausschüttungsquoten sowie der mittels RORAC möglichen Kapitalerträge.

Quelle:
WirtschaftsWoche 46/2005

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