Lebensversicherungen
Rückzahlungsansprüche drohen zu verfallen

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs haben Kunden, die eine Lebensversicherung kündigten, oft Anspruch auf eine höhere Rückzahlung. Doch diese Ansprüche drohen in vielen Fällen zu verfallen, warnen Verbraucherschützer.

HB POTSDAM. In mehreren Urteilen hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2005 entschieden, dass Versicherer ihren Kunden Geld nachzahlen müssen. Es geht dabei um Lebensversicherungen, die bis 2001 gekündigt oder beitragsfrei gestellt wurden. Vielen Kunden stehe eine höhere Rückzahlung oder Anpassung der Versicherungssumme zu, als in den meisten Fällen geleistet worden sei. „In der Regel können die Betroffenen dreistellige Beträge geltend machen“, teilte die Verbraucherzentrale Brandenburg kürzlich mit.

Die Richter hatten bemängelt, dass die Versicherer einen überproportional hohen Anteil ihrer Kosten auf die ersten Vertragsjahre verteilt hatten. Wer nach wenigen Jahren einen Lebensversicherungs-Vertrag kündigte, musste erhebliche Verluste in Kauf nehmen. Die Bundesrichter sahen hier ein Missverhältnis zwischen tatsächlich angefallenen und berechneten Kosten und entschieden daher, dass ehemalige Versicherungskunden in diesen Fällen einen Rückzahlungsanspruch geltend machen können.

Ansprüche gegenüber einem Lebensversicherer würden grundsätzlich nach fünf Jahren verjähren, sagen die Verbraucherschützer. Nach ihrer Auffassung begann die Frist frühestens mit der Verkündung des BGH-Urteils in 2005 zu laufen, so dass Betroffene noch bis zum Jahresende 2010 Zeit hätten. Doch viele Anbieter würden den Fristbeginn im Jahr der Kündigung ansetzen. Sicher könnten also frühere Kunden derzeit nur Ansprüche aus Kündigungen im Jahr 2001 geltend machen. „Welche Auffassung sich durchsetzen wird, ist noch unklar“, heißt es in der Mitteilung.

Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen mit Kündigungen aus dem Jahr 2001 deshalb, ihre Ansprüche dem Versicherer umgehend schriftlich mitzuteilen. Die Verjährung würde damit bis zum Eingang einer schriftlichen Entscheidung des Lebensversicherers gehemmt werden, länger aber nicht. Daher müsse man „bei einem abschlägigen Bescheid erneut umgehend reagieren“. Als einvernehmliche Lösung halten die Verbraucherschützer eine Einigung für denkbar, bei der der Versicherer sich freiwillig bereit erklärt, bis zu drei Monate nach Bekanntwerden der ersten BGH-Entscheidung zur Verjährungsfrage auf die Einrede der Verjährung zu verzichten. Gelinge das nicht, könne der Versicherungsombudsmann eingeschaltet oder eine Klage eingereicht werden.


VERGLEICHSRECHNER

mehr

  

Nutzen Sie hier unseren kostenlosen und unabhängigen Service: Wer bietet Ihnen aktuell die besten Zinsen und Konditionen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%