Marktführer Allianz Leben prescht vor - Wichtiges Signal für Jahresendgeschäft
Lebensversicherer halten 2005 Verzinsung stabil

Die großen Lebensversicherer halten ihre Gesamtverzinsung weitgehend stabil. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage des Handelsblatts bei den zehn größten Gesellschaften im Markt. Damit ist der Abwärtstrend der vergangenen Jahre gebrochen.

HB DÜSSELDORF. "Die Lebensversicherer werden die Guthaben ihrer Kunden nächstes Jahr im Schnitt unverändert mit 4,3 Prozent verzinsen" schätzt Bernhard Schareck, der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), und bestätigt so die Stabilisierung der Branche.

Die Gesamtverzinsung setzt sich aus dem während der Vertragslaufzeit konstanten Garantiezins und der je nach aktueller Gewinnlage schwankenden Überschussbeteiligung zusammen. Wegen des allgemein niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt und der schlechten Börsenlage haben die Versicherer in den vergangenen drei Jahren in Folge diese Überschussbeteiligungssätze absenken müssen. Nur der Garantieteil blieb konstant. Den legt das Finanzministerium fest. Augenblicklich sind das im Neugeschäft maximal 2,75 Prozent. Im Bestand halten die Versicherer aber noch überwiegend ältere Verträge mit höheren Garantien. Der Durchschnitt liegt nach Angaben der Versicherungsmathematiker bei 3,5 Prozent.

Diese Zinssätze müssen von den Gesellschaften regelmäßig bis Ende des Jahres für das kommende Jahr gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verbindlich deklariert werden. Allerdings sind dort nach Auskunft der Aufseher erst wenige Anmeldungen eingegangen. Die Festlegung erfolgt diesmal besonders spät. Da die Sätze ein wichtiges Wettbewerbsinstrument für die Akquisition von neuen Kunden sind, will sich keiner zuerst aus dem Fenster lehnen.

Marktführer geht voran

In der Regel muss der Marktführer den ersten Schritt machen, was er denn auch gestern getan hat: Die Allianz Leben belässt ihre Gesamtverzinsung unverändert bei 4,5 Prozent, bzw. 4,7 Prozent für laufende Renten."Dieses wichtige Signal für unsere Kunden wird dem Jahresendgeschäft der Allianz Leben einen zusätzlichen Schub geben", erwartet Gerhard Rupprecht, Chef der Allianz-Leben. Das Neugeschäft übertreffe schon heute die Stückzahlen des Vorjahres.

Dabei rangiert die Gewinnbeteiligung der Allianz nicht auf dem Spitzenplatz in der Branche. Den hält nach unserer Umfrage bisher der Debeka Lebensversicherungsverein aus Koblenz inne. Trotz der unverändert schlechten Kapitalmarktzinsen werden die meisten Lebensversicherer dem Beispiel der Allianz folgen und ihre Sätze 2005 stabil halten.

Auf Anfrage teilte allerdings die Victoria-Leben mit, dass sie noch keine Angaben machen könnten, weil sie mit der unter gleicher Leitung stehenden Hamburg-Mannheimer Leben in diesem Jahr "bei der Mitteilung der Gewinnbeteiligung abgestimmt vorgehen" möchten. Keine Entscheidung getroffen haben unter den zehn größten Gesellschaften bisher Volksfürsorge und Gerling-Leben. Von der Aachener und Münchener Leben erreichte uns bis Redaktionsschluss keine Antwort.

Verbandspräsident Schareck warnte kürzlich vor allzu großen Erwartungen: Die Gesellschaften müssten zunächst ihre Reserven stärken. Wegen der immer längeren Lebenserwartung seien beispielsweise die Rententarife nachzureservieren, was den Spielraum für die Gewinnbeteiligung einschränke. Insgesamt wertet er die Stabilität der Gewinnbeteiligung als Zeichen dafür, "dass die Lebensversicherer die Krise der Kapital- und Aktienmärkte gut gemeistert haben."

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