Mehr Transparenz
Neue Regeln verwirren

Die Versicherungsbranche wird transparenter. Ab 1. Juli müssen Lebens- und Krankenversicherer ihre Kosten offen legen. Doch Verbraucherschützer sind sekptisch. Sie befürchten, dass die Kunden mit nutzlosen Informationen überschwemmt werden.

KÖLN. Ab morgen, dem 1. Juli, verraten die Versicherer ein wenig mehr über sich. In etwa zwei Drittel der Verträge, die jedes Jahr abgeschlossen werden, legt die Branche nun ihre Kosten offen. Doch ohne kundige Anleitung versteht kaum ein Kunde die neuen Zahlen, wenn er künftig eine Lebens- oder eine Krankenversicherung abschließt.

Gute Beratung wird daher umso wichtiger. Darüber freut sich zum Beispiel Michael Frahnert. Der Chef des Kölner OVB steuert 10 000 Vermittler. Für seine Leute sei es kein Problem Vertragskosten offen zu legen. Die Vermittler belastet derzeit viel stärker, dass sie sich weiterbilden müssen. Und sie ärgern sich über Papierberge, die sie bearbeiten. 80 Seiten und mehr für einen Krankenversicherungsvertrag? "Das liest keiner mehr", sagt Frahnert. Man müsse die Reform überdenken.

Ähnlich urteilen unabhängige Makler. Ernst-Georg Hennig von der Funk-Gruppe: "Die Informationslage ist entgegen den Zielen noch komplexer und komplizierter geworden." Überraschend ist: Berater und Vermittler verurteilen die Neuerungen fast so hart wie Verbraucherschützer. So sieht Hans-Peter Schwintowski, Professor in Berlin sogar "viel Potential, um den Kunden in die Irre zu führen".

Interessenvertreter der Versicherten fordern schon lange - auch gerichtlich - mehr Angaben über die Vertragskosten, damit die Kunden besser wählen können. Denn je weniger der Versicherer von der Prämie für sich einbehält, desto mehr Geld kann am Kapitalmarkt arbeiten. Besonders stark wirkt dies, wenn Verträge mehrere Jahrzehnte laufen, was bei Lebens- und Krankenversicherungen oft vorkommt, denn Zins- und Zinseszins summieren sich.

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