Mindeskapital erforderlich
Die Herrscher über fremde Vermögen

Auf den ersten Blick scheinen sich oft alle Klischees über die Vermögensverwalter zu bestätigen: Adlige Herkunft ein Muss, Vermögen kommt nur zu bereits Vermögenden. Doch der Schein trügt: Lutz Gebser, Vorstand der Gebser & Partner AG, Vermögensverwalter und Sprecher des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter in Deutschland, bringt die Voraussetzungen, die ein Interessent für den Beruf des Vermögensverwalters mitbringen muss auf den Punkt: „Sie müssen bereits ein Vermögensberater sein, wenn sie ein Vermögensberater werden wollen“.

Das Bonmot von Gebser hat durchaus seinen Sinn: Der Gesetzgeber hat dem Berufsbild des Vermögensverwalter, juristisch korrekt als Finanzportfolioverwalter bezeichnet, einen engen Regelungsrahmen aufgedrückt. Heute betreut der Finanzportfolioverwalter in eigener Freiheit fremdes Vermögen. Er tut dies im Rahmen eines mit dem Kunden abgeschlossenen Vertrages unter Beachtung der vereinbarten Anlagerichtlinien und auf der Grundlage einer Vollmacht gegenüber der depotführenden Bank.

Dieses juristische Regelwerk zur Berufsbestimmung existiert erst seit dem Jahr 1997. Bis zu diesem Zeitpunkt bedurfte es für eine Tätigkeit als Vermögensberater lediglich einer Gewerbegenehmigung, die vom örtlichen Gewerbeamt erteilt wurde. Erst seit 1998, mit Inkrafttreten des dritten Finanzmarktförderungsgesetz, unterliegen Finanzportfolioverwalter einer Vielzahl von Gesetzen. Die Bundesfinanzaufsicht Bafin veröffentlicht im Internet eine vierteljährlich aktualisierte Liste aller zugelassener Portfolioverwalter.

Eine Reihe von Voraussetzungen für die Erteilung dieser Erlaubnis geht der Zulassung des Verwalters voran. Der Gesetzgeber verlangt von einem Finanzportfolioverwalter ein Mindestkapital von 50 000 Euro, das nicht auf Kreditbasis finanziert sein darf. Der Geschäftsleiter einer Gesellschaft muss „zuverlässig“ sein, allerdings ist dieses Merkmal juristisch nicht näher definiert. Des Weiteren ist vom Interessenten eine fachliche Eignung laut Gesetzesvorschriften zu erwarten. Es wird dabei ein ausreichendes Maß an theoretischen und praktischen Kenntnissen in den beantragten Finanzdienstleistungen sowie Leitungserfahrung verlangt. Diese werden von der Genehmigungsbehörde dann vermutet, wenn eine dreijährige leitende Tätigkeit bei einem Institut von vergleichbarer Größe und Geschäftsart nachgewiesen wird. Aus diesem Grund muss jemand Vermögensverwalter sein, bevor er sich als Vermögensverwalter selbstständig macht. Wenn dann noch ein Adelstitel hinzukommt, kann der dem Geschäft nur förderlich sein.

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