Mit Aktien starten, dann umschichten
Für den Lebensabend wird falsch gespart

Langfristig wollen die Deutschen fürs Alter sparen. Kurzfristig stecken sie fast alles in Geldmarkt- und Immobilienfonds. Eine nachvollziehbare Vermögensstrukturierung (Asset-Allocation-Strategie) bleibt dabei auf der Strecke - und die Rendite sowieso.

Eine Studie Emnid-Instituts im Auftrag von Fidelity Investments ergab: 77 Prozent der Deutschen sparen, und das tun sie vor allem für die Altersvorsorge. Wenn die Deutschen Geld für die private Rente weglegen, dann in Kapitalanlagen mit bescheidenen Renditen. Es ist auf jeden Fall zu wenig, um im Alter ausreichend versorgt zu sein. Mehr als die Hälfte aller Anlegergelder, die in diesem Jahr in Investmentfonds geflossen sind, bunkern die Sparer in Geldmarktfonds und offenen Immobilienfonds. Knapp 31 Mrd. Euro flossen bis Ende August 2003 in Investmentfonds, davon 5,7 Mrd. in Geldmarktfonds und satte 14,1 Mrd. Euro in Immobilienfonds.

Der Geldmarktfonds-Anleger nimmt also Minizinsen minus Steuern und Inflation in Kauf. Und das bedeutet morgen effektiv weniger Kapital zu haben als heute. Passt das zum Thema private Zusatzrente? Noch krasser sprechen die Fakten im Fall der offenen Immobilienfonds. Die meisten Grund-und- Boden-Produkte haben zwar in der Vergangenheit ansehnliche Renditen erwirtschaftet. Für die nächsten fünf bis sieben Jahre aber sind nur sehr niedrige Erträge zu erwarten. Das wird nicht reichen, um echtes Vermögen aufzubauen.

Offene Immobilienfonds, die in Deutschland immerhin 85 Mrd. Euro verwalten, bestehen zur Hälfte aus derzeit äußerst schlecht verzinsten Festgeldanlagen. Ihre Verwalter wissen nämlich gar nicht mehr, welche Bürohäuser sie für das viele Anlegergeld, das ihnen immer noch zufließt, in Deutschland noch kaufen sollen. Darum legen sie es auf die hohe Kante. So mutiert der Immobilienfonds zum besseren Geldmarktfonds.

Eine bizarre Situation: Deutschlands Sparer haben ein klares Ziel vor Augen, steuern es aber scheinbar ohne Kurs an. Warum also handeln Privatanleger de facto anders als sie eigentlich wollen? Haben sie die falschen Berater? Oder erscheinen Ihnen reinrassige Aktienfonds als derart risikoreich, dass sie lieber schlecht als in Aktien investieren?

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