Nach dem Terror in Paris

Terrorversicherungen sind gefragt

Die Anschläge von Paris haben auch Auswirkungen auf die Versicherungsbranche. Nach den Anschlägen von Paris fragen immer mehr Unternehmen nach Versicherungsschutz gegen Terror, Krieg und politische Gewalt.
Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) versichert Unternehmen unter anderem gegen die Folgen von Terroranschlägen. Quelle: dpa
Terrorgefahr

Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) versichert Unternehmen unter anderem gegen die Folgen von Terroranschlägen.

(Foto: dpa)

BerlinJe größer die Verunsicherung, desto stärker wird das Bedürfnis nach Sicherheit. So auch jetzt. „Nach Anschlägen wie denen von Paris steigt das Interesse an Terrorversicherungen“, sagte Björn Reußwig von der Allianz-Tochter AGCS dem Tagesspiegel. „Die Nachfrage schießt kurz danach erst mal in die Höhe“.

Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) versichert Unternehmen unter anderem gegen die Folgen von Terroranschlägen. Einfache Policen decken Schäden an Produktionsanlagen und Betriebsunterbrechungen ab, doch viele Kunden wollen mehr. „Die Unternehmen wollen sich nicht nur gegen Terrorgefahren absichern, sondern auch gegen die Folgen politischer Gewalt“, berichtet Reußwig, der bei der AGCS europaweit für die Terrorversicherung verantwortlich ist. Rebellion, Krieg, Bürgerkrieg – fast alles ist versicherbar. Je riskanter die politische Situation, desto höher die Prämie, über konkrete Summen spricht man nicht öffentlich. Aber klar ist: Je größer das Risiko, je teurer die Anlage, je größer die Bandbreite der abgedeckten Schäden, desto teurer ist die Police.

Die Wirtschaft scheint das nicht zu schrecken. Im Gegenteil: „Die Nachfrage nimmt seit Jahren zu“, sagt Reußwig. Weltweit steigt die Anzahl der Terrorakte, nehmen die politisch motivierten Gewalttaten zu. Ereignisse wie die in Paris machen deutlich, wie verletzlich die westlichen Gesellschaften sind. Diese Erkenntnis stand auch Pate bei der Geburt der Terrorversicherungen. Es waren die 9/11 Anschläge auf das World Trade Center im September 2001, die Kunden nach solchen Policen haben fragen lassen. Die Versicherungsbranche hat darauf reagiert. Marktführerin ist Lloyd’s of London, die Allianz – einer der weltgrößten Versicherungskonzerne – ist erst seit Kurzem im Geschäft.

Viele Kunden kommen aus Europa. Die Firmen oder Anlagen, die sie versichern wollen, liegen aber überall auf der Welt. „Wir bieten fast überall Deckungsschutz“, berichtet Reußwig. Nur im Heimatland Deutschland hält sich die AGCS zurück. Hier haben deutsche Versicherer nach 9/11 einen Spezialversicherer gegründet, die Extremus. 16 namhafte deutsche und internationale Versicherungsgesellschaften sind an dem Terrorversicherer beteiligt, allen voran die Allianz. Extremus deckt Schäden von bis zu zehn Milliarden Euro, zwei Milliarden übernimmt die Versicherungswirtschaft, für weitere acht Milliarden Euro steht der Staat ein. Eine Poollösung kennt man auch in Frankreich. Französische Versicherer müssen Terrorrisiken abdecken, bekommen aber im Fall der Fälle Schützenhilfe vom Rückversicherer Gareat.

„Das wirkt wie im Krieg“
Einsatz beendet
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Bei dem Anti-Terror-Einsatz nördlich von Paris seien sieben Menschen festgenommen und zwei Menschen getötet worden, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch in Saint-Denis. Eine Frau sprengte sich selbst in die Luft, als Spezialkräfte eine Wohnung stürmten. Ein weiterer Mann sei von Schüssen und Granaten tödlich verletzt worden, sagte Staatsanwalt François Molins.

Anti-Terror-Aktion beendet
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Die Anti-Terror-Aktion in Saint-Denis ist nach rund sieben Stunden beendet, sagte Regierungssprecher Stéphane Le Foll. Bei dem Polizeieinsatz gegen die Drahtzieher der Terroranschläge von Paris hat es laut französischem Innenminister zwei Tote gegeben. Sanitäter kümmern sich um einen der insgesamt fünf verletzten Polizisten.

Festnahme
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Vermummte Polizisten haben einen Mann festgenommen. Insgesamt gingen der Polizei sieben Verdächtige ins Netz.

Zugriff
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Unter den sieben nach heftigem Schusswechsel festgenommenen Personen war auch ein Mann, der die Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, sowie eine Bekannte von ihm. Die Identität der mutmaßlichen Terroristen sei aber laut Staatsanwaltschaft noch nicht geklärt.

Vorbereitung
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Ein Polizist bereitet seine Waffe für den Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis vor. Fünf Mitglieder einer Spezialeinheit wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Wachsam
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Das französische Militär und die Polizei patrouillieren gemeinsam in der Nähe des Einsatzortes.

Spezialeinheit
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Bei Anti-Terror-Einsätzen steht sie an vorderster Front: Die französische Polizei-Eliteeinheit Raid, die am Mittwoch bei der Jagd nach dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud nach Saint-Denis geschickt wurde, wird immer zu besonders gefährlichen Einsätzen gerufen. Die Abkürzung Raid steht für „Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion“ (etwa: Fahndung, Unterstützung, Eingriff, Abschreckung).

Bei der AGCS ist man überzeugt: Terrorversicherungen sind ein wachsendes Geschäft. „Ob Aufstände, Terrorismus oder politische Unruhen: Die politische Gewalt ist in den vergangenen Jahren mit unvorstellbarer Wucht auf die Risikolandkarten der Unternehmen zurückgekehrt“, weiß Michael Hohmann, bei der AGCS weltweit verantwortlich für Haftpflicht- und Krisenmanagementversicherungen. „Die Firmen wollen ihre Mitarbeiter, ihr Geschäft und ihre Anlagen besser schützen.“ Nach Paris umso mehr.

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