Nach dem Verlust der Steuervorteile: Lebensversicherer erleben Einbruch im Neugeschäft

Nach dem Verlust der Steuervorteile
Lebensversicherer erleben Einbruch im Neugeschäft

Nach dem Boom 2004 hat die Lebensversicherungsbranche im vergangenen Jahr einen Einbruch hinnehmen müssen.

HB FRANKFURT. Das Neugeschäft sei nach dem Wegfall von Steuerprivilegien 2005 um gut 22 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro gesunken, sagte ein Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Freitag. Damit schnitt die Branche noch schwächer ab als 2003, als knapp 16,6 Milliarden Euro Neugeschäft verbucht wurden. Die Zahl der abgeschlossenen Policen verringerte sich im vergangenen Jahr deutlich auf 7,3 (2004: 11,8) Millionen Stück.

Allerdings konnte die Branche ihre Beitragseinnahmen steigern: Im reinen Lebensversicherungssegment - also ohne Pensionskassen oder Pensionsfonds - ergab sich ein Plus von sechs Prozent auf 72,5 Milliarden Euro.

Der deutliche Rückgang im Neugeschäft war vom GDV erwartet worden. Ein GDV-Sprecher betonte, es handele sich nicht um eine Krise des Produkts Lebensversicherung. Bei den Beitragseinnahmen habe die Branche sogar doppelt so stark zugelegt wie erwartet.

Experten zweifeln freilich an der Zukunft der traditionellen Lebensversicherung, nachdem sie ihre steuerlichen Vorteile 2005 weitgehend verloren hat. Die daraus erwachsenden Probleme könnten ihrer Ansicht nach zu einer Konsolidierung des bislang zersplitterten deutschen Versicherungswesens führen.

Dem GDV zufolge verlief die Entwicklung im Neugeschäft 2005 unterschiedlich. So halbierte sich das Volumen bei Policen mit laufender Beitragszahlung auf 5,7 Milliarden Euro. Bei Neuverträgen mit Einmalzahlung - etwa für Sofortrenten - ergab sich ein Plus von knapp einem Fünftel auf 8,9 Milliarden Euro. Hierfür sorgten unter anderem Unternehmen, die ihre Pensionslasten auf größere Versicherer auslagerten.

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