Naturkatastrophen
Die unterschätzte Gefahr in Deutschland

Überschwemmungen nach Starkregen waren zuletzt so gut wie in allen Teilen Deutschlands zu beobachten. Trotzdem sind fast zwei Drittel der deutschen Hausbesitzer nicht dagegen versichert. Eine Umfrage zeigt, warum.

BerlinDie Bilder sind noch immer im Kopf. Innerhalb von Minuten verwandelte sich der sonst so idyllische Obersimbach im bayerischen Landkreis Rottal-Inn in eine reißende Flusslandschaft. Unkontrolliert wurden anschließend Straßen, Keller und Wohnungen fluten. Im kleinen Ort Simbach entstanden so im Frühsommer Schäden in Millionenhöhe. Ist das Wasser irgendwann abgepumpt, sind jedes Mal gewaltige Schäden zu beklagen.
„Elvira“ und „Friederike“ lauteten die Namen der beiden Sturmtiefs vom Frühsommer. Gut ein Vierteljahr später dienen sie Versicherern und Meteorologen als abschreckendes Beispiel dafür, zu welchen katastrophalen Folgen die Natur mittlerweile in nur kurzer Zeit fähig ist. Ein Phänomen, das in Zukunft nicht nur öfter, sondern auch noch heftiger auftreten soll, erwartet Paul Becker, Vizepräsident beim Deutschen Wetterdienst.

Die Zahlen dieses Jahres geben ihm Recht. Bei 1,2 Milliarden Euro lag die Summe der versicherten Schäden, die im Juni innerhalb von nur zwei Wochen zusammen kamen. Zum Vergleich: im gesamten Vorjahr lag die Gesamtsumme für Schäden durch Hagel, Sturm und Starkregen bei knapp zwei Milliarden Euro.
Starkregen heißt das Wetterphänomen, das in den vergangenen Jahren so gut wie in allen Teilen Deutschlands zu beobachten war. Punktuell fielen innerhalb weniger Minuten gewaltige Mengen Wasser vom Himmel. Viel zu viel für Bächlein wie den Obersimbach.
Viel zu wenig weiß die Wissenschaft bisher über dieses Wetterphänomen, weshalb sich Forscher und Versicherer inzwischen zusammen getan haben. Die Versicherer stützen sich auf die Daten der Meteorologen, die wiederum überprüfen anhand der dort gemeldeten Schäden, ob ihre Messungen auch tatsächlich mit der Realität übereinstimmen. Zusammen suchen sie die Öffentlichkeit wie bei der Naturgefahrenkonferenz am Dienstag in Berlin.

Unbestritten ist der Bereich der so genannten „Elementarschäden“ für die Versicherer ein Wachstumsmarkt. Sind doch 63 Prozent der deutschen Haushalte noch immer nicht dagegen versichert, also gegen all die neuen Wetterphänomene wie Starkregen und Hochwasser. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: 11 der 17,5 Millionen deutschen Hausbesitzer haben noch keinen Schutz gegen Überschwemmungen. Ist doch im Bereich der Wohngebäudeversicherung dafür eine besondere Absicherung nötig ist, da sie ansonsten nur Feuer, Hagel und Sturm abdeckt. Eine Umfrage mit den Meinungsforschern der Nürnberger GfK zeigt die Gründe für die noch immer geringe Quote. Zwei Drittel der Befragten glaubt, niemals von Überschwemmungen betroffen zu sein, gut die Hälfte hält sie für zu teuer.

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Versicherungsbeiträge nach Postleitzahl

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