Nebenverdienst: Kindergeld-Grenzen werden durchlässiger

Nebenverdienst
Kindergeld-Grenzen werden durchlässiger

Wie viel dürfen volljährige Kinder in der Ausbildung oder neben dem Studium verdienen, damit ihren Eltern weiterhin Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zusteht? Die Gerichte zeigen sich immer großzügiger.

Nachdem die Bundesverfassungsrichter bereits 2005 klarstellten, dass vom Einkommen die gezahlten Sozialabgaben abzuziehen seien und der Nachwuchs daher oft unter die Einkommensgrenze von 7 680 Euro im Jahr rutscht, legte jetzt der Bundesfinanzhof mit einem familienfreundlichen Urteil nach (III R 15/06).

Solange die Kinder unter dieser Grenze bleiben, sei es egal, wie viele Stunden sie arbeiten, entschieden die Finanzrichter. Bisher gab es für Eltern keinen Zuschuss mehr, sobald die Beamten einen Vollzeitjob konstatierten - selbst, wenn der Nachwuchs wegen eines niedrigen Stundenlohns weniger als 7 680 Euro verdiente. Gerade wenn Kinder phasenweise viel jobbten, etwa zwischen Abi und Semesterbeginn oder in den Semesterferien, war der Zuschuss für diese Monate deshalb oft futsch.

Jetzt ist aber klar: Solange fleißige Kinder in solchen Phasen nach Abzug von Sozialabgaben weniger als 640 Euro im Monat (7 680 Euro aufs Jahr gerechnet) kassieren, muss die Familienkasse weiter zahlen. Ob ein Vollzeitjob vorliegt oder nicht, ist dann also egal. Um die Frage, ab welcher Wochenarbeitszeit ein Vollzeitjob vorliegt, gab es bisher oft heftigen Streit. Noch im vergangenen Jahr hatten die Bundesfinanzrichter im Fall einer Informatikstudentin entschieden, dass bei 20 Wochenstunden nicht von einem Vollzeitjob die Rede sein könne (III R 82/03).

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