Neue Online-Strategie
Alles digital bei der Allianz

Deutschlands größter Versicherer Allianz will sämtliche Policen künftig auch im Internet vertreiben. Wie die neue Online-Strategie genau aussehen soll, hat Deutschland-Chef Markus Rieß am Dienstag intern vorgestellt.
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DüsseldorfMit der Allianz geht jetzt auch Deutschlands größter Versicherer mit der Zeit – und setzt ab sofort mehr auf den Vertrieb über das Internet. Darüber hatte die „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag bereits berichtet. Am Morgen fand in München eine interne Veranstaltung des Versicherers statt, auf der Deutschland Chef Markus Rieß den Mitarbeitern die neue Online-Strategie intern vorgestellt hat.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ wolle die Führung der Allianz Deutschland 80 Millionen Euro investieren, um das Unternehmen in die digitale Ära zu transportieren. Über ein neues Online-Portal soll der Versicherer künftig alle Angebote für Privatkunden auch im Internet anbieten. Im Unterschied zum klassischen Vertrieb über Vertreter heißt das digitale Geschäft im Allianz-Sprech „Dunkelgeschäft“.

Es gebe keine Verträge mehr, die nur persönlich beim Versicherungsvertreter abgeschlossen werden können. Im gleichen Zug wolle der Konzern eine radikale Vereinfachung der Abfragen vor Vertragsabschluss einführen. Pilotsparte solle die Autoversicherung werden.  

Mit 13.000 direkten Vertretern verfügt die Allianz über das größte Vertriebsnetz in Deutschland. Und die Vertriebler waren es auch, die die digitale Strategie des Versicherers bislang am meisten gefürchtet hatten. 2009 hatte der Konzern seine Online-Marke Allianz24 in Allsecur umbenannt – nur um einen allzu regen Wechsel der Kunden zur vermeintlichen Billigmarke zu vermeiden und das Geschäft der Vertriebler nicht zu unterlaufen.

Mittlerweile scheint der Widerstand der Vertriebler jedoch gebrochen. Laut Rieß hat der Versicherer das neue Konzept vor Tausenden von Vertretern intern vorgestellt und „viel Beifall erhalten“. Jeder würde heute wissen, dass sich das Kundenverhalten ändere. Mehr als 40 Prozent der heutigen Kunden würden sowohl mit Vertretern sprechen als auch im Internet nach Informationen suchen. Um einen Abbau von Arbeitsplätzen gehe es, laut Rieß, nicht.

Einer Auswertung des Branchenverbands der Versicherungswirtschaft GDV zufolge, werden knapp zehn Prozent aller neu abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungen mittlerweile über direkte Kanäle, telefonisch oder online zum Beispiel, abgeschlossen. Knapp die Hälfte der Verträge wird nach wie vor vom Ausschließlichkeitsvertreter vermittelt.

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

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