Neue Regeln für die Anlageberatung
Anleger erhalten mehr Rechte gegenüber Kreditinstituten

Künftig sollen Anleger eine umfassendere Anlageberatung bekommen und detailliert über die Höhe der Provisionen informiert werden. Das sieht die neue EU-Richtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) vor, die ab November in Kraft tritt. Der Nutzen der neuen Regeln für die Anleger ist jedoch nicht unumstritten.

HB HAMBURG. „Grundsätzlich lässt sich aber jetzt schon sagen, dass die Berater künftig vorsichtiger agieren werden und das Risiko einer Falschberatung sinkt“, sagt Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Wer eine Anlageberatung in Anspruch nimmt, wird künftig bei Banken und Sparkassen Auskunft über Beruf und Ausbildung geben müssen.

So sollen die Berater einschätzen können, ob der Kunde die Anlagerisiken auch beurteilen kann. Zudem wird von den Kunden verlangt, dass sie ihre „persönlichen Umstände“ darlegen, und dazu gehören auch die finanziellen Verhältnisse. Das soll dem Berater ermöglichen, ein möglichst genaues Kundenprofil zu erstellen, um ihm die Produkte empfehlen zu können, die zu seinem Kenntnisstand und seinen finanziellen Möglichkeiten passen. Verweigert der Anleger bestimmte Angaben, kann die Bank eine Beratung verweigern.

Zugleich sind die Berater verpflichtet, detailliert die Provisionen und Gebühren offen zu legen, die beim jeweiligen Wertpapiergeschäft anfallen. „Das ist eine echte Verbesserung, denn dadurch erfährt der Anleger, wie viel das Kreditinstitut bei welcher Anlage an ihm verdient“, sagt Keitel. Neben der eingehenden Risikobeschreibung des jeweiligen Finanzprodukts müssen Berater auch Wertpapiere von anderen Banken anbieten und auf Interessenkonflikte hinweisen. Die können beispielsweise dann vorliegen, wenn sie Wertpapiere von der Fondsgesellschaft des eigenen Kreditinstituts bevorzugen.

Darüber hinaus müssen die Banken ihren Kunden auch Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen zu den günstigsten Konditionen besorgen. Die Regelung gilt allerdings nicht für Publikumsfonds. Hier ist lediglich der Hinweis erforderlich, dass ein günstigerer Kauf direkt über die Börse möglich ist. Für geschlossene Fonds gelten die neuen Regeln übrigens nicht, und auch reine Fondsvermittler sind nicht davon betroffen.

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