Neue Vorwürfe
Riester-Kunden leiden unter Ergo

Dem Versicherungskonzern steht ein neuer Skandal ins Haus: Ergo berechnete mindestens 70.000 Kunden zu hohe Verwaltungskosten und verdient daran ungerechtfertigt bis zu 160 Millionen Euro.
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DüsseldorfDem Versicherungskonzern Ergo steht ein neuer Skandal ins Haus: Das Unternehmen aus Düsseldorf berechnete nach Informationen des Handelsblatts rund 70.000 Kunden zu hohe Verwaltungskosten und verdient daran ungerechtfertigt bis zu 160 Millionen Euro. Dies bezeugten ehemalige Generalvertreter, die selbst tausende solcher Policen abgeschlossen haben, dem Handelsblatt an Eides statt.

Die Verträge wurden noch von der Hamburg-Mannheimer-Versicherung geschlossen, die inzwischen in der Ergo-Gruppe aufgegangen ist. Die Hamburg-Mannheimer war erst vor wenigen Wochen in die Kritik geraten: Die Vertriebsorganisation des Versicherers hatte 2007 mit ihren 100 besten Mitarbeitern eine Sex-Orgie im Gellert-Bad in Budapest gefeiert.

Die nun geschädigten Kunden sind Riester-Sparer, die in den Jahren 2005 und 2006 eine sogenannte Kaiser-Rente, benannt nach der bekannten Werbefigur Herr Kaiser, abschlossen haben. 215.000 Verträge schloss die Hamburg-Mannheimer in den beiden Jahren insgesamt ab. In rund einem Drittel davon waren in den Angeboten der Kaiser-Rente jedoch die Kosten geringer ausgewiesen als nachher in den Verträgen.

Ein ehemaliger Generalvertreter der Hamburg Mannheimer gibt an, er sei 2009 von einem Kunden auf einen Fehler aufmerksam gemacht worden, der standardmäßig geschehen sei: „Die Verwaltungskosten wichen um vier Prozentpunkte von den Kosten ab, die den Kunden in den Anträgen dargestellt worden waren“, versichert er an Eides statt. „Ein Durchschnittskunde (Monatsbeitrag 80 Euro) wurde mit seiner Police auf diese Weise im Vertragzeitraum um rund 2300 Euro schlechter gestellt als angeboten. Diese Differenz basierte auf einer fehlerhaften Prospektierung.“

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  • @Scalio:
    es ging mir lediglich darum, dass die Menschen heute leider nicht mehr selber über ihr Geld nachdenken, sondern sich auf Versicherungsvertreter und andere überflüssige "Finanzleute" verlassen, die natürlich nur zum Wohle ihrer Kunden agieren.
    Wie sagte Rockefeller so schön: "Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten". Hier glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass man mit solchem Riesterquark auf einen grünen Zweig kommen kann

  • Wenn Sie denken meinen Kenntnisstand auf diese Entfernung so gut beurteilen zu können - nur zu! Ich meine ich habe in meinem Kommentar keine Partei - für welch ein Produkt auch immer - ergriffen, sondern bin lediglich auf Ihren qualifizierten Kommentar eingegangen. "Vermögen", "Selbständigkeit" - viel Spielraum für Interpretationen. Niemand hat verlangt, dass Sie Ihre "Strategien" preisgeben.

  • hier kann man sich ganz gut ein bild machen
    http://www.altersvorsorge-und-riester-rente.info/18_riesterrente_kosten_riester_kosten/riesterrente_kosten_riester_kosten.html

    Praxisbeispiel dieser Strukturvertriebe, die damit ohne Ende Geld machen:
    http://www.finanzparasiten.de/

    Aus eigener Erfahrung(da ich in der Zentrale gearbeitet habe), kann ich 100%ig zustimmen. Wenn die Provision offen einsehbar wäre + die sog. Verwaltungs und Vermittlungskosten und was der Verbraucher am Ende raus hat, würde kein Mensch mehr eine Riester unterschreiben. Eine Goldgrube für die Unternehmen. Jetzt kündigen ist immer noch besser als weiterzahlen. Jeder bezahlt mal Lehrgeld.

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