Neues Gesetz: Lifting für die Riester-Rente

Neues Gesetz
Lifting für die Riester-Rente

Die Bundesregierung will bei der privaten Altersvorsorge nachbessern. Während einige Änderungen reine Kosmetik sind, bringen manche tatsächlich Vorteile für die Versicherten. Was das Lifting für Verbesserungen bringt.
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DüsseldorfDie Bundesregierung will die Riester-Rente besser machen. Transparent, kostengünstig, renditestark und einfach. Klingt gut. Und Anleger würden sich über Verbesserungen durchaus freuen. Das Ansehen der Riester-Rente hat in den vergangenen Jahren massiv gelitten, obwohl mittlerweile 15,6 Millionen Deutsche eine solche Zusatzrente abgeschlossen haben.

Leider ist das schlechte Image in den meisten Fällen berechtigt. Die realistischen Renditen aus den Riester-Verträgen entsprechen sehr häufig nicht den vollmundigen Versprechen von Anbietern und Politikern („Geschenke vom Staat“, „lohnt sich immer“).

Nun hat der Bundestag das Altersvorsorgeverbesserungsgesetz beschlossen. Der sperrige Name sollte nicht täuschen: Im Gesetz stecken tatsächlich einige Verbesserungen, die zum 1. Juli 2013 in Kraft treten sollen. Doch – das muss leider vorweg gesagt werden – ob sie so wirklich Gesetz werden, ist unklar. Der Bundesrat hat ein Wörtchen mitzureden. Und da SPD, Grüne und die Linke die Änderungen bislang kritisch sehen, ist die Zustimmung der Länderkammer alles andere als sicher.

An Nachbesserungen bei der Riester-Rente wird aber keine Regierung vorbeikommen, egal wie die Bundestagswahl im September ausgeht. Der Blick auf die jetzt geplanten Änderungen lohnt also. Was bringen die neuen Regeln im Detail? Von reiner Kosmetik bis zu echter Verbesserung ist alles dabei.

Riester-Sparer sollen mehr von ihrem Geld haben. Die Anbieter sollen ihnen künftig weniger für Verwaltung und Provisionen von ihren Sparbeiträgen abziehen dürfen. Außerdem sollen die Kosten schon vor Vertragsabschluss besser sichtbar und damit vergleichbar werden – damit Kunden sich dann gezielt für kostengünstige Anbieter entscheiden können.

Spezielle Beipackzettel, die „Produktinformationsblätter“, sollen den Kunden hier die nötigen Infos bieten. Die Kosten beim Wechsel von einem Riester-Anbieter zu einem anderen sollen künftig auf 150 Euro gedeckelt werden.

Allgemeine Bewertung: Viele Worthülsen, bislang wenig Inhalt. Informationen und Transparenz schaden nie. Doch genau dort, wo es spannend wird, ducken sich die Politiker erst einmal weg: bei der Kostenbegrenzung. Dass Kunden beim Anbieterwechsel nur noch 150 Euro zahlen sollen, ist ja schön.

Kommentare zu " Neues Gesetz: Lifting für die Riester-Rente"

Alle Kommentare
  • Es gibt und gab nur einen Grund für die teilweise steuerliche Anrechnung. Sie hätte steuerliche Mehreinnahmen verhindert, die man ja gerade durch Kürzung der Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung und Besteuerung der klassischen Lebensversicherung erzielen wollte.
    Dem deutschen Michel muss man nur ein paar Beispiele von Profit Wohlhabender unter die Nase halten und schon lässt er sich ausnehmen wie eine Weihnachtsganz.
    Und praktischerweise kann man denen auch noch dafür die Schuld geben.
    Wir verlieren unseren Wohlstand langsam aber sicher aus purer Dummheit. Es reicht ein Sozialneid zu schüren um als sozial zu gelten.

    H.

  • Die Stiftung Warentest hat keine Ahnung von Finanzprodukten. Sie kann gerade mal Preise vergleichen. das reicht bei so komplexen Produkten aber eben nicht.
    anders als bei physischen Produkten ist hier mit Hochschulwissen nichts zu erreichen.
    Das begreifen die aber nicht.

    H.

  • In diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen. die Komplexität des Themas geht allein auf das Konto der Politik. die Finanzwirtschaft ist hier genauso Opfer Schröder´scher Geldeintreibepolitik wie die Verbraucher.
    Freilich können und müssen die Unternehmen die Nachteile an ihre Kunden weitergeben. Das können sie, weil sie am längeren Hebel sitzen und das müssen sie, weil sie sich nicht leisten können Verlust zu machen.
    Der Staat kann das Rad allerdings nicht mehr zurückdrehen. die Schröder´sche Politik hat uns mehr Anspruchsteller beschert, die ohne Abschöpfungen bei der Altervorsorge nicht mehr finanzierbar wären.
    Wer streicht, macht sich unbeliebt und verliert Wahlen.

    Aber gerade Rürup und Riester sind politische Produkte die von Anfang an zu teuer und zu bürokratisch waren. Deshalb wurden sie auch von der Finanzwirtschaft abgelehnt und blieben zunächst Ladenhüter.
    Als aber das Neugeschäft der Versicherer einbrach weil die höhere Besteuerung der Lebensversicherung diese unattraktiv machte und der Staat Provisionsanreize schuf, blieb der Finanzwirtschaft kaum eine andere Wahl als das politische Gewollte an den mann zu bringen.

    Ich selbst habe seit den Schröderschen Reformen kaum noch Lebensversicvherungen verkauft. Mittlerweile bin ich ganz aus dem markt ausgestiegen, weil die Wahl nur lautet: entweder diesen Dreck anzubieten und dazu gut Wetter beim Kunden zu machen oder gar kein Geschäft.
    Letzteres können sich weder Vertrieb noch Unternehmen leisten.

    Beschweren sie sich also bei den Richtigen, den moralisierenden Abzockern von Links, die uns den mist eingebrockt haben.

    H.

  • Zitat: Innerhalb der Europäischen Union müssen Rentner nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes zwar die staatliche Förderung nicht zurückzahlen, Vorsicht ist allerdings geboten, wenn der Wohnsitz ins nicht europäische Ausland verlegt wird. Erhaltene Förderung, etwa für die Riester-Rente, müsse dann vollständig zurückbezahlt werden, betont Wolf-Dieter Burde von der Deutschen Rentenversicherung, Zitat Ende.
    Diese ungerechtigkeit gilt es zu "verbessern"

  • Habe damals ein Sonderheft von

    STIFTUNG WARENTEST

    hinzugezogen. Darin lag die

    Gothaer Versicherung

    mit ihrem Riester Produkt bei den Besten. Heute liegt sie auf Platz 24 und gehört zu den Schlechtesten. Ich kann es mir nur so erklären: Traue keinem Test, den du nicht selbst korrumpiert oder manipuliert hast.
    Soweit zu Stiftung Warentest.

    Schönen Abend noch.

  • Gute Arbeit der Finanzlobby. Alles schön kompliziert machen damit der Beratungsbedarf steigt. Danke Politik.

  • Toll. Also tut man nichts, verprasst alles Geld weil Versicherungen ja eh böse schwarze Löcher sind und im Alter setzt man sich in so eine TV-Verbrauchersendung und jammert, dass man sich nichts leisten kann.

    OK, verzichten Sie auf jegliche Art der Vorsorge, aber kommen Sie uns nicht im Alter und fordern Sie eine bessere Altersversorgung!!!!!!!!

  • Das ist ja lustig...Werbung für die Versicherungsbranche wieder einmal.

    Woher weiß denn einer was in 10 - 20 - oder 30 Jahrne ist?!
    Diese ganzen Versicherungen sind doch Blödsinn. Bis auf die Privathaftpflicht! Wer etwas von einer Versicherung an Leistung haben will, muß starke Nerven haben! Denn sooo schnell bekommt man seine versprochenen Leistungen nämlich NICHT!! Das kenne ich auch einem Bekanntenkrteis, der ein Unfallopfer war und die gegnerische Versicherung versucht hat, die Leistung zu drücken. Dieser heute behinderte Mann prozessiert schon Jahre um an das zu kommen, was ihm auch zusteht!

    Die Detschen bleiben ein komsiches Völkchen und wollen sich für alles absichern. Was für ein Schwachsinn...denn morgen kann es schon Krieg geben! Und wenn die Bundesregierung hier immer mehr Armut schafft, wird es den auch bald geben! Zumindest den Bürgerkrieg.

    So, nun lasst euch alle weiter ausbeuten. Die Renter wäre sicher. Ich glaube Norbert Blüm! Diese ganze bewusste Armut in alter ist POLITISCH GEWOLLT und gehört mit zu diesem Ausbeutungssystem in einer Hierarchie!!

    Norbert Blüm in einem neuen Interview zur Rente kann man hier sehen.

    http://www.youtube.com/watch?v=szOg5CRjReA

    Lasst euch alle weiter verarschen von der verkommenen Elite, die für mich nur noch Psychopathen sind. Menschen handeln anders!!

  • Mit dem Zoo liegen Sie gar nicht so falsch.

    Es wird bald keine Berater mehr geben. Schlechte Bezahlung (mit dem Risiko über 5 Jahre, diese auch noch zurückzahlen zu müssen), grottenschlechtes Image, überbordende Bürokratie, unüberschaubares Haftungspotenzial.

    Eine kleine Gruppe Honnorarberater wird durchkommen, aber weil der Deutsche von Natur aus geizig ist, werden auch davon nur wenige dauerhaft existieren können.

  • Der von Ihnen bevorzugte 'Wohn-Riester' ist aber leider fast nur in Form von vorfinanzierten Bausparlösungen vertreten. Und dabei handelt es sich, insbesondere in Verbindung mit der Riester-Förderung, um ein hochkomplexes Modell, was nur mit einem Zahlungsstrommodell mathematisch korrekt nachgerechnet werden kann. Der in einem Bauspar-Vorausdarlehensmodell ausgewiesene effektive Jahreszins ist nämlich eine Farce, weil der Zinsmargenverlust in der Ansparphase nach PAngV nicht ausgewiesen muss.

    Soviel zum Thema Transparenz.

    Hauptsache ich sehe als Verbraucher, was der Vertreter verdient (und nicht einmal das korrekt, weil oft die ausgewiesenen Vetriebskosten gar nicht 1:1 beim Berater ankommen). So ein Schwachsinn!! Wo sehe ich die Handelsmarge des Discounters - nirgendwo! Dabei ist auch diese handelsmarge ein Kostennachteil für mich als Verbraucher.

    Was wirklich an GESAMTKOSTEN in meinem Produkt drinsteckt, da versagt der Verbraucherschutz seit Jahren zum Schaden der Verbraucher.

    Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Der Wohnriester ist die beste Form der Riester-Vorsorge. Aber es soll Menschen geben, die, aus welchen Gründen auch immer, kein Wohneigentum möchten oder sich bereits in einer ungeförderten Finanzierung befinden, die, zumindest bisher, nicht mehr nachträglich 'geriestert' werden kann.

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