Neues Gesetz
Lifting für die Riester-Rente

Was neu eingebaut wird

Absicherung gegen Erwerbsminderung/Berufsunfähigkeit

Hier soll es zwei Änderungen geben: Zum einen eine stärker geförderter Erwerbsminderungsschutz bei Riester-Verträgen und zum anderen eine stärkere Förderung eigenständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen.

1. Bislang konnten Riester-Sparer maximal 15 Prozent ihres Beitrags in eine Vertragskomponente für den Erwerbsminderungsschutz stecken. Damit schützen sie sich für den Fall, dass sie wegen einer physischen oder psychischen Erkrankung nicht oder nur eingeschränkt berufstätig sein können. Dieser Schutz soll ausgebaut werden, im Gespräch ist, dass 20 Prozent des Beitrags für einen solchen Schutz genutzt werden dürfen.

Bewertung: Generell raten Verbraucherschützer dazu, reine Altersvorsorge (wie mit einer Rentenversicherung) von der Risikovorsorge (wie der Schutz vor Erwerbungsminderung) zu trennen. Sonst kann der Betroffene im Fall eines finanziellen Engpasses nicht die Altersvorsorgezahlungen reduzieren, ohne den Risikoschutz zu gefährden. Ein integrierter Schutz vor Erwerbsminderung bei der Riester-Rente (egal in welcher Höhe) hilft daher kaum und wird bei dieser Beitragshöhe auch kaum zu einer nennenswerten Erwerbsminderungsrente führen.

2. Künftig sollen im Rahmen der Höchstgrenzen einer Basisrente auch eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU-Versicherungen) steuerlich gefördert werden. Solche BU-Policen bieten einen umfassenderen Schutz als Erwerbsminderungspolicen. Dabei ist die Förderung an bestimmte Kriterien gebunden, die der Vertrag vorsehen soll - so zum Beispiel die Zahlung einer lebenslangen Rente.

Bewertung: Diese Förderung ist für Versicherte eine Verbesserung. Schnell werden die Beiträge für eine BU-Police recht hoch, so dass die stärkere steuerliche Förderung helfen kann.

Kommentare zu "Lifting für die Riester-Rente"

Alle Kommentare
  • Wir brauchen keine stärkere Förderung der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern endlich mal ein Durchgreifen des Aufsichtsamtes bei der Überprüfung der völlig überzogenen Annahmepolitik!!!

    Heute kommt praktisch kein Kunde mehr ab 35 Jahren in eine BU ohne verhängnisvolle Ausschlussklausel, wenn sie/er die Gesundheitsfragen WIRKLICH EHRLICH beantwortet und auch Kleinigkeiten angibt.

    Der Verbraucherschutz soll sich um die wirklich wichtigen Fakten kümmern und sich nicht ständig aufplustern, wenn ein Berater für seine Beratungsleistung entlohnt wird.

    Es sind keineswegs nur Betrüger in der Finanzberatungsbranche unterwegs, um das mal klarzustellen.

  • Wir Steuerzahler fragen uns immer noch, warum Länder wie Norwegen und Schweden die Kapitaldeckung per Staatsfonds organisieren. Ein Großteil der Riesterkosten landet doch in den Verwaltungs- und Vertriebskosten der privaten Versicherer.

    Spannend ist auch die Frage, warum Altersvorsorgebeiträge zur Rentenversicherung nur anteilig als Sonderausgaben zählen, die Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge sowie die Riesterzahlungen jedoch in voller Höhe.

    Und wir fragen uns schließlich, ob denn die Experten Rürup, Raffelhüschen, Miegel, Riester alle mit ihrem Privatvermögen und ihren Pensionen haftbar sind, wenn sich Deckungsstöcke im Zuge von Inflation, asset meltdowns, Währungskrisen oder Insolvenzen in Luft auflösen.

  • @Kommissar: Sie haben natürlich recht, es gibt gute und schlechte. Aber in meinem Riester Verkaufs (!) Gespräch (eines führenden Maklers) wurden die Provisionen definitiv unrichtig dargestellt (leider war damals kein Geprächsprotokoll pflicht), daher hätte ich bei korrekter Darstellung den Vertrag nicht abgeschlossen. Und wie mir geht es vielen. Zudem weigert sich der Riester-Anbieter, ein Marktführer in diesem Bereich, mich in kostengünstige Fonds umschichten zu lassen - daher ist auch hinsichtlich der Kundenfreundlichkeit oder Kundenbindung "Ebbe" angesagt. Zudem sollte man gut überlegen, ob man sein Geld in eine indirekte Staatsverwaltung gibt, denn der R-Vertrag ist attraktiv aufgrund steuerlicher Umstände (und selten "vor Steuern"). Wenn daher eine Regierung in 20 Jahren auf die Idee kommt "wir machen alles wieder anders" und man auf das Geld angewiesen ist, dann kann das ganze schnell nach hinten los gehen. Sollten Enteignungsexperten wie die Linke oder die SPD dann zufällig an der Macht sein, so wird die Rente evtl. einfach faktisch beschlagnahmt (das geht natürlich über "Umwege" heisst dann Solidarbeitrag, ist als Steuer getarnt oder ähnlich), wenn man ggf. noch anderes Vermögen aufgebaut hat, dann ist die Rente "weg". Denn das Problem der Alterspyramide ist ungelöst und "wer hat", der muss bezahlen..... (wer sonst?)

  • Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz? Ich warte auf das neue
    Altersvorsorge-Zusatz-Verbesserungsgesetz in der Fassung des Artikel 5 AVD Ziffer 5 des Bürgerbescheunigungs- gesetzes zur Stimulierung des Vertriebes. Es gibt dann keine Provisionen mehr und der Vertrieb hat pro Abschluss
    an den Vorsorgesparer 2000 € zu zahlen.Zu einer Nachzahlung wird er verpflichtet, wenn der Kunde innerhalb von 12 Jahren kündigt.Die Bedingungen werden den Garantien angepast und alle 2 Jahre auch für Altverträge geändert. Steht sich der Kunde schlechter, haftet dafür der Vertreter.Da es aber dann nur noch einen gibt- ausgestellt im Zoo in München- usw. Helau usw.

  • @aufgepasst5

    Sie haben Recht, allerdings trifft die drohende Enteignung ja praktisch jeden Vermögenswert, der erfassbar ist (also nicht im Garten vergraben...).

    Was diese Provisionsdebatte angeht:

    Für den Verbraucher ist doch alleine eins wichtig:
    Wieviel Euros aus meiner eigenen Sparleistung kommen letztendlich dem Sparvorgang effektiv zu Gute?

    Nehmen wir an, wir haben 2 Versicherer:

    Der eine vertreibt seine Produkte über Vermittler und zahlt für einen Riester-Sparvertrag beispielsweise 500 € Provision. Dafür verzichtet er weitgehend auf Werbung, teure Agenturnetze und einen Beraterstab im Innendienst.

    Der andere positioniert sich als Direktversicherer und vertreibt seine Produkte ohne zwischengeschaltete Vermittler. Er spart zwar 500 €, muss aber dafür seinen Vertrieb durch teure TV-Werbesports, aufwendige Online-Präsentationen und Apps sowie Werbeanzeigen ankurbeln.

    Welcher Vertriebsweg nun günstiger ist, kann nicht pauschal beurteilt werden.

    Fakt aber ist doch:

    Für den Verbraucher ist doch alleine wichtig, ob von seinen 100 Euro Sparleistung 90 Euro, 95 Euro oder 98 Euro seiner Altersversorgung zu Gute kommen!

    Sowas wird auch 'Reduction-In-Yield ('RIY') bezeichnet und diese Methode alleine hilft dem Verbraucher wirklich.

    Solange der Verbraucherschutz als ideologische Neiddebatte geführt wird, kommt am Ende nur nutzlose Bürokratie raus, die keinem Verbraucher wirklich hilft.

  • Genau aus dem Grund ist Wohn-Riester die "einzig gescheite" Lösung. Zum ersten sind die Kosten sehr gering und transparent (beim Ansparen die Abschlussgebühr für einen BSV) oder fallen quasi gar nicht an (bei einem Baudarlehen mit Riester-Förderung).

    Fonds sind so eine Sache... läuft der Kapitalmarkt gut, gibt's ordentliche Renditen. Aber im Moment? Inflation 2,5%, DAX fast 8000 (wer hoch steigt, fällt tief...) Umlaufrendite 1,3%...?? Ich weiß nicht!

    ...und Versicherungen sind eh tot! Da füttere ich nur die Versicherungsvertreter! Rendite knapp über Inflation, wahnsinnige Gebühren (hab schon von 9%(!!) auf jede Einzahlung gelesen) - KÄSE!

    Die eigene Immobilie ist attraktiver! Jetzt schon wohnen (wer weiß, was Morgen ist...), Wertsteigerungen des Objekts deutlich über Inflation (in Großstädten sogar 2stellige prozentuale Steigerungen...) zzgl. Zinsvorteil beim schnelleren Entschulden...!

    Und: Was ich habe, habe ich erst mal! Klingt blöde, is aber so! Ob der Staat mir mit 67 dann noch was wegnehmen will (irgendwelche "Steuern"), juckt mich jetzt erst mal nicht... - schließlich kann ich die Wohnung später auch verkaufen und mein Altenteil in Spanien genießen....!

    Übrigens: "Zaudern" kann man immer... - dann sollte man auch z. B. keine Auto fahren - wer weiß, ob der Liter Benzin Morgen nicht 5,- EUR kostet???

  • was geraucht??

  • @kommissar: Ja, aber... : zum einen sind Geld oder Aktien fungibel: man kann damit auch ins Ausland ziehen, wenn einem danach ist. Selbst bei Immobilien kann man "Kasse machen". Das wird beim R-Vertrag schwierig: selbst wenn es einen Zweitmarkt gäbe, würden die Preise sicherlich sehr niedrig sein, da eine gesetzliche Regelung hier eingepreist würde. Das gilt zwar auch für inl. Immobilien, da spielen aber andere Faktoren auch eine Rolle - da wird für einen Markt mehr Liquidität vorhanden sein.
    Was die Provision angeht: mit einer angemessenen Provisionierung bin ich einverstanden, jeder soll von seinem Beruf (gut) leben können. Mit 2 Jahresbeiträgen (!) fast vollständig vorweg (!) als Provisionssatz plus (!) laufende überhöhte Kosten (selbst für Einzug des Beitrages wird Geld verlangt), die mir nicht sauber offen gelegt wurden, bin ich allerdings NICHT einverstanden. Das Geld ist mit 4% Provisionssatz viel zu leicht verdient und diese Kosten sind Renditekiller. Und mit solchen Regelungen werde ich auch nie einverstanden sein. Angemessen wäre: Im Grundsatz: Honorarberatung. Punkt. D.h. keine Provision oder Durchreichnung an den Kunden. Aber das dauert noch 5-10 Jahre, bis sich das durchsetzt. Also derzeit Provision: 1,5% max. (dezeit sind das tendenziell 4!) auf den Vertrags-Gesamtwert, davon 0,5% bei Abschluss und 1,0% auf 10 Jahre gleichmäßig verteilt wären mE angemessen für die Dienstleistung. Vertragswechsel kann man regeln (und dies sollte auch zu einem Verlust der Provision bei dem Erstverkäufer führen, denn nur wer unzufrieden ist, wechselt).

  • Der von Ihnen bevorzugte 'Wohn-Riester' ist aber leider fast nur in Form von vorfinanzierten Bausparlösungen vertreten. Und dabei handelt es sich, insbesondere in Verbindung mit der Riester-Förderung, um ein hochkomplexes Modell, was nur mit einem Zahlungsstrommodell mathematisch korrekt nachgerechnet werden kann. Der in einem Bauspar-Vorausdarlehensmodell ausgewiesene effektive Jahreszins ist nämlich eine Farce, weil der Zinsmargenverlust in der Ansparphase nach PAngV nicht ausgewiesen muss.

    Soviel zum Thema Transparenz.

    Hauptsache ich sehe als Verbraucher, was der Vertreter verdient (und nicht einmal das korrekt, weil oft die ausgewiesenen Vetriebskosten gar nicht 1:1 beim Berater ankommen). So ein Schwachsinn!! Wo sehe ich die Handelsmarge des Discounters - nirgendwo! Dabei ist auch diese handelsmarge ein Kostennachteil für mich als Verbraucher.

    Was wirklich an GESAMTKOSTEN in meinem Produkt drinsteckt, da versagt der Verbraucherschutz seit Jahren zum Schaden der Verbraucher.

    Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Der Wohnriester ist die beste Form der Riester-Vorsorge. Aber es soll Menschen geben, die, aus welchen Gründen auch immer, kein Wohneigentum möchten oder sich bereits in einer ungeförderten Finanzierung befinden, die, zumindest bisher, nicht mehr nachträglich 'geriestert' werden kann.

  • Mit dem Zoo liegen Sie gar nicht so falsch.

    Es wird bald keine Berater mehr geben. Schlechte Bezahlung (mit dem Risiko über 5 Jahre, diese auch noch zurückzahlen zu müssen), grottenschlechtes Image, überbordende Bürokratie, unüberschaubares Haftungspotenzial.

    Eine kleine Gruppe Honnorarberater wird durchkommen, aber weil der Deutsche von Natur aus geizig ist, werden auch davon nur wenige dauerhaft existieren können.

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