Neues Gesetz: Wie die Rürup-Rente verändert wird

Neues GesetzLifting für die Riester-Rente

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Wie die Rürup-Rente verändert wird

Im Ruhestand können die Eigenheimbesitzer die Steuerschuld dann in Raten oder auf einen Schlag begleichen (dann sogar mit 30 Prozent Rabatt). Auch hier ist eine Neuerung geplant: Bisher mussten sich Wohn-Riester-Kunden zu Ruhestandbeginn für Raten- oder Einmalzahlung der Steuer entscheiden.

Künftig können sie mit einer Ratenzahlung beginnen und später die Restschuld auf einen Schlag tilgen. Das gibt mehr Flexibilität und macht Wohn-Riester lukrativer, denn wenn es finanziell drin ist, rechnet sich die Einmalzahlung auf jeden Fall.

Bewertung: Wohn-Riester wird noch attraktiver und sollte bei einer Baufinanzierung auf jeden Fall in Betracht gezogen werden. Aufgrund der komplexen Regeln sollten sich Kunden zwar gut beraten lassen, aber keinesfalls von der Aufnahme eines Wohn-Riester-Kredits pauschal abbringen lassen.

Rürup-Rente

Viele Berater kennen sich nur bruchstückhaft aus und wollen die Wohn-Riester-Variante gar nicht erst durchrechnen. Leider stoßen gerade die Besserungen beim Wohn-Riester bei SPD, Grünen und der Linken auf Vorbehalte.

Selbstständige, die keinen Anspruch auf Riester-Förderung haben, können mehr Geld in eine Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) stecken. Statt 20.000 Euro pro Jahr sollen künftig maximal 24.000 Euro steuerlich zu 76 Prozent berücksichtigt werden. Die neue Förderhöchstgrenze gilt bei Arbeitnehmern auch für Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Auch für die Rürup-Rente soll es Beipackzettel für mehr Kostentransparenz geben.

Bewertung: Private Altersvorsorge ist für Selbstständige ein wichtiges Thema, doch die Rürup-Rente hat hier auch in Zukunft ihre Haken. So muss der Vertrag zwingend später eine lebenslange Rentenzahlung vorsehen. Anders als bei der Riester-Rente können sich Kunden nicht für eine Einmalauszahlung entscheiden. Selbst bei Vertragskündigung kommen sie nicht sofort ans eingezahlte Geld, sondern erhalten daraus später die Rente. So sollten Rürup-Kunden den Abschluss besonders gut bedenken.

Kommentare zu " Neues Gesetz: Lifting für die Riester-Rente"

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  • Es gibt und gab nur einen Grund für die teilweise steuerliche Anrechnung. Sie hätte steuerliche Mehreinnahmen verhindert, die man ja gerade durch Kürzung der Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung und Besteuerung der klassischen Lebensversicherung erzielen wollte.
    Dem deutschen Michel muss man nur ein paar Beispiele von Profit Wohlhabender unter die Nase halten und schon lässt er sich ausnehmen wie eine Weihnachtsganz.
    Und praktischerweise kann man denen auch noch dafür die Schuld geben.
    Wir verlieren unseren Wohlstand langsam aber sicher aus purer Dummheit. Es reicht ein Sozialneid zu schüren um als sozial zu gelten.

    H.

  • Die Stiftung Warentest hat keine Ahnung von Finanzprodukten. Sie kann gerade mal Preise vergleichen. das reicht bei so komplexen Produkten aber eben nicht.
    anders als bei physischen Produkten ist hier mit Hochschulwissen nichts zu erreichen.
    Das begreifen die aber nicht.

    H.

  • In diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen. die Komplexität des Themas geht allein auf das Konto der Politik. die Finanzwirtschaft ist hier genauso Opfer Schröder´scher Geldeintreibepolitik wie die Verbraucher.
    Freilich können und müssen die Unternehmen die Nachteile an ihre Kunden weitergeben. Das können sie, weil sie am längeren Hebel sitzen und das müssen sie, weil sie sich nicht leisten können Verlust zu machen.
    Der Staat kann das Rad allerdings nicht mehr zurückdrehen. die Schröder´sche Politik hat uns mehr Anspruchsteller beschert, die ohne Abschöpfungen bei der Altervorsorge nicht mehr finanzierbar wären.
    Wer streicht, macht sich unbeliebt und verliert Wahlen.

    Aber gerade Rürup und Riester sind politische Produkte die von Anfang an zu teuer und zu bürokratisch waren. Deshalb wurden sie auch von der Finanzwirtschaft abgelehnt und blieben zunächst Ladenhüter.
    Als aber das Neugeschäft der Versicherer einbrach weil die höhere Besteuerung der Lebensversicherung diese unattraktiv machte und der Staat Provisionsanreize schuf, blieb der Finanzwirtschaft kaum eine andere Wahl als das politische Gewollte an den mann zu bringen.

    Ich selbst habe seit den Schröderschen Reformen kaum noch Lebensversicvherungen verkauft. Mittlerweile bin ich ganz aus dem markt ausgestiegen, weil die Wahl nur lautet: entweder diesen Dreck anzubieten und dazu gut Wetter beim Kunden zu machen oder gar kein Geschäft.
    Letzteres können sich weder Vertrieb noch Unternehmen leisten.

    Beschweren sie sich also bei den Richtigen, den moralisierenden Abzockern von Links, die uns den mist eingebrockt haben.

    H.

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