Nicht die Vorsorge fürs Alter steht an erster Stelle, sondern die Existenzsicherung
Unterschätztes Risiko Berufsunfähigkeit

Welche Versicherung muss ich unbedingt abschließen, welche kann ich auf die lange Bank schieben, welche getrost für immer vergessen?

HB KARLSRUHE. In Deutschland, dem Land der Risikobewussten, ist die Verunsicherung in etwa so groß wie das Sicherheitsbedürfnis. Doch auch wenn sie derzeit wie wild beworben wird: die Kapitallebensversicherung gehört bei weitem nicht zu jenen Policen, die jeder Deutschen unbedingt haben muss. Ganz oben auf der Liste stehen ganz andere: die Haftpflicht- und die Berufsunfähigkeitsversicherungen.

„Diese beiden sind elementare und zentrale Versicherungen jedes durchschnittlichen Haushalts“, betont Carel Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). „Denn mangelnde Vorsorge kann hier zu existenzvernichtenden Schäden führen.“ Dennoch haben ein Drittel aller Haushalte keine Haftpflichtversicherung und sogar zwei Drittel keinen Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Auf der anderen Seiten leisten sich viele unsinnigen Luxus: etwa eine Handy-, Brillen- oder Glasversicherung.

Thema Haftpflichtversicherung: Die ist bei weitem nicht so simpel, wie viele sich das vorstellen. Wie überall gilt auch hier: Nicht nach „Schema F“ vorgehen, sondern sein individuelles Risiko absichern. „Es bestehen teilweise absurde Deckungslücken. Man sollte sich daher unabhängig beraten lassen. Denn Vermittler haben nicht viel Zeit für die Haftpflichtversicherung. Sie bringt einfach zu wenig Provision“, rät Mohn deshalb. Wer beispielsweise ein Eigenheim besitzt, sollte darauf achten, dass auch Schäden Dritter beim An,- Um- oder Neubau gedeckt sind. Auch angeblich so seltene Naturkatastrophen wie Hochwasser nehmen die Versicherer gerne aus. Obwohl mehr Haushalte eine Hausratversicherung als eine Haftpflicht haben, ist erstere nicht so wichtig, auch wenn der Ersatz von Haushaltsgegenständen durchaus ins Geld gehen kann.

Nach der Haftpflicht kommt sofort die finanzielle Absicherung der Arbeitskraft. Mangelnder Schutz wirkt sich hier genau so schnell existenzbedrohlich aus. Der Grund ist eine Gesetzesänderung von 2001, mit welcher der staatliche Erwerbsunfähigkeitsschutz der unter 40-jährigen massiv eingefroren wurde.

Jeder mit Arbeitskraft braucht daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), nicht nur Selbstständige, sondern auch Arbeitnehmer, im Haushalt Tätige und sogar Studenten oder Auszubildende. Je jünger man einsteigt, desto besser, da sich die Beiträge nach Alter, Beruf und Gesundheit richten. Insgesamt ist eine BU nicht so teuer, wie allgemein angenommen wird. Wichtig ist, die Versicherungssumme so hoch anzusetzen, dass der Lebensstandard einigermaßen gehalten werden kann. Mindestens 1 000 Euro sollten es schon sein.

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