Niedrige Zinsen Experte sieht Betriebsrenten in Gefahr

Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen warnt vor Schwierigkeiten der Pensionskassen wegen des niedrigen Zinsniveaus. Die Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge stünden vor ernsten Schwierigkeiten.
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Bernd Raffelhüschen ist Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Freiburg. Quelle: picture-alliance/ ZB

Bernd Raffelhüschen ist Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Freiburg.

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FrankfurtDie 17 Millionen Betriebsrenten der deutschen Beschäftigten sind nach Aussage des Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen durch das geringe Zinsniveau bedroht. "Die niedrigen Zinsen stellen viele Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge vor ernste Schwierigkeiten", sagte Raffelhüschen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er bemängelte, dass ein neues Regelwerk der EU Pensionskassen zu noch mehr Investitionen in wenig verzinste Staatsanleihen zwingen soll.

Die Rendite der Anlagen deutscher Pensionskassen droht dem Bericht zufolge in den kommenden fünf Jahren bis in die Nähe der Teuerungsrate zu sinken. Nach Überlegungen der EU-Kommission sollen Pensionskassen und Direktversicherer Anlagen in Aktien künftig mit zusätzlichen Eigenkapital hinterlegen. "Auf diese Weise zwingt der Staat Großanleger regelrecht dazu, weiter Staatsanleihen zu kaufen", kaufen bemängelte Raffelhüschen. Dies werde die Nachfrage nach den Anleihen künstlich steigern und deren Renditen weiter drücken.

Die Renditen der Anleihen starker Eurostaaten liegen derzeit ohnehin meist unter der Inflationsrate. Einzelne Anleihen wurden zuletzt sogar mit negativer Rendite ausgegeben. Angesichts dieses Zinstiefs müssen sich die 17 Millionen Arbeitnehmer, die in Betriebsrenten einzahlen, Raffelhüschen zufolge auf geringere Erträge aus ihrer Rente einstellen. Der Zuwachs des in Betriebsrenten angesparten Kapital, der derzeit noch bei vier Prozent pro Jahr liegt, wird dem Bericht zufolge, in den kommenden fünf Jahren um mehr als ein Drittel sinken.

Für Firmen, die ihren Beschäftigten in der Vergangenheit eine hohe feste Verzinsung von Betriebsrenten zugesagt haben, kann die Pensionskasse nun zum Verlustgeschäft werden. Gegen die Insolvenz des Unternehmens sind die Renten nur zum Teil geschützt. Über Sicherungssystem wie den Pensionssicherungsverein sind den Angaben zufolge nur die vom Arbeitnehmer eingezahlten Beiträge, nicht aber deren Verzinsung abgesichert.

  • dapd
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10 Kommentare zu "Niedrige Zinsen: Experte sieht Betriebsrenten in Gefahr"

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  • Der hat Nerven! Laut Eigenwerbung war er einer der Wegbereiter der rot-grünen Rentenreform, mittels derer die umlagefinanzierte Rente weiter geplündert und kapitalgedeckte Produkte (Riester, Rürup, BAV) staatlich subventioniert wurden. Dass das irgendwann zu Anlagenotstand mit sinkenden Zinsen führen würde, war auch ohne Eurokrise klar. Das Ziel dieser Rentenreform war es, die Belastung der Arbeitgeber zu senken (die bösen Lohnnebenkosten) und gleichzeitig neues Provisionsgeschäft für Banken und Versicherungen zu schaffen.

  • Wie steht eigentlich die Bundesregierung dazu?

    So agieren Räuber und Tagediebe und die Bundesregierung klatscht Beifall. Soviel zum Eid unserer Politiker: "Das Wohl des deutschen Volkes mehren" ...

    Nicht nur ESM und Fiskalpakt wurden gegen das eigene Volk vom Bundestag beschlossen und damit Kinder und Kindeskinder an den Rand des Ruins gebracht, nein auch die Altersvorsorge hat sie geplündert.

    Wo will eine Bundesregierung überhaupt noch eine legitime Vertretungsberechtigung herleiten?

  • @ Joker1
    Ich teile Ihre Meinung. Jedoch dürfte der Wunsch der Vater des Gedanken sein.
    In wieviel Versicherungsaufsichtsräten ist Herr Bernd Raffelhüschen vertreten?
    Wie heißt denn noch die private Renten-(Altersversicherung)
    bei der Herr Raffelhüschen eine Beratervertrag hat, aber auf Vorstandsebene?
    .......sollte nict mit Steinen werfen.

  • Zur Sicherung der Renten, müssen die Pensionszusagen an
    die Polit- und Beamtenkasten ins Boot geholt werden; will
    sagen, die Pensionen werden um mind. 35 % gekürzt zumindest
    ab einer noch zu findenden Größenordnung. Insbesondere
    die Pensionen der Politiker und Staatsekrektäre müssen
    um 50% runter und zusätzlich privat mit abgesichert werden,
    bzw. privat in die allgemeine Rentekasse einbezahlt.
    Keine Spielchen, das muss kommen!

  • Und wieder ein Stück finanzieller Repression aus Brüssel: Sanfter Zwang in Staatsanleihen zu gehen.

    Richtig lustig wird's, wenn die Inflation erst mal richtig ansteigt und dann den Leuten klar wird, dass ihre Betriebsrenten lediglich nominale Zusagen sind.

  • Daß Renten aus Pensionskassen voll sozialversicherungspflichtig (ca. 18 %)sind, sogar dann, wenn sie privat angespart,macht deutlich, daß andere Formen der Altersvorsorge besser sind.

  • "Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen warnt vor Schwierigkeiten der Pensionskassen wegen des niedrigen Zinsniveaus. Die Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge stünden vor ernsten Schwierigkeiten. "

    Wer 1 + 1 addieren konnte, wusste die Weisheit schon lange. Aber - wie immer - es ist ja gut, dass ein Wissenschaftler das einmal sagt. Sonst hätte es ja niemand geglaubt.

    Denken wir daran, die kommende Altersarmut hat kongrete Namen (Merkel, Schäuble, Draghi, Gabriel, Rösler, die CDU, die SPD, die FDP).

  • Zu ergänzen wäre, dass eigentlich jede/r, der auf diese "Rentenideologie" ab dem Jahre 1960 durch seine Arbeitsinvestition gesetzt hat, selbst Schuld ist. Historisch erst kurz zurückliegend hat man doch gesehen, dass vom Proletariat gesammelte Beitragszeiten in die Finanzierung der Rüstung im 3. Reich investiert wurden statt an das kaputte, rentenreife Arbeiterheer ausbezahlt zu zu werden. Aber, ach ja: "die Rente ist sicher!"

  • Sorry liebe HBler, aber um die Gefahr für unseren Wohlstand und Erspartes zu erkennen, muss man kein Experte sein.

  • Danke Europa. Erst unsere Steuermilliarden, dann unsere Sparvermögen, jetzt unsere Betriebsrenten. Was bleibt dann noch übrig? Deutschland und seine gemeinen Bürger sind verarmt, der Widerstand gegen europäischen Einheitsbürger ohne Rechte und mit noch mehr Pflichten, Steuern und Abgaben steht nichts mehr im Weg. Auf zur neuen Weltordnung, die für die Verantwortlichen in den Zirkeln nur ein Spiel darstellt.

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