Ohne eisernes Sparen drohen im Ruhestand schmerzliche Einbußen – Die private Altersvorsorge will gut geplant sein
Zur sicheren Rente, bitte!

Bei den Lebensversicherern herrscht Schlussverkaufsstimmung. Selten hat die Branche so aggressiv wie jetzt geworben, noch schnell einen Vertrag abzuschließen. Denn ab 1. Januar verliert das hier zu Lande am meisten verkaufte Altersvorsorgeprodukt weitgehend seine Steuerprivilegien.Das ist nur eine von vielen Neuerungen, die das Alterseinkünftegesetz bringt. Experten empfehlen, sich nicht blenden zu lassen und nicht vorschnell eine langfristige Verpflichtung einzugehen.

HB DÜSSELDORF. Mit Fördermodellen wie der Riesterrente oder der betrieblichen Altersvorsorge gebe es wesentlich günstigere Alternativen des Sparens für den Ruhestand als die klassische Lebensversicherung. Sie raten, noch 2004 systematisch die steuerlich attraktivsten Formen der Altersvorsorge zu prüfen – und sich keinesfalls von komplizierten Konstruktionen etwa der Riester-Rente schrecken zu lassen, wenn die Förderung stimmt.

Und sie empfehlen, alles zu tun, was möglich ist: „Schon im Jahr 2030 wird der typische Rentner mit der staatlichen Rente nicht mehr 70 Prozent seines früheren Nettogehalts haben, sondern nur noch die Hälfte“, sagt Bernd Katzenstein vom Institut für Altersvorsorge in Köln. Ein heute 48-jähriger beschäftigter Single mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 58 000 Euro müsste im Monat 660 Euro sparen, wenn er die Rentenlücke schließen und im Alter 70 Prozent seines letzten Nettogehalts erreichen wolle, hat sein Institut errechnet.

Weil die gesetzliche Rente immer weniger zur Sicherung des Lebensstandards ausreicht, belohnt der Staat Eigeninitiative. Beiträge zur privaten Vorsorge werden künftig deutlich stärker gefördert als bisher. Bei Renteneintritt langt der Staat dafür kräftiger zu. Staatliche und private Renten werden deutlich stärker besteuert als bisher. Der Fachausdruck: Nachgelagerte Besteuerung.

Da heißt es jetzt, noch rasch die nach alten Regeln günstigsten Vorsorgeprodukte mitzunehmen. Priorität habe dabei die betriebliche Direktversicherung, meinen Experten nahezu einhellig. Über den Arbeitgeber zahlt der Arbeitnehmer Beiträge bis maximal 1752 Euro ein; sie werden nur zu 20 Prozent versteuert. Bei Auszahlung sind die Einkünfte steuerfrei. Spart ein Anleger die Höchstsumme, dann würde bei einer prognostizierten Verzinsung von 5,25 Prozent die Ablaufleistung nach 20 Jahren 54 000 Euro betragen, hat das VZ-Vermögenszentrum in München errechnet (siehe Interview). Ein höhere Summe, als wenn der Anleger die gleichen Beiträge zum gleichen Zins auf eigene Faust anlegt (49 000 Euro) oder wenn sie in eine Kapitallebensversicherung fließen (41 400 Euro). Bei der Direktversicherung schlägt neben der günstigen Steuer auch zu Buche, dass die Anbieter weniger Kosten von den Beiträgen abziehen als bei einer Kapitallebenspolice: durchschnittlich 14 Prozent statt 17 Prozent.

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