Patienten versprechen sich bessere Behandlung
Privatpatient ist nicht gleich Privatpatient

Das Gesundheitssystem befindet sich im Reformstress. So wird derzeit über eine Bürgerversicherung diskutiert. Die private Krankenversicherung würde dann nur noch Höchstverdienern offen stehen.

HB DÜSSELDORF. Wer schnell noch in die private Krankenversicherung wechseln möchte, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Grundsätzlich sind Selbstständige und Beamte privat versichert. Offen stehen die 50 privaten Gesellschaften zudem Angestellten, die jährlich mehr als 45 900 Euro brutto verdienen. Ab dem nächsten Jahr steigt die Grenze auf 46 350 Euro. Wer weniger verdient muss in einer Kasse bleiben.

Der Wechsel in eine private Krankenversicherung ist eine Entscheidung fürs Leben. Denn wegen der Beitragsstruktur können Versicherte mit steigendem Alter nicht mehr ohne finanzielle Einbußen von einer Privatversicherung in eine andere wechseln. Dies liegt daran, dass sie ihre angesparten Alterungsrückstellungen nicht zu einem anderen Anbieter mitnehmen können. Ist der Versicherte chronisch erkrankt, muss er hohe Risikozuschläge bei einem neuen Anbieter zahlen, wenn er überhaupt noch akzeptiert wird. Derzeit wird allerdings in Politik und Versicherungswirtschaft über die Mitnahme von Alterungsrückstellungen diskutiert. Kommt es dazu, würde sich der Wettbewerb zwischen den privaten Anbietern verstärken. Derzeit liegt die Gesamtwechselquote in der privaten Krankenversicherung gerade einmal bei 3,4 Prozent.

Die Versicherten zahlen in der privaten Krankenversicherung einen Beitrag unabhängig von der Höhe ihres Einkommens. Die Assekuranz kalkuliert das individuelle Risiko. Dabei spielen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gesundheits- und Leistungsspektrum eine Rolle. So zahlen Gesunde weniger als Kranke, Junge weniger als Alte und Männer weniger als Frauen. Eine Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es nicht. Jedes Kind zahlt extra. Die Entscheidung über einen Wechsel in eine private Krankenversicherung hängt damit vor allem von den persönlichen Lebensumständen ab wie dem Kinderwunsch. Maßgeblich wirkt sich auch der Leistungskatalog auf die Prämie aus. Es gibt die ganze Palette von teuren Vollkasko- bis hin zu Spartarifen. Privatpatient ist also nicht gleich Privatpatient.

Einige Tarife sichern nicht mehr ab, als AOK, Barmer & Co - wie der Standardtarif für Ältere oder Billigtarife für Jüngere. Solche Tarife können beim Arzt schnell zu Missverständnissen führen und endlose Debatten über Honorarsätze auslösen. Zudem ist ja ein umfangreicher Leistungskatalog gerade der Vorteil privater Absicherung gegenüber den Kassen. Zumal die Leistungspalette für die Zukunft vertraglich garantiert ist. Anders als in den Kassen, deren Leistungen vom Gesetzgeber jederzeit beschnitten werden können.

Privat Versicherte können die Beitragshöhe durch Selbstbehalte beeinflussen. Wer selbst Kosten übernimmt, erhält einen Beitragsnachlass durch seinen Versicherer. Doch Vorsicht: Angestellte fahren bisweilen ohne einen Selbstbehalt besser. Denn ihr Arbeitgeber zahlt die Hälfe der Versicherungsprämie, aber nicht die Hälfe der Eigenbeteiligung.

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