PKV gegen GKV
Der Lockruf der Krankenkassen wirkt

Die Private Krankenversicherung ist keine Lebensentscheidung. Seit 1998 gingen mehr als zwei Millionen Kunden zurück ins gesetzliche System. Kritiker sprechen von Geldverschwendung, die PKV sieht dennoch Erfolge.
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DüsseldorfDie private Krankenversicherung (PKV) kämpft verzweifelt um neue Kunden. Um hohe Abgänge auszugleichen, steckt die kleine Branche immer mehr Geld in die Anwerbung von Angestellten und Selbstständigen. Trotzdem gingen im vergangenen Jahr erstmals mehr Privatpatienten zurück zu den Krankenkassen als umgekehrt neue angelockt wurden. Die Folge: Die Kosten für einen neuen Kunden schossen hoch – auf einen Rekordwert. 

„Die Abschlusskosten der Privatversicherer sind abstrus und bis zu etwa hundert Mal höher als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das ist reine Geldverschwendung“, kritisiert dementsprechend der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas. Darunter leiden die neuen Kunden: Sie bezahlen die hohen Anwerbekosten - mit ihren ersten Beiträgen.

Solche Trends in der Branche werden erst richtig deutlich, wenn man die Wanderungsbewegungen zwischen PKV und GKV sowie die jeweils neuen Vertragsabschlüsse langfristig betrachtet. Das fällt in den Rechenschaftsberichten der PKV-Branche unter den Tisch.

Ein Beispiel für die Wanderungsbewegungen ist der Zugang neuer Kunden. In den vergangenen 15 Jahren zeigt sich hier ein deutlicher Abwärtstrend. Das ist eine Entwicklung, die im deutlichen Kontrast zu den sonst üblichen Erfolgsmeldungen der Branche steht. Was wichtig für die langfristige Einschätzung der Branche ist:

  •           Jedes Jahr wechseln rund 150.000 Privatpatienten zurück zu den Krankenkassen - obwohl die Rückkehr doch eine Ausnahme sein soll und sehr schwierig ist.

  •          Die Zahl der neuen Privatpatienten, die aus der GKV kommen, ist seit 1998 um ein Drittel gesunken.

  •           Die Abschlusskosten in der Branche haben sich – bezogen auf neue PKV-Versicherte – dagegen verdoppelt.

  •           Etwa die Hälfte der Kosten für Vermittler und Vertrieb entfallen auf den brancheninternen Wettbewerb.

 

Kommentare zu " PKV gegen GKV: Der Lockruf der Krankenkassen wirkt "

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  • Sie unterstellen das Das EInkommen von 1990 bis 2011 nicht gestiegen ist. War das bei Ihnen so ? Wenn nicht müssen Sie die Steigerung der BBG und so mit dazurechnen. Dann siehts wieder anders aus oder ?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • @K.S.:
    Jeder der arbeitslos wird, kann (muss) zurück in die GKV, wenn er zuvor PV versichert war.
    Ich bin überzeugt, dass dies mehr Menschen betrifft als jene die von der Selbständigkeit in die Festanstellung gehen.

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