PKV nur lohnend für Beamte und junge, kinderlose Männer
Große Unterschiede bei privaten Krankenkassen

Private Krankenversicherungen weisen beim Preis-Leistungs-Verhältnis und der Beitragsentwicklung große Unterschiede auf. Die Stiftung Warentest ermittelte bei vergleichbaren Tarifen Beitragsunterschiede von bisweilen mehr als zweihundert Euro. Grundsätzlich lohnen sich private Krankenversicherungen nach Meinung der Warentester nur für Beamte und gesunde, junge, kinderlose Männer.

HB BERLIN. Daran werde auch die Gesundheitsreform nichts ändern: Zwar werde der Wechsel ab 2008 erleichtert, doch könnten die Beiträge um mehr als ein Drittel in die Höhe schnellen.

Achteinhalb Millionen Menschen in Deutschland sind privat krankenversichert; jedes Jahr werden mehr als eine halbe Million Verträge abgeschlossen. In der neuen Ausgabe von „Finanztest“ wurden 344 Angebote privater Krankenversicherer ausgewertet, die im Kern mindestens die Leistungen anbieten, die auch gesetzliche Krankenkassen abdecken. Vermeintliche Billigangebote mit großen Leistungslücken waren nicht im Test. Die Qualitätsunterschiede reichten von sehr gut bis mangelhaft.

„Eine private Krankenversicherung erlaubt eine komfortable Absicherung für alle denkbaren Gesundheitskosten, aber sie ist kein Billigmodell“, resümiert „Finanztest“-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen das Ergebnis der Auswertung. Privatpatienten müssten im Alter ganz unabhängig von ihrem späteren Einkommen mit erheblich höheren Beiträgen als Kassenpatienten rechnen. Die Stiftung Warentest empfiehlt daher Privatpatienten, in jüngeren Jahren selbst Geld für den teuren Versicherungsschutz im Alter zurückzulegen.

Der Untersuchung zufolge bezahlt ein 35-jähriger selbstständiger Mann bei der mit „sehr gut“ bewerteten Halleschen 274 Euro Monatsbeitrag, bei der mit „mangelhaft“ bewerteten Mannheimer 536 Euro. Für gleichaltrige angestellte Männer liegt die Spanne von sehr guten bis mangelhaften Tarifen zwischen 264 Euro und 475 Euro. Frauen zahlen generell mehr als Männer. Für selbstständige Frauen kommt das beste Angebot von der Huk-Coburg, das schlechteste von der Gothaer.

Tenhagen betonte, dass die private Krankenversicherung für Frauen - mit Ausnahme von Beamtinnen - zumindest aus finanziellen Gründen kein attraktives Modell darstelle. Junge Frauen müssten trotz höherer Beiträge deutlich mehr sparen, um später im Alter vernünftig abgesichert zu sein.

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