PKV-Prämienanstieg
Entwarnung für privatversicherte Männer

Die privaten Krankenversicherungsprämien für Männer sollen im nächsten Jahr nun doch nicht so stark steigen, wie zunächst befürchtet worden war. Statt rund zehn Prozent dürften es nach Handelsblatt-Informationen aus dem PKV-Verband im Durchschnitt nur zwei bis drei Prozent werden.

BERLIN. Die Anhebung wird nötig, weil nach dem Gleichstellungsgesetz ab 2008 die Ausgaben bei Frauen für Schwangerschaft und Niederkunft von allen Versicherten getragen werden müssen. Bislang belasteten sie nur die Frauen, die deshalb bis zu 30 Prozent höhere Prämien als Männer zahlen müssen.

Grund für den nun erwarteten niedrigeren Anstieg ist eine Änderung der Kalkulationsverordnung, auf die sich der PKV-Verband und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verständigt haben. Danach dürfen die Kosten der Schwangerschaft innerhalb der unterschiedlichen Tarife nun breiter auch auf die Altersjahrgänge verteilt werden, in denen normalerweise keine Kinder mehr geboren werden, etwa bis zum Alter 60 oder sogar 100. Allerdings muss die Kalkulation so erfolgen, dass Frauen jenseits der 45, die das Schwangerschaftsrisiko bereits über höhere Prämien finanziert haben, nicht doppelt belastet werden.

Ab dem 1. Juli können Privatpatienten, die ihren Versicherungsschutz verloren habe, zu günstigen Konditionen in die PKV zurückkehren. Auch nicht versicherten Selbstständigen steht der Weg in den neuen Standardtarif offen, den die rund 40 Privatkassen jedem Antragsteller anbieten müssen.

Der Leistungskatalog im neuen Tarif entspricht dem der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Höhe des Beitrags ist vom Alter und Geschlecht des Versicherten abhängig. Jedoch dürfen die Unternehmen anders als beim klassischen Vollversicherungsprodukt der PKV keine Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen oder höherer gesundheitlicher Risiken verlangen.

Besonders attraktiv für die Versicherten ist die Begrenzung des Standardtarifbeitrags. Er darf nicht höher sein als der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit rund 500 Euro. Wer finanziell hilfebedürftig nach dem Sozialgesetzbuch ist, für den ermäßigt sich der Beitrag zudem um 50 Prozent. Wer sich auch diesen Beitrag nicht leisten kann, erhält einen Zuschuss von seinem Jobcenter oder dem Sozialamt.

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