Populäre Brille
Wie Jürgen Klopp Versicherungsbetrüger inspiriert

Die demolierte Brille des BVB-Trainers spornt Versicherungsbetrüger geradezu zu Mogeleien an. Die Branche kann darüber gar nicht lachen. Denn sie verliert durch solche Schäden jährlich Milliarden Euro.
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FrankfurtDiese Brille war zu prominent für einen Betrug. Trotzdem haben viele versucht, die öffentlich zu Bruch gegangene Brille von Dortmunds Fußballtrainer Jürgen Klopp zu Geld zu machen, wie der Versichererverband GDV berichtet. Ein kurioser Fall: Als Borussia Dortmund vergangenes Jahr das Bundesligaspiel gegen den FC Bayern in München gewann, war der Jubel der Fans und Spieler groß. Dabei wurde Klopp so ungeschickt von Spieler Nuri Sahin am Kopf getroffen, dass seine Brille zu Bruch ging. Die ist nun seit ein paar Wochen im Dortmunder Vereinsmuseum ausgestellt. Und seit kurzem erreichen die Versicherer immer wieder Fotos von Klopps Brille mit der ernst gemeinten Aufforderung zur Schadensregulierung.

So amüsant der Fall auch sein mag: Den deutschen Schaden- und Unfallversicherern gehen durch Versicherungsbetrug jedes Jahr vier Milliarden Euro verloren. Jeder Zehnte, der Geld von seiner Versicherung will, hat den Schaden frei erfunden oder setzt diesen zu hoch an, lautet eine Faustformel der Branche.

Besonders viele Technikgeräte gingen unter mysteriösen Umständen kaputt, wenn ein neues Modell auf den Markt kommt, berichten Versicherer. Viele Schadenregulierer dürften deswegen schon missmutig auf den kommenden Mittwoch warten, wenn das neue iPhone der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. "Wir stellen tatsächlich fest, dass kurz vor der Einführung eines neuen Smartphone-Modells erstaunlich viele Vorgängermodelle runterfallen, in der Waschmaschine landen oder Kaffee drüber läuft", sagt Stephan Schweda vom GDV. "Das heißt nicht, dass der Versicherer automatisch von Betrug ausgeht. Aber man muss den Fall genau prüfen."

Häufig nimmt die Versicherung dabei auch die Hilfe eines der rund 3.000 in Deutschland tätigen Detektive in Anspruch. Die Allianz etwa bearbeitet nach eigenen Angaben jedes Jahr 3,3 Millionen Schadenfälle, in rund 1 000 Fällen werden externe Ermittler eingesetzt. Die Detektive bekommen meist Name und Anschrift des Versicherten und häufig auch, welches Auto er fährt, wie Detektiv Andreas Simon aus Siegburg berichtet. Dann legt der Ermittler sich auf die Lauer. Und manchmal ist es auch überraschend einfach, den Betrügern auf die Schliche zu kommen. So kann es durchaus vorkommen, dass die ältere Dame, die dem Versicherer den Diebstahl ihrer Luxusuhr gemeldet hat, im Café nach einem Blick auf ihre Armbanduhr freundlich Auskunft auf die Frage nach der Uhrzeit gibt.

Dass die Versicherer gegen Betrug vorgehen, begrüßt Verbraucherschützer Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. "Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt", sagt er. "Die Versicherungsbranche sollte tatsächlichen Betrug stärker ahnden, indem sie häufiger Anzeige gegen Betrüger erstattet."

Fußball-Trainer Klopp sieht die Popularität seiner Brille mit Verwunderung. "Es ist schon erstaunlich, wie einfallsreich Menschen sind, wenn sie eine neue Brille brauchen", sagte er dem GDV. "Für mich war die zerbrochene Brille überhaupt kein Thema. Der Sieg bei den Bayern hat für alles entschädigt."

Kommentare zu " Populäre Brille: Wie Jürgen Klopp Versicherungsbetrüger inspiriert"

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  • War es hier auch die VERSICHERUNGSKAMMER BAYERN (VKB) / BAYERN VERSICHERUNG? Oder die AXA?

    Nennen Sie Ross und Reiter (vorausgesetzt ihre Darstellung ist stimmig), denn anderst bringt ihre Darstellung hier nichts. Schlechte regulierende Gesellschaften müssen beim Namen genannt werde, vielleicht überlegen sich dann die Vorstände und Vertriebsvorstände, ob Sie "ihre wackeren Jungs des schnellen Kugelschreibers" weiterhin auf den Balkan zum Vö**ln schicken und das auch noch mit Kundengeldern begleichen... denn in die eigene Tasche hat da keiner gegriffen... war ja eine dienstliche B**sshow...

    Alles feine Herren, die am Abend den Hartz-IV-Empfängern überteuerte Policen an die Stirn nageln, so dass diese auch wissen warum sie bei Wasser und Brot dahinvegetieren...

  • Man könnte ja auch mal die unlauteren Methoden der Zahlungsvermeidung der Versicherungen anprangern.

    Ich hatte mal einen Wasserschaden (Parkettfußboden), der nach Einsendung von Fotos zum "Unfallbericht" nach Kostenvoranschlag reguliert werden sollte.

    Wie es dann zur Auszahlung des Betrags kommen sollte, rief mich ein "Schadenregulierer" an und wollte mit dem Hinweis, dass ich den Schaden "schwarz" reparieren lassen soll, nur den halben Betrag überweisen.

    Da ich im Büro saß, rief ich zwei Kollegen, wie den Regulierer drauf hin, dass ich das telefon auf Lautsprech geschaltet habe und zwei Kollegen zuhören, und bat ihn das zu wiederholen.

    Daraufhin sollte ich den Schaden von einer Fachfirma reparieren lassen und die Rechnung einreichen. Geht doch.

    Übrigens war ich zu dem Zeitpunkt 27 Jahre bei der Versicherung und das war der erste Schadensfall. Ich habe daraufhin sofort die Versicherung gekündigt.

    Die Versicherungen geben die Moral in dem Geschäft vor.

  • Das war sicher wieder eine Entdeckung des ALIANZ-Betrugsvermeidungs-Centers... Ganz schön clver die Jungs dort. DIe lassen Handys und Brillen auch gerne fallen um zu rekonstruieren, ob die betrügerische Schadensmeldung des Kunden überhaupt nachvollziehbar (als möglich) gewesen sein könnte und lehen dann den Schaden ab mit dem Hinweis dass eine rechtskräftige Verurteilung (oft des eigenen Kunden) weier Schritte nach sich zieht...

    SUPER ALLIANZ!
    .
    Und das Schöne daran: Die eigenen Kunden finanzieren mit dieses System und der Clou: die Gesellschaft spart auch noch im Schadenbereich! hi, hi, hi... ganz schön clver... okay, ich bleibe wohl bei einer kleinen Geellschaft mit meiner Privathaftpflicht...

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