Prämienzahlung können gestundet werden: Zur Kündigung gibt es Alternativen

Prämienzahlung können gestundet werden
Zur Kündigung gibt es Alternativen

Die Dauer-Debatte um die Sicherheit des gesetzlichen Rentensystems und die Baisse an den Aktienmärkten treiben den deutschen Lebensversicherern die Neukunden in Scharen zu. Fast 100 Mill. Renten- und Lebensversicherungspolicen hat die Branche insgesamt an den Mann und an die Frau gebracht - Verträge, die über mehrere Jahrzehnte laufen.

Doch rund die Hälfte der Verträge wird von den Kunden vorzeitig gekündigt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Scheidung, Arbeitslosigkeit oder die Rückzahlung von Schulden. Gerade in der jüngsten rezessiven Phase haben viele Sparer - etwa wegen des Verlustes des Arbeitsplatzes - nicht mehr das Geld, um die Prämien für ihre Lebensversicherung weiter zuzahlen.

Doch es gibt Alternativen zur Kündigung: Der Anleger kann sich für eine gewisse Zeit die Prämienzahlung stunden lassen, oder die Police ganz beitragsfrei stellen. Unter bestimmten Bedingungen kann man seine Police sogar verkaufen. "Welcher Ausstiegsalternative die günstigste ist, hängt vom Alter und der Restlaufzeit des Vertrages ab", sagt der Versicherungsberater Peter Sammer.

Wer mit Gedanken spielt, den Lebensversicherungsvertrag zu kündigen, sollte dabei bedenken: Der Versicherer zahlt nur den Rückkaufswert zurück. Das ist das bis dahin angesammelte Sparguthaben abzüglich einer Stornogebühr von bis zu 10 %. Wie hoch der Rückkaufswert ist, teilt der Versicherer dem Kunden regelmäßig schriftlich mit. Wird der Vertrag vor Ablauf der Frist von zwölf Jahren gekündigt, muss die bei der Kündigung ausgezahlte Summe versteuert werden.

Viele Kunden reiben sich angesichts der niedrigen Rückkaufswerte zu Beginn der Laufzeit verwundert die Augen. Die Erklärung: Zu Beginn der Laufzeit werden dem Vertrag die Kosten für die Vermittlerprovision belastet. Daher ist das Kunden-Konto zu Beginn der Policen-Laufzeit im Minus. Wer also gleich in den ersten Jahren kündigt, bekommt gar nichts oder nur sehr wenig zurück.

Wer gleich nach Abschluss der Police wieder aussteigen will, kann versuchen, dem Vertrag zu widersprechen. Dieses Widerspruchsrecht stützt sich auf den § 5a des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG); demzufolge kann der Kunde dem Vertrag widersprechen, wenn er nicht entsprechend der Regeln des § 10a des Versicherungsaufsichtsgesetzes korrekt informiert worden ist: So muss der Versicherer den Kunden schriftlich spätestens bei Zusendung der Police u.a. über die Höhe der Rückkaufswerte und die Methoden zur Berechnung der Überschussbeteiligung unterrichten. Liegen alle Unterlagen vor, muss der Kunde binnen 14 Tage widersprechen; fehlen die notwendigen Informationen hat der Anleger nach Erfahrungen von Verbraucherschützern höchstens ein Jahr Zeit, dem Vertrag zu widersprechen.

Wer glaubt, die Prämienzahlungen nur kurze Zeit nicht mehr leisten zu können, kann sich die Prämien vom Versicherer auch stunden lassen.

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