Versicherung
Privat Versicherte

Den acht Millionen Privatpatienten stellen sich die meisten Fragen: Können sie jetzt leichter zu einem anderen privaten Anbieter wechseln? Wie teuer wird ihr monatlicher Beitrag in Zukunft? Und was soll der neue Basistarif bieten? Die PKV war der größte politische Zankapfel im Streit um die Gesundheitsreform.

Ziel der SPD schien zwischenzeitlich die Zerschlagung der Privaten, zum Schluss wollte sie zumindest einen stärkeren Wettbewerb, in dem Kunden ihre gesamten Altersrückstellungen beim Wechsel mitnehmen können. Weil das bisher nicht geht, haben es die Mitglieder faktisch mit einem Knebelvertrag zu tun, weil es einen Wechsel unlukrativ macht. Die PKV-Lobbyisten haben sich mit aller Macht in Berlin gegen das Mitnehmen der Altersrückstellungen gesträubt. Und siehe da: Wer nun zur Konkurrenz wechselt, kann seinen Alterstopf nur im Umfang eines viel niedriger kalkulierten Tarifs, des neuen Basistarifs, mitnehmen. Der Wechsel wird damit nur in Ausnahmen attraktiv.

Trotzdem schmieden viele Versicherungsvertriebe Schlachtpläne, wie sie unter dem Hinweis "Der Wechsel ist demnächst viel einfacher" Kunden animieren und Provisionen verdienen können. Peter Przybilla, Geschäftsführer des Münchner Maklers Hengstenberg & Partner, sieht schon die Ersten warmlaufen: "Es ist ein Leichtes, sich als Externer die Adressen von Altkunden zu kaufen und sie verbotenerweise ungefragt anzurufen. Doch nach unserer Erfahrung rechnet sich der Wechsel selten. Wem der Beitrag zu teuer wird, der handelt besser mit seiner Kasse neue Konditionen für den alten Tarif aus oder speckt ihn ab." Das geht - auch wenn manches Unternehmen anderes behauptet. "Wir haben schon erlebt, dass Gesellschaften angaben, sie dürften das gar nicht - das ist gelogen", so Przybilla.

Weil die Reserven aus den Altersrückstellungen der Privaten nicht unvermindert wachsen werden, müssen sie die bestehenden Tarife zwangsläufig neu kalkulieren. Günter Dibbern, Chef der privaten DKV, macht Stimmung: "Die Folgen dieser Bundestagsvorgaben wären dramatisch. Sowohl die Beiträge der heute schon Privat Versicherten als auch die der Neukunden würden von 2009 an zweistellig steigen". Er hofft auf Beistand durch die vermutlich demnächst angerufenen Verfassungsrichter. Nachdem vor einigen Monaten aus taktischen Gründen noch Horrormeldungen von Beitragssteigerungen von mehr als 30 Prozent vom PKV-Verband in die Welt gesetzt wurden, ist nun von Erhöhungen zwischen zehn Prozent für Altkunden und zwölf Prozent für Neueinsteiger die Rede.

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