Private Altersvorsorge
Jetzt für später planen

Mit dem Werbespruch "Geiz ist geil" hat der Elektrofilialist Saturn das Sparen zum Kult erhoben. Die Botschaft könnte das Lebensmotto einer ganzen Generation werden. Die unter 50-Jährigen haben keine Wahl, sie trifft die Schwäche der sozialen Sicherungssysteme besonders hart. Für Gesundheitsleistungen werden sie stärker zur Kasse gebeten, ihre gesetzliche Rente wird später kaum ausreichen, um den Lebensstandard zu halten. Ein besseres Leben im Ruhestand mit luxuriösen Hobbys bleibt für viele künftige Rentner eine Illusion.

Jetzt für später sparen – das ist der einzige Weg, um die Lücke zwischen gewohntem Einkommen und niedriger Rente zu schließen. Doch das ist nicht so einfach. Die Regierung erhöht die Beiträge zu den Sozialversicherungen – den Bürgern bleibt weniger, um Rücklagen zu bilden. Der Frankfurter Vermögensverwalter Lutz Gebser nimmt es mit Zweckoptimismus: "Sparen ist eine Freude, wenn man sieht, wie das Vermögen wächst.

Die Menschen folgen damit einem Urinstinkt." Diesen Instinkt hat der Staat mit seinen nun nicht mehr haltbaren Versorgungsversprechen lange betäubt. Jetzt will er die private Vorsorge wieder ankurbeln – etwa mit der Riester-Rente. Doch die ist mit zu vielen Zwängen verbunden.

Und gesichert ist der Ruhestand damit keineswegs. In einer Berechnung der Landesbank Baden-Württemberg heißt es, dass die Bundesbürger insgesamt mindestens acht Prozent ihres Bruttolohns für die Altersvorsorge zurücklegen müssten, um die drohenden Lücken zu schließen. Acht Prozent – das ist doppelt so viel, wie in der Riester-Rente letzten Endes bezuschusst wird.

Die gesetzliche Rente wird nicht reichen

Doch wie findet der Vorsorgesparer ein Gleichgewicht zwischen nötiger Vorsorge und möglichen Sparraten, damit noch ein finanzieller Spielraum für das Leben vor der Rente bleibt? Die WirtschaftsWoche stellt an drei Beispielen vor, wie Anleger ihr Geld sinnvoll einsetzen, um im Alter eine hohe Privatrente zu bekommen. Der 33-jährige Single geht anders vor als der 40-jährige Familienvater oder der 50-Jährige, der geschieden ist.

Gemeinsam ist ihnen nur: Für keinen von ihnen wird die gesetzliche Rente reichen. Bisher bekommen Rentner laut Gesetz noch rund 70 Prozent ihres letzten Nettolohns. Im Jahr 2011 werden es nur noch 64 Prozent sein. Selbst dieses niedrige Niveau erreicht meist nur der imaginäre "Eckrentner", der 45 Versicherungsjahre in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt und jährlich den statistischen Durchschnittslohn verdient.

Schon Ende der Neunzigerjahre bekamen Ruheständler meist nur 60 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens, weil sie nicht der Fiktion des Eckrentners entsprachen. Ein Beispiel: Der Eckrentner verdient vor dem Rentenbeginn 1531 Euro netto. Seine Rente beträgt dann 1062 Euro, also 70 Prozent davon.

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