Private Haftpflicht
Wer den Schaden hat ...

Nicht immer können Verursacher eine Unfalls den Schaden zahlen. Dann muss der Betroffene die Kosten selbst tragen: Wie sich existenzbedrohende Risiken absichern lassen und welche Privathaftpflicht-Tarife etwas taugen.
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DüsseldorfWenn ein schlimmer Unfall passiert, ist auf einmal nichts mehr so wie es war. Etwa nach einer schweren Kollision von Fahrradfahrern und Fußgängern. „In solchen Fällen sind schwere Verletzungen an Kopf, Wirbelsäule oder Bewegungsapparat durchaus keine Seltenheit“, sagt Dominik Moers, Arzt mit Praxis in Köln-Porz. Den Opfern droht dann Invalidität. Zu allem Überfluss bleiben viele Opfer auf den Kosten von Jobverlust, Behandlungen und Wohnungsumbau sitzen.

Denn nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft besitzt knapp ein Drittel der Deutschen keine Privathaftpflichtpolice. Und nicht alle Versicherer bieten in der privaten Haftpflicht dem Versicherten einen Schutz für Schäden an, den ein Dritter anrichtet und nicht begleichen kann. „Obwohl die Musterbedingungen des Branchenverbandes eine Forderungsausfalldeckung vorsehen bieten nicht alle Gesellschaften einen solchen Schutz“, sagt „Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von Morgen & Morgen. Der Abschluss einer Police mit diesem Zusatz ist aber besonders wichtig.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft besitzt knapp ein Drittel der Deutschen keine Privathaftpflichtpolice. Bei Wohnungsbränden oder schweren Verletzungen können die Schäden schnell im sechs- bis siebenstelligem Bereich liegen. „Dann droht dem Versicherten ohne Police die Privatinsolvenz“, sagt Schinnenburg. Und das Opfer bleibt auf den Schäden sitzen.

Ein Vergleich von Morgen & Morgen für Handelsblatt Online zeigt: Policen, die eine Ausfalldeckung beinhalten, gibt es schon für rund 70 Euro im Jahr. Empfehlenswerte Versicherungen bieten mindestens eine Deckungssumme für Personen- und Sachschäden in Höhe von zehn Millionen Euro. Der günstigste Tarif im Vergleich übernimmt auch Forderungsausfälle im Cent-Bereich. Andere Anbieter leisten erst ab Mindestschadensummen von 250 Euro bis 500 Euro.

Da bei hohen Schäden die eigene Existenz bedroht ist, sollte jeder eine private Haftpflichtpolice abschließen. „Da die Beiträge sehr günstig sind, sollten Kunden nicht an den Leistungen sparen“, sagt Jürgen Karpf, Versicherungsberater bei River Consulting. Neben Personen und Sachschäden in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro decken leistungsstarke Policen auch Vermögensschäden in Höhe von mindestens 100.000 Euro ab.

Von Vorteil ist auch ein Einschluss der Schäden, die minderjährige Kinder verursachen. Der Grund: Für Schäden, die Kinder unter sieben Jahren anrichten, kommt die Privathaftpflicht der Eltern ansonsten nicht auf. Kinder sind zwar über die Privathaftpflicht der Eltern automatisch mitversichert. Doch nach Vorgabe des  Bürgerlichen Gesetzbuches sind sie „deliktunfähig“ und können für Schäden, die sie anderen zufügen, nicht haftbar gemacht werden. Im Straßenverkehr gilt das sogar bis zum zehnten Geburtstag.

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Gefährliche Deckungslücken

Kommentare zu " Private Haftpflicht: Wer den Schaden hat ..."

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  • Besonders erwähnenswert finde ich aber auch den Zusatz Mietsachschäden, der insbesondere bei Mietern vorhanden sein sollte, da es spätestens bei einem Auszug oft Ärger über die Schäden gibt. Eine kleine Spitzfindigkeit der Versicherungen sei zu diesem Punkt hier auch noch erwähnt: Auch wenn man den Punkt Mietsachschäden mit eingeschlossen hat, macht aber eine zu der Mietwohnung gehörende Glastür kaputt, kommt die Privathaftpflicht nicht für den Schaden auf, weil es für diesen Fall eine separate Versicherungslösung gibt: nämlich die Glasversicherung - viele wissen das leider nicht und dann kann es besonders teuer werden, wenn es sich z. B. um eine alte Glastür mit Mosaikglas handelt.

  • Dem kann ich mich nur anschließen.

  • Ich glaube, ich werde mir das Lesen der Kommentare im HB bald komplett schenken.
    Es gibt kaum noch Kommentare, die sich wirklich auf den Inhalt des Artikels beziehen, sonder einfach nur "Müll" sind.
    Wenn das HB sich nicht traut, Kommentare, die nichts mit dem Artikel zu tun haben, komplett zu löschen, ist mir meine Zeit zu schade, um die Kommentare überhaupt anzuklicken.

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