Private Krankenversicherte können nicht sicher sein, dass ihre Versicherung nach Abzug des Selbstbehalts die vollen Kosten übernimmt
Private Krankenversicherung: Gelackmeierte Patienten

Privatpatienten haben ein Problem: Sie müssen ihren Arzt bezahlen, ohne sicher zu sein, ob ihre Versicherung die Rechnung anschließend übernimmt. Wie Sie verhindern, auf Ihren Kosten sitzen zu bleiben.
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Den ersten Schock erlitt die Schwäbin auf dem Behandlungsstuhl noch bevor der Bohrer surrte: Der Unterkiefer muss rundum saniert werden. Das kam für die 41-Jährige aus heiterem Himmel. Sie kam wegen einer Kleinigkeit und hörte von schwer lädierten Zähnen. Ein Behandlungsmarathon mit mindestens fünf Sitzungen steht nun an.

Der zweite Schock kam postwendend: Ihre private Krankenversicherung weigerte sich, das Gros der Kosten zu übernehmen. Die erste Rechnung über 4 929 Euro für den chirurgischen Eingriff erstattete sie nur mit 1076 Euro. Und auch die noch ausstehenden 11 320 Euro für die Implantate will sie nur zu einem kleinen Teil übernehmen. Denn was der Zahnarzt da alles mit ihr mache, so die Versicherung, sei medizinisch unnötig. Eine Prothese leiste viel billiger die gleichen Dienste.

Hart landete die Schwäbin auf dem Boden der Tatsachen: Private Krankenversicherte müssen ihren Arzt bezahlen, können gleichzeitig aber nicht sicher sein, dass ihre Versicherung nach Abzug des Selbstbehalts die vollen Kosten übernimmt. Weigert sie sich, muss der Kunde nachweisen, dass entweder der Arzt zu hoch gepokert oder die Versicherung falsch gerechnet hat. Der Patient sitzt zwischen den Stühlen und muss also Experten nachweisen, dass ihre Expertise falsch ist.

Sonst bleiben die Kosten an ihm hängen. Denn anders als die gesetzlichen Kassen rechnen die privaten Versicherer nicht mit dem Arzt direkt ab. Ihr Vertragspartner ist der Patient. Will er eine medizinisch hochwertige Behandlung, ohne sie aus eigener Tasche zahlen zu müssen, führt der Weg häufig vor Gericht.

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