Private Krankenversicherung (PKV)
Welche Versicherer „schwach auf der Brust“ sind

Die privaten Krankenversicherer leiden unter dem Zinstief und schwachem Neugeschäft. Ein Rating zeigt, wie stabil die Unternehmen sind. Drei Gesellschaften erhielten die Note „sehr schwach“.
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An Herausforderung für die Branche der privaten Krankenversicherer mangelt es derzeit nicht. Niedrige Zinsen und ein rückläufiges Neugeschäft setzen den Kassen zu. Der private Schutz gegen Krankheit ist nicht mehr so gefragt wie noch vor einigen Jahren. Nach einer Analyse des Ratinghauses Morgen & Morgen war das Neugeschäft in der sogenannten Vollversicherung im vergangenen Jahr rückläufig.

Den Gesellschaften macht die gute Konjunktur in Deutschland zu schaffen. Im Zuge des deutschen Job-Booms gibt es immer weniger Selbstständige und dafür mehr Angestellte. Außerdem sorgt die Abkehr der Versicherer von leistungsschwachen Billigpolicen für einen Rückgang im Neugeschäft.

Auch bei den privaten Zusatzversicherungen gibt es schlechte Nachrichten. Hier ist das Wachstum regressiv, wenn auch im positiven Bereich. Gesetzlich Versicherte können mit diesen Policen Leistungen wie beispielsweise Chefarztbehandlung oder die freie Wahl des Krankenhauses ergattern.

Auch die anhaltende Niedrigzinsphase wirkt negativ. Im vergangenen Jahr lag die Nettoverzinsung nach Angaben von Morgen & Morgen im Schnitt bei unter vier Prozent. Wie arg die Lage bei einigen Versicherer ist, zeigt folgende Aussage des Ratinghauses: „Einige Versicherer mussten den Rechnungszins in Bestandsverträgen senken und somit die Beiträge erhöhen, da ihr aktuarieller Unternehmenszins – also die Prognose über den zukünftigen Kapitalanlageerfolg – unter 3,5 Prozent lag“. Im Neugeschäft liegt der Rechnungszins nur noch bei 2,75 Prozent, was zu einem langsamen Absinken des durchschnittlichen Rechnungszinses im Bestand beiträgt.

Wie gut die einzelnen Gesellschaften das schwierige Umfeld meistern, zeigt das aktuelle Krankenversicherungs-Rating von Morgen & Morgen. „Trotz schwierigem Umfeld sind die Versicherer weiterhin gut aufgestellt“, betont Geschäftsführer Peter Schneider. Im aktuellen Ranking gibt es mehr Bewegung als in den vergangenen Jahren. Sechs Versicherer haben sich verbessert wohingegen sich fünf Versicherer verschlechtert haben. Nur noch vier Gesellschaften erzielen die Bestnote „ausgezeichnet. Elf Gesellschaften wurden hingegen mit „schwach“ oder „sehr schwach“ bewertet.

Das Rating basiert auf einer Fünfjahresbetrachtung, Morgen & Morgen analysiert jeweils zehn Bilanzkennzahlen (Abschlusskostenquote, Bewertungsreservequote, Eigenkapitalquote, Nettoverzinsung, RfB-Quote, RfB-Zuführungsquote, versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote, Verwaltungskostenquote, Wachstumsrate der Voll- und Ergänzungsversicherten) der Krankenversicherer. Das Rating erlaubt Aussagen über Kosten, Solidität und Wachstum der Versicherer.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur

Kommentare zu " Private Krankenversicherung (PKV): Welche Versicherer „schwach auf der Brust“ sind"

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  • RfB-Quote, RfB-Zuführungsquote? Wäre interessant zu erfahren, wofür diese Kürzel stehen. Auffällig ist, die "Ausgezeichneten" Versicherer sind relativ jung oder erst spät auf dem nationalen Markt angetreten. Viele der "alten" Gesellschaften haben mit überalterten Kundenstämmen zu kämpfen. Finde die beiden Artikel zur PKV oberflächlich und wenig relevant vor dem Hintergrund der "unbezahlbaren" Beiträge der älteren Versicherer.
    Schade, da hätte man mehr machen können!

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