Private Vorsorge

Die Altersvorsorge steckt in der Krise

Die Bundesbürger zeigen sich nachhaltig von den Finanzmarktkrisen verunsichert - obwohl die wirtschaftliche Entwicklung gut ist. Das macht sich auch in der Altersvorsorge bemerkbar.
  • Frank Matthias Drost, Ina Karabasz
16 Kommentare
Immer weniger Deutsche sind bereit, privat für das Alter vorzusorgen. Quelle: dpa

Immer weniger Deutsche sind bereit, privat für das Alter vorzusorgen.

(Foto: dpa)

Berlin/FrankfurtDie europäische Schuldenkrise wirkt sich verheerend auf die Altersvorsorgepläne der jungen Berufstätigen in Deutschland aus. Rund die Hälfte der Berufstätigen unter 30 Jahren will nicht mehr in den Ausbau der Altersvorsorge investieren. Das ist gleichzeitig der niedrigste Wert, den die gestern präsentierte Postbank-Studie seit 2003 verzeichnet hat.

Die Studie, die in Kooperation mit dem Allensbach-Institut erstellt wurde, gilt als repräsentativ. Über alle Altersstufen betrachtet fragt sich jeder zweite Berufstätige derzeit, „welche private Anlageform überhaupt noch sinnvoll ist“, so der Postbank-Privatkundenvorstand Michael Meyer gestern in Berlin.

Dabei ist der Bedarf offensichtlich. Denn nur ein Drittel der Deutschen hält die eigene Vorsorgesituation noch für ausreichend, jeder fünfte Berufstätige ab 50 glaubt, den Lebensunterhalt im Alter nicht aus eigener Kraft bestreiten zu können.

Diese Kluft zwischen Bedarf und tatsächlichen Vorsorgeanstrengungen erklärt die Studie mit einem herben Vertrauensverlust, der seit der Finanzmarktkrise 2008 entstanden ist und mit der Staatsschuldenkrise der Euro-Staaten ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

In der Politik streitet man sich über mögliche Konsequenzen. „Es wäre falsch, wenn junge Menschen jetzt die eigenen Vorsorgeaktivitäten einstellen würden“, warnt der sozialpolitische Sprecher der FDP, Heinrich Kolb.

SPD setzt auf die gesetzliche Rentenversicherung
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Private Vorsorge - Die Altersvorsorge steckt in der Krise

16 Kommentare zu "Private Vorsorge: Die Altersvorsorge steckt in der Krise"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Lehre aus der Geschichte kann doch nur sein:

    Nur wer nicht einzahlt, handelt erfolgreich.

    Aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit sollten die Versorgungsleistungen für Beamte und Politiker ohnehin einheitlich auf die Betragsbemessungsgrenze eingedampft und die Diäten durch Sitzungsgeld gegen Quittung ersetzt werden.

  • Wundert das, wenn man real mehr "reinstecken" muss als man zurück erhält.

    Das werden die Leute für dumm verkauft. Wenn man das in klarer Absicht macht, aber strafrechtlich nicht belangt werden kann, dann ist das eine "große Sauerei". Ich denke da an die Riester-Rente und die Machenschaften und Altkanzler Schröder und Maschmeyer.

    Das mag man so oder so sehen. Aber so etwas mit den ärmsten Leuten zu veranstalten, das ist unsozial, das ist assozial.

  • "Rund die Hälfte der Berufstätigen unter 30 Jahren will nicht mehr in den Ausbau der Altersvorsorge investieren. "

    Bleibt zu hoffen, dass die andere Hälfte auch noch aufwacht.
    Altersvorsorge ist, wenn nur ich weiß, wo es vergraben liegt.

  • Hier sind aufschlussreiche Informationen:
    http://steuerembargo.co.de/links/12-altersversorgung.html

  • Eine Altersvorsorge mit Sachwerten wie Immobilien oder Gold ist auch nicht die ultimative Absicherung.

    Wir steuern im Moment leider auf einen Reset des Finanzsystems zu. Keine Ahnung wie das konkret ausgestaltet wird. Aber es ist naiv zu glauben, dass dann Geldvermögen, Anleihevermögen usw. massiv entwertet werden, Leute die "schlau" in Sachwerte wie Immobilien investiert haben, aber unbeschadet davon kommen. Dazu muss man nur einen Blick auf die Geschichte werfen, z.B. 1923 und 1948. Stichwort sind dann Lastenausgleich, Zwangshypotheken etc. Da wurde auch Immobilienbesitzern die Hälfte Ihres Immobilienvermögens abgenommen.

    Die beste Strategie ist es aktuell, sein Leben zu bereichern. Heute und jetzt, wo es definitiv möglich ist und nicht in ferner Zukunft, wo man weder weiß, was sein vermögen nocht wert noch ob man gesund ist. Bereichern meint nicht eine Anhäufung von sinnlosem Konsumkrempel, sondern Reisen, Kultur, u.ä. Dieser Planet hat unfassbar schöne Ecken. Alles was man dort an Erlebnissen und Anekdoten mitnimmt, wirft ein Leben lang eine Rendite ab.

  • Ganz einfache Lösung: Ich kaufe seitr über 20 Jahren immer wieder einen Goldbarren zur Alterssicherung und wohne in der eigenen Immobilie drin. Lebensversicherungen etc. schon längst gekündigt und in Goldbarren angelegt - diese Rendite, die Gold gebracht hat in den letzten Jahren, das bietet keine Kapitallebensversicherung!
    Und der Euro wird sowieso den Bach runtergehen, ebenso der Dollar. Besser war und ist, den Banken kein Geld anzuvertrauen, denn das Vertrauen ist dahin!

  • Bei der derzeitigen Verzinsung der Bundesanleihen und der Inflation ist die Altersvorsorge doch – unter Berücksichtigung von Gebühren und Steuern – in vielen Fällen reine Geldvernichtung.

    Bei Immobilien ist es aber nicht anders: Wer wird denn in 20 Jahren das 150 qm-Haus auf dem Lande kaufen? Solche Häuser sind nur vordergründig „Investitionen“, genauer betrachtet sind das „Konsumgüter“. Das hat man in den USA ja gesehen.

    Was soll man manchen: Ich weiß es auch nicht! Vielleicht mal was Neues, aber was? Vorschläge?

  • die Rentenkassen wurden nach der Wiederveinigung benutzt, um Reparation an juedische und andere Organisationen zu zahlen.
    Weltweit haengen noch immer zig tausende am Tropf der deutschen Rentenkassen, die nie einen Pfennig einbezahlt haben.

  • Die Inflation wird komplett falsch gemessen! Beispiel! Ich gebe Dir 1 Mio. Euro mehr ... und? Kaufst Du eine Butter mehr? Also - deswegen sehen wir alle die Inflation nicht. Die Inflation sehen wir in z. B. Immobilien ... diese steigen o b w o h l eine Immobilie genauso der Abnutzung unterliegt also fallen muss!!! Daran erkennt man die Inflation, diese wird im Warenkorb überhaupt nicht gezeigt. Tatsächlich ist die sich im Umlauf befindliche und gehandelte Geldmenge um einen Faktor 15 größer als das z. B. WeltBIP (Quelle BIZ). Deswegen kann es keinen Inflationsschutz geben ... und, warum Rentenversicherung, die unterliegt, doch auch der Steuer, zwar nur mit dem Ertragsanteil a b e r, wenn Du siehst, dass dort nur vielleicht 80 % Deines Geldes überhaupt zur Anlage kommen. Was soll da rauskommen? Hast Du nicht einen Freund, der Dir das Mal berechnet, wenn Du am Anfang einer Investition analog zu Deiner RV nur die 80 % des Geldes zur Anlage kommen ... wie viel da rauskommt und wie lange es bei den niedrigen Zinsen dauert, bis Du überhaupt Dein Geld wieder siehst. Ich habe mal ne Weile für und mit einem Forschungsinstitut gearbeitet, welches sich mit solchen Themen auseinandergesetzt hat ... Das bringt nichts. Wir müssen aus diesem Verschuldungssystem aussteigen, damit überhaupt wieder sinnvolle Altersversorgung betrieben werden kann. Ich habe das Buch Spielgeld - ein neues Wirtschaftssystem schon fünfmal gelesen ... Der Autor hat recht. Das System ist so kaputt, dass es nur mit einem Neustart wieder ins Lot gebracht werden kann. Es geht nur, wie er schreibt, mit Transparenz ...

  • Welche Altersversorgung soll das denn sein? Was der eine an Vermögen aufbaut, das ist auf der anderen Seite wieder an Schulden vorhanden! Noch nie gehört? Dann legen Sie doch einmal die Charts von Vermögens- und Schuldenentwicklung aufeinander - und? Sie sehen selbst, dass es kein Vermögen ohne Verschuldung gibt. Finanzierung aus Eigenkapital- das ist die Lösung. Nicht mehr unsere "Spar- oder Festgelder" als "stimmrechtsloses" Fremdkapital an die Unternehmen herauslegen, sondern als Beteiligung (Eigenkapital). Die Verschuldung ist beendet, die Ausweitung der Verschuldung durch den Zins ebenso! Lest mal die Ausarbeitungen von Professor Bernd Senf oder vom Autor Stefan Groß (Spielgeld-ein neues Wirtschaftssystem). Beide beschreiben genau den Zusammenhang zwischen Zins und Verschuldung. Groß stellt noch ein neues transparentes Wirtschaftssystem vor, welches ohne Verschuldung auskommt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%