Private Vorsorge
Die Altersvorsorge steckt in der Krise

Die Bundesbürger zeigen sich nachhaltig von den Finanzmarktkrisen verunsichert - obwohl die wirtschaftliche Entwicklung gut ist. Das macht sich auch in der Altersvorsorge bemerkbar.
  • 16

Berlin/FrankfurtDie europäische Schuldenkrise wirkt sich verheerend auf die Altersvorsorgepläne der jungen Berufstätigen in Deutschland aus. Rund die Hälfte der Berufstätigen unter 30 Jahren will nicht mehr in den Ausbau der Altersvorsorge investieren. Das ist gleichzeitig der niedrigste Wert, den die gestern präsentierte Postbank-Studie seit 2003 verzeichnet hat.

Die Studie, die in Kooperation mit dem Allensbach-Institut erstellt wurde, gilt als repräsentativ. Über alle Altersstufen betrachtet fragt sich jeder zweite Berufstätige derzeit, „welche private Anlageform überhaupt noch sinnvoll ist“, so der Postbank-Privatkundenvorstand Michael Meyer gestern in Berlin.

Dabei ist der Bedarf offensichtlich. Denn nur ein Drittel der Deutschen hält die eigene Vorsorgesituation noch für ausreichend, jeder fünfte Berufstätige ab 50 glaubt, den Lebensunterhalt im Alter nicht aus eigener Kraft bestreiten zu können.

Diese Kluft zwischen Bedarf und tatsächlichen Vorsorgeanstrengungen erklärt die Studie mit einem herben Vertrauensverlust, der seit der Finanzmarktkrise 2008 entstanden ist und mit der Staatsschuldenkrise der Euro-Staaten ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

In der Politik streitet man sich über mögliche Konsequenzen. „Es wäre falsch, wenn junge Menschen jetzt die eigenen Vorsorgeaktivitäten einstellen würden“, warnt der sozialpolitische Sprecher der FDP, Heinrich Kolb.

Kommentare zu " Private Vorsorge: Die Altersvorsorge steckt in der Krise"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Lehre aus der Geschichte kann doch nur sein:

    Nur wer nicht einzahlt, handelt erfolgreich.

    Aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit sollten die Versorgungsleistungen für Beamte und Politiker ohnehin einheitlich auf die Betragsbemessungsgrenze eingedampft und die Diäten durch Sitzungsgeld gegen Quittung ersetzt werden.

  • Wundert das, wenn man real mehr "reinstecken" muss als man zurück erhält.

    Das werden die Leute für dumm verkauft. Wenn man das in klarer Absicht macht, aber strafrechtlich nicht belangt werden kann, dann ist das eine "große Sauerei". Ich denke da an die Riester-Rente und die Machenschaften und Altkanzler Schröder und Maschmeyer.

    Das mag man so oder so sehen. Aber so etwas mit den ärmsten Leuten zu veranstalten, das ist unsozial, das ist assozial.

  • "Rund die Hälfte der Berufstätigen unter 30 Jahren will nicht mehr in den Ausbau der Altersvorsorge investieren. "

    Bleibt zu hoffen, dass die andere Hälfte auch noch aufwacht.
    Altersvorsorge ist, wenn nur ich weiß, wo es vergraben liegt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%