Privatvorsorge unzureichend
Institut: Riester-Rente gescheitert

Die Riester-Rente ist nach Auffassung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) gescheitert: Nur eine Minderheit von 15 % der Bundesbürger habe einen privaten Vertrag für eine kapitalgedeckte Alterssicherung abgeschlossen.

HB/dpa BERLIN. Die ersten der rund 300 000 Verträge seien seit Januar bereits wieder gekündigt worden, geht aus dem jüngsten vom DIA am Mittwoch in Berlin veröffentlichten „Rentenbarometer“ hervor. Trotz des Booms bei Betriebsrenten mit 200 000 Neuabschlüssen bleibe ein Minus von 100 000 Policen.

Die Zahl der „Riester-Verweigerer“ hat der repräsentativen DIA-Umfrage zufolge seit Jahresbeginn leicht auf 70 % zugenommen. Die Zahlen belegten die große Verunsicherung der Bevölkerung durch immer neue Rentendiskussionen. Viele Bürger hätten „die Dramatik der Situation“ noch nicht in vollem Umfang erkannt.

Deshalb sieht das von der Deutschen Bank getragene Instituts die Riester-Reform eineinhalb Jahre nach ihrem Start als gescheitert an. Im letzten Quartal des Jahres 2002 war die Zahl der privaten Zusatzrenten noch sprunghaft auf 5,1 Millionen Verträge gestiegen. Die vom Staat geförderte private oder betriebliche Altersvorsorge soll nach den Vorstellungen der Regierung Einschnitte bei der gesetzlichen Rente ausgleichen.

Prognoserechnungen des Essener Wissenschaftlers Reinhold Schnabel im Auftrag des DIA kommen zu dem Ergebnis, dass wegen der schlechten Privatvorsorge die Rentenlücke künftig immer dramatischere Ausmaße annimmt. Schon in 30 Jahren werde das gesetzliche Rentenniveau, das heute bei 70 % liegt, nur noch 58 % erreichen. Wer heute rund 5 000 € im Monat verdiene und sich allein auf die gesetzliche Rente verlasse, dem droht nach den Berechnungen im Jahr 2035 eine Rentenlücke von rund 500 € im Monat. Deshalb müssten viele, die ihren Lebensstandard im Alter halten wollten, mehr als vier Prozent des Einkommens - wie dies die Riester-Reform von 2008 an vorsieht - zurücklegen.

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