Rating: Krankenversicherer im Gesundheitscheck

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Krankenversicherer im Gesundheitscheck

Die privaten Krankenversicherer arbeiten unterschiedlich gut und häufig nicht kundenfreundlich. Worauf Versicherte und Wechselwillige achten sollten, damit sie nicht in einigen Jahren böse Überraschungen erleben.
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DüsseldorfWer vom gesetzlichen ins private Krankenversicherungssystem wechselt, bindet sich in der Regel ein Leben lang. Da ist es sinnvoll, einiges über den Partner zu wissen. Analysten wie Manfred Poweleit, der Herausgeber des Map-Report, nehmen die Krankenversicherer seit Jahren unter die Lupe. Zwar lässt sich nur etwa jeder Zweite der rund 40 Anbieter in die Karten schauen. Doch die Ergebnisse des Map-Report zeigen ein deutliches Gefälle innerhalb der Branche.

Im jüngsten Rating von Poweleit hat der Deutsche Ring ein furioses Comeback gefeiert. Der Versicherer liegt nun direkt hinter Dauerspitzenreiter Debeka. Der Erfolg resultiere vor allem aus stabilen Beiträgen, so der Analyst. Trotz leichter Schwächen im Bereich Service habe der Deutsche Ring in den vergangenen zwölf Jahren offensichtlich seine Hausaufgaben gemacht.

Die Konkurrenten R+V und DKV hätten die Erfolge der Vorjahre wiederholt und sich in der Spitzengruppe neben den Aufsteigern Signal und Alte Oldenburger platziert, so Poweleit. Bemerkenswert findet er: Trotz veränderter Anforderungen schnitten gute und sehr gute Gesellschaften immer wieder gut und sehr gut ab. Das sei sowohl ein Indiz für die Qualität der Teilnehmer als auch für die verwendeten Kennzahlen in der Untersuchung.

Poweleit prüft die Daten der Versicherer, die mindestens zwölf Jahre am Markt sind, sehr umfassend. Neben den Bilanzdaten fragt er auch, wie sich die Unternehmen in schlechten Zeiten verhalten. Ist der Versicherer unzuverlässig und geizig? Gibt es Konflikte? Wie geht der Versicherer mit dem Haushaltsgeld um? Verantwortungsvoll oder wird immer mehr und mehr verlangt? 

Die 18 Teilnehmer im PKV-Rating, die einmal pro Jahr ihre Bestandsbeiträge offenlegen, hätten die Beiträge in der Beitragsrechnung eines Angestellten von 2011 auf 2012 durchschnittlich um 7,83 Euro pro Person erhöht, stellt Poweleit fest. Das sei deutlich weniger als in den beiden Vorjahren. Während DKV und Inter die Beiträge leicht senkten und Debeka, Signal, Inter sowie DEVK die Beiträge nicht anpassten, erhöhten die restlichen Teilnehmer um zwei bis 27 Euro pro Person. 

Im Zeitraum von 2000 bis 2012 habe die jährliche durchschnittliche Beitragserhöhung eines Angestellten bei 12,50 Euro gelegen. Die relativen Beitragserhöhungen hätten dabei zwischen 1,2 Prozent im Jahr 2009 und rund 7 Prozent in 2010 geschwankt. Die Beitragserhöhungen über zwölf Jahre lagen laut Poweleit bei durchschnittlich 4,1 Prozent. Das liege drastisch unter den Werten, die in gelegentlich auftretenden Einzelfällen gern öffentlich ausgeschlachtet würden. 

Kommentare zu " Rating: Krankenversicherer im Gesundheitscheck"

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  • Die Aussagen zum Risiko-Patienten „Übergewicht, Raucher“ sind diskriminierend und zudem falsch.

    Fakt ist, dass im Schnitt durch die niedrigere Lebenserwartung dieser „Gruppen“ die Kosten – wenn man das gesamte Leben betrachtet - tatsächlich unterdurchschnittlich sind.

    Das klingt paradox.

    Bezogen auf die Lebens-Einzahlungen ist der „Gau“ der Versicherung die extrem langlebige Person (ggf. familienversichert ohne eigenes Einkommen), die beispielsweise bis zum 90-ten Geburtstag „gesund“ (mit den üblichen, alterbedingten Beschwerden) ist und dann 10 Jahre im Heim verbringt mit den dann einsetzenden Krankheiten wie Krebs, Gehirnschlag und Demenz.

    Es ist ein Fakt, dass die durchschnittlichen Behandlungskosten mit dem Alter stark ansteigen. Es gibt kaum Patienten jenseits des siebten Lebensjahrzehnts, deren Krankheitskosten unter Euro 1000 / Monat im Schnitt liegen.

  • Wie können Sie, Anonymer Benutzer: Jaeger solche Aussagen hier treffen? Ich leide seit meinem 18 Lebensjahr an Übergewicht, habe schon alles probiert und werde der Lage nicht Herr, die Medizin übrigens auch nicht. Ich soll laut Ihrem Vorschlag mit einem Risikozuschlag belegt werden? Wer entscheidet dann über Fresssucht oder Krankheit? Muss ich dann auf eigene Kosten ein aussagekräftiges Gutachten beibringen? Sind wir dann nicht wieder bei einer Zweiklassenmedizin? Wo geht Alkoholmissbrauch an? Wer entscheidet das dann? Statistiken?
    Das Thema Bürgerversicherung ist was für Politiker, die meinen damit Ihre nächste Wahl steuern zu können.
    Ich warne vor diesem System, da es Momentan ja gut klappt.
    Die besserverdienenden können sich PKV versichern und dürfen ja ihre Ersparnis aus diesem Prozess gerne fürs Alter anlegen um Ausgleich für Beitragsanpassungen zu schaffen.
    Die GKV macht Milliarden Überschüsse, kann somit den Leistungskatalog wieder erweitern. Ich würde nicht die Kosten zur GKV senken, und dann wieder anheben, und wieder senken.... Nein, der Leistungskatalog kann und muss wieder erweitert werden. Damit würden wir dem Thema "Sozialstaat" auch wieder gerecht.
    Ja, und die Krankenhäuser müssen halt mal an den richtigen Stellen einsparen. Ich war 2011 in 5 Krankenhäusern zu Besuch. Alle waren Baustellen.
    Oh weh, geht´s denen schlecht!

  • Genau so wie man die GKV auf EIN Unternehmen beschränken soll, sollte der PKV die Legitimation für die Vollversicherung entzogen werden. Ferner sollte nur der PKV gestattet werden Zusatzversicherungen anzubieten. Bei einer Umstellung in ein solches System soll durchaus ein Teil der Altersrückstellungen in die GKV transportiert werden. Bei den Zusatzprodukten müssen klare Abgrenzungen zwichen Basisleistung der GKV und Zusatzleistungen der PKV vorhgenommen werden, so dass letztlich nicht wieder mal der Versicherte derjenige ist der sich zwischen 2 Stühlen setzen muss. Wenn Bürgerversicherung, dann bitte sehr ALLE !!! Beamte, Politiker Freiberuflich und Selbständige. Kosten aus Alkoholmißbrauch, Nikotinkonsum , Fresssucht und Risikosportarten müssen je nach Situation mit unterschiedlichen Risikozuschlägen belegt werden. Das Verschweigen von den o.g. risikorelevanten Hobbies oder Suchterkrankungen muss Regressansprüche auslösen. Mindestens in der Höhe in denen eigentlich hätten Beiträge über die bisherige Versicherungsdauer mit diesem Risiko gezahlt werden müssen.

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