Rating über die Leistungsfähigkeit der Anbieter
Berufsunfähigkeit: Firma prüft Versicherer

Das Researchunternehmen Franke & Bornberg (F & B) in Hannover hat ein neues Rating zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) entwickelt. Schon seit Jahren Jahren vergleicht F & B die Produkte in diesem Bereich, jetzt nimmt es die Unternehmen selbst unter die Lupe.

HB DÜSSELDORF. Ziel ist es, festzustellen, ob die Unternehmen auf Dauer leistungsfähig bleiben können, sagt Geschäftsführer Michael Franke. Untersucht werden daher Aspekte wie die Qualität der Annahmerichtlinien, des Controllings und der Abwicklung, nicht allerdings die Finanzstärke. Die Ratings richten sich an die Vermittlerszene, aber auch an den Endverbraucher.

Bisher wurden fünf Unternehmen bewertet. Die beste Note (FFF) erhielt die Nürnberger Versicherung, die auch beim Produktrating sehr gut abschneidet. Sehr gute Noten (FF+) bekamen auch die Aachener und Münchener, der Deutsche Herold, Gerling und mit kleinem Abstrich (FF) die Stuttgarter Versicherung.

Die BU-Versicherung, die meist gekoppelt mit Lebensversicherungen verkauft wird, gewinnt an Bedeutung, weil der Staat sich aus dem Schutz gegen Erwerbslosigkeit zurückgezogen hat. Sie springt ein, wenn der Kunde nach Unfällen oder – noch häufiger – auf Grund von Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. In den vergangenen Jahren sind dabei die Vertragskonditionen deutlich zu Gunsten der Kunden verbessert worden. Damit wurde die Sparte aber immer risikoreicher für die Anbieter. Während Lebensversicherer es in ihrem Stammgeschäft mit relativ leicht zu kalkulierenden Risiken zu tun haben, kann bei der BU eine allzu großzügige Vertragsgestaltung und Zeichnungspolitik auf Dauer die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens überfordern.

Besonders großen Wert legt F & B auf das Controlling, das allein die Hälfte des Ratings ausmacht. Nach Aussage von Franke verfügen manche Versicherer über keine geeigneten Methoden, die Berufe ihrer Kunden exakt zu erfassen und auszuwerten. „Diese Unternehmen merken viel zu spät, wenn bei einem bestimmten Beruf das Risiko steigt“, sagt er. Wenn Gesellschaften sich in der BU-Sparte übernehmen, können nach seiner Einschätzung auch die Kunden Probleme mit der Bewilligung von Zahlungen bekommen. Große Mängel hat er auch bei der Antragsgestaltung gefunden. Häufig würden die Papiere nicht geprüft, so dass es später Streit wegen unvollständiger Angaben zum Gesundheitszustand gebe.

Das Rating kostet zwischen 35 000 und 55 000 Euro. Es basiert auf Fragebögen und einer dreitägigen Visite. Beate Schail, Referentin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, sagte, grundsätzlich seien derartige Ratings sinnvoll. Sie forderte aber, das Verfahren möglichst transparent zu gestalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%