Reaktion auf massive Kritik
Lebensversicherer geloben Besserung

Die Lebensversicherer wollen bei der neuen Bundesregierung und bei den Verbrauchern mit mehr Offenheit punkten.

HB BERLIN. Mit ihrem Vorschlag reagiert die Branche auf massive Kritik. Erst kürzlich hatte das Bundesverfassungsgericht eine Verbesserung der Produkte bis Ende 2007 beim Gesetzgeber angemahnt. Die Richter gaben genaue Vorgaben vor allem für die Verzinsung eingezahlter Beiträge und der Berechnung von Abzügen bei der vorzeitigen Kündigung einer Police. Damit gaben sie Kritikern Recht. Verbraucherschützer hatten jahrelang unverhältnismäßig hohe Verluste bei der Kündigung einer Lebensversicherung moniert. Die Vorgaben dürfte die Bundesregierung bei der geplanten Reform des Versicherungsvertragsgesetzes umsetzen.

Kündigt ein Kunde künftig seine Lebensversicherung, soll er nach den Vorstellungen des GDV in den ersten fünf Jahren einen Mindestrückkaufswert erhalten. Im ersten Jahr könne er mit der Erstattung der Hälfte seiner eingezahlten Beiträge rechnen, sagt Günter Bost, Geschäftsführer Lebensversicherung beim GDV. Dagegen wehrt sich der Verband gegen die Zahlung garantierter Rückkaufswerte über die gesamte Vertragslaufzeit, obwohl dies jedes zweite Unternehmen praktiziert. Begründet wird dies mit den steigenden gesetzlichen Eigenkapitalanforderungen für solche Garantien. Alternativ setzt die Branche auf einen Zeitwert für Versicherte. Dieser berücksichtigt die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

Künftig sollen die Kunden die Renditen der Anbieter vergleichen können. Dies verhindern bis heute unterschiedliche Berechnungsgrundlagen. Was die Branche nicht auf freiwilliger Weise machte, soll nun der Gesetzgeber vorgeben. Gleichwohl kann sich die Branche nicht dazu durchringen, detailliert alle Bestandteile einer Prämie wie Risikoschutz, Sparanteil, Verwaltungs- und Abschlusskosten oder Rendite auszuweisen.

Möglich ist dies. Das zeigt die HUK Coburg, welche diese Daten ihren Kunden bereits seit fünf Jahren mitteilt. „Dies falle einem Unternehmen mit niedrigen Verwaltungskosten wohl leichter“, sagte ein HUK-Sprecher. Mehrheitsfähig ist diese Vorgehensweise in der Branche nicht. Genaue Angaben brauchten die Kunden aber, um die Renditen verschiedener Vorsorgeprodukte wie Sparpläne, Fonds oder Lebensversicherungen miteinander zu vergleichen. Experten halten dies angesichts der steigenen Bedeutung privater Vorsorge für Alterseinkommen für wichtig.

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