Regierungsparteien von kompletten Konzepten weit entfernt
Keine Lösung für Immobilien in Riesterrente

Wer schon früh Geld in einen Altersruhesitz investiert, handele klug, meint die CDU, denn er könne später mietfrei wohnen. Und wer fürs Alter privat vorsorgt, bekommt staatliche Zuschüsse. Das setzte schon die SPD-Regierung durch. Aber nur, wenn der Bürger sich für eine der bei der Riesterrente vorgesehenen Anlageformen entscheidet – die Immobilie gehört bislang nicht dazu.

kbs MECKENBEUREN. Bis jetzt können Riester-Sparer nur einen Teil ihrer staatlich geförderten Altersruhegroschen leihweise für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie verwenden. Maximal 50 000 Euro können als Darlehen entnommen werden. Doch der Betrag muss bis zum 65. Geburtstag in den Sparvertrag zurückfließen.

Bauträger vermarkten dennoch ein nicht ins Riester-Konzept passendes Modell. Ihre Kunden sollen eine barrierefreie Seniorenbleibe für später kaufen und erst einmal vermieten, bis sie selbst den Ruhesitz benötigen. Solche Umwege sind der Bundesvereinigung der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) ein Dorn im Auge. „Erst die diskriminierungsfreie Integration der Immobilie in die geförderte Altersvorsorge räumt den Bürgerinnen und Bürgern echte Wahlfreiheit ein“, fordert ihr Vorsitzender, Haus- und Grund-Präsident Rüdiger Dorn.

Die Immobilienbranche weiß, was sie will: Das gesamte gesparte Riestervermögen soll für den Immobilienerwerb genutzt werden können. Gefördert werden sollten auch der Erwerb einer vermieteten Wohnung, das genossenschaftliche Wohnen oder ein Dauerwohnrecht. Auch die gewährten Riester-Zulagen sollte der Immobilienkäufer einsetzen dürfen.

Von kompletten Konzepten sind die Regierungsparteien noch weit entfernt. Ein Gespräch der Vizefraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien in dieser Woche brachte höchstens eine schrittweise Annäherung zwischen denen, für die ein Immobilienkauf Vermögensbildung ist und denen, die das als Investition ins mietfreie Seniorenheim sehen. Auch in der Frage der Besteuerung konnte noch keine Einigung erzielt werden. Die Suche nach einem Kompromiss geht in zwei Wochen weiter. Der Koalitionsvertrag sieht eine bessere Berücksichtigung der Wohnimmobilie bei der staatlich geförderten privaten Rente zum 1. Januar 2007 vor – und der Termin naht.

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