Reiserücktrittsversicherung
Verspäteter Rücktritt mindert Leistung

Gut versichert glauben sich viele Urlauber. Denn sie haben ja eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Doch der Teufel steckt im Detail, wie die Verbraucherzentrale Berlin feststellt.

Sommerzeit ist Reisezeit. Wer eine Pauschalreise bucht, bekommt oft eine so genannte Reiserücktrittskostenversicherung fast schon routinemäßig mit verkauft. Die soll eintreten für die Stornokosten, die der Reiseveranstalter verlangt, wenn die Reise nicht angetreten werden kann. Mit einer Reiserücktrittskostenversicherung kann das Risiko abgesichert werden, nach Buchung einer Pauschalreise dieses sog. Stornorisiko selbst zu tragen.

Voraussetzung ist aber, dass der Reiserücktritt auf Gründen beruht, die für den Reisenden nicht vorhersehbar sind, zum Beispiel Krankheit oder andere Ereignisse, etwa wenn das Haus abbrennt. Die Versicherung tritt allerdings nur ein, wenn die Erkrankung plötzlich auftritt, also etwa nicht bei Verschlimmerung einer chronischen Erkrankung, mit der jederzeit zu rechnen war. Außerdem muss die Reise so früh wie möglich storniert werden, weil mit immer kürzerem zeitlichem Abstand zum Reisebeginn die Veranstalter höhere Stornopauschalen verlangen.

Über die Frage, wann der früheste mögliche und damit richtige Zeitpunkt für den Rücktritt vom Reisevertrag ist, entsteht nach Beobachtung der Verbraucherzentrale Berlin immer wieder Streit, vor allem im Zusammenhang mit Erkrankungen des Reisenden, der Mitreisenden oder naher Angehöriger. Viele Reisende hoffen bei einer Erkrankung auf Besserung und treten erst zurück, wenn sich diese Hoffnung nicht erfüllt und die Reise abgesagt werden muss.

Damit riskieren sie, von der Reiserücktrittskostenversicherung keinen, oder jedenfalls keinen vollen Ersatz für die Stornokosten zu bekommen. Zu Recht, wie kürzlich das Landgericht Aurich auch für eine Operation bestätigt hat (Urteil vom 15.07.2005, AZ: 1 S 103/ 05). Ab Kenntnis des Termins für eine Operation gibt es keine Sicherheit dafür, dass eine Reise zehn Tage nach der Operation auch angetreten werden kann. Es muss stets mit Komplikationen wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen gerechnet werden. Von einem Reisenden als Versicherungsnehmer einer Reiserücktrittskostenversicherung ist zu erwarten, dass er sich dieser Heilungsrisiken bewusst ist.

An dem Tag, an dem der OP-Termin vereinbart wurde, hätte auch die Reise storniert werden müssen. Ersatz für die Stornokosten zahlt die Versicherung nur in Höhe der Pauschale, die vom Reiseveranstalter für einen Rücktritt zu diesem Zeitpunkt verlangt wird.

Persönliche Beratung zu versicherungsrechtlichen Fragen – und auch zum Reiserecht – bietet die Verbraucherzentrale Berlin nach Terminvereinbarung unter der Telefonnummer: 030/ 214 85 260.

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