Reiseversicherungen
Sicher in den Urlaub

Versicherer kurbeln mit Fußball gerne ihren Verkauf an. Doch nicht jedes Angebot für den Trip zur Europameisterschaft ist ein Schnäppchen. Welchen Schutz Versicherte unterwegs unbedingt brauchen und was überflüssig ist.
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DüsseldorfDie Fußball-Europameisterschaft beginnt am Wochenende. Also nichts wie ab in die Ukraine? Vorsicht, so einfach wie nach Polen, kommen Deutsche nicht in das große Land mit 48 Millionen Einwohnern. Die Ukraine gehört nicht zur Europäischen Union und ist daher nichts für Spontanurlauber. Reisen dorthin sollten gut vorbereitet werden – auch mit einer Versicherung. Doch muss es gleich eine „Ukraine-Versicherung“ sein? Verbraucherschützer sind da skeptisch.

In Deutschland hat der Versicherer Hanse Merkur „eine Krankenversicherung für Ihren Ukraine-Aufenthalt“ aufgelegt. Nach einem Beschluss des ukrainischen Parlaments müssten alle Besucher des Landes eine in der Ukraine gültige und von ukrainischen Krankenhäusern akzeptierte Auslandsreise-Krankenversicherung besitzen. Den entsprechenden Versicherungsschutz biete die Hanse Merkur zusammen mit der Ukrinmedstrakh Insurance Company an.

Wer solch eine Versicherung für sieben Tage abschließt, zahlt dafür beispielsweise sechs Euro. Je länger der Besucher im Land bleibt, umso teurer wird es jedoch. Bei 60 Tagen verlangt Hanse Merkur 36 Euro und für ein Jahr kostet es sogar 350 Euro.

Das ist im Vergleich zu einer von vielen Versicherern angebotenen Auslandsreise-Krankenversicherung viel Geld. Denn diesen Schutz gibt es für Einzelpersonen bereits ab fünf Euro und für Familien ab 15 Euro im Jahr. Was sollten EM-Touristen also tun?

Verbraucherschützer empfehlen generell insbesondere bei Reisen in Länder ohne Sozialversicherungsabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Wer sich auch im Urlaub gegen Krankheitskosten absichern oder den Rücktransport im Krankheitsfall gesichert wissen möchte, komme um eine Zusatzversicherung nicht herum.

Doch um sich ausreichend abzusichern, reiche in der Regel eine gewöhnliche Reisekrankenversicherung aus, stellt die Verbraucherzentrale Stuttgart fest. Eine spezielle "Ukraine-Versicherung" könne im Vergleich zu gewöhnlichen Reisekrankenversicherungen sogar ungünstiger sein. Diese sei etwa bei der Kostenübernahme von Rücktransporten oder der Dauer des Versicherungsschutzes sogar schlechter als Standardtarife des Versicherers und unter Umständen sogar teurer, urteilt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Reisende Fußballfans sollten sich nicht von vermeintlichen EM-Spezialangeboten locken lassen, sondern immer die Angebote verschiedener Versicherer mit ihren Tarifen vergleichen.“

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