Rentenreformen
"Frauen werden massiv benachteiligt"

Sowohl die Heraufsetzung des Rentenalters als auch die geplante Sozialversicherungspflicht für Betriebsrenten benachteilige Frauen in besonderem Maße. Das befürchtet der Verbund der Finanzfachfrauen.

HB KÖLN. Nach dem Kabinettsbeschluss über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 können Beschäftigte mit 45 Versicherungsjahren nach wie vor im Alter von 65 Jahren eine Rente ohne Abschläge beziehen. Das greife aber „nur bei etwa vier Prozent der zukünftigen Rentnerinnen, selbst wenn Kinder- und Pflegezeiten eingerechnet werden, aber bei 27 Prozent der Männer“, sagt Heide Härtel-Herrmann vom Verbund der Finanzfachfrauen unter Bezug auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung.

Im Allgemeinen seien Altersrenten von Frauen niedriger als die von Männern. „Dieser Trend wird sich auch zukünftig nicht verändern, weil Frauen niedrigere Gehälter beziehen, weniger Erwerbsjahre zusammen bekommen und öfter in Teilzeit-Arbeitsverhältnissen arbeiten“, sagt Heide Härtel-Herrmann. Die aktuellen Rentenreformen würden Bemühungen der Familienpolitik, etwa durch das Elterngeld die Berufstätigkeit von Frauen zu unterstützen und die geschlechtsspezifische Kluft bei den Altersrenten zu verkleinern, konterkarieren.

Auch von der geplanten Sozialversicherungspflicht für Betriebsrenten seien Frauen stärker betroffen als Männer. Nach bisherigen Plänen soll Ende 2008 die Sozialversicherungsfreiheit bei der so genannten Gehaltsumwandlung fallen. Ab dann würden für Zahlungen, die der Arbeitgeber vom Bruttolohn der Beschäftigten direkt in eine Privatrenten-Versicherung einzahlt, Sozialversicherungsbeiträge fällig. Zurzeit sind sie steuer- und sozialabgabenfrei. Ab 2009 wäre nur noch die Steuerersparnis ein Anreiz für diese Form der Betriebsrente. darstellen.

„Frauen, die durch ‚Normalgehälter’ und niedrigere Einkommen stärker von Sozialabgaben profitieren als von Steuervorteilen, sind also auch hier von Einschränkungen erheblich stärker betroffen als Männer“, beklagt Heide Härtel-Herrmann. Für sie lohne sich vielfach die Betriebsrente nicht mehr.

Der Verbund der Finanzfachfrauen ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Finanzdienstleisterinnen, die als Expertinnen für Versicherung, Kapitalanlagen, Finanzierungen und Immobilien tätig sind.


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