Rentenversicherung und Indexpolicen
Die Qual der Wahl bei Privatrenten

Klassische Rentenversicherungen leiden unter Niedrigzinsen. Ertragsreicher, aber riskanter können fondsgebundene Produkte sein. Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Produktklassen zur Vorsorge untersucht.

KölnDie Angst der Deutschen vor der Altersarmut wächst. Nur 37 Prozent sehen sich finanziell gut auf den Ruhestand vorbereitet, zeigt eine aktuelle Umfrage des Versicherers Aegon. Vor vier Jahren waren es noch 49 Prozent. Nicht einmal jeder fünfte Deutsche kann sagen, welche Einkünfte er im Ruhestand genau haben wird. Und nur 41 Prozent der Befragten rechnen damit, ihren Lebensstandard halten zu können, wenn sie älter werden als 90 Jahre.

Private Rentenversicherungen sollen die Vorsorgelücke schließen. Sie gehören zur sogenannten dritten Säule der Altersvorsorge. Die erste Säule umfasst die gesetzliche Rentenversicherung; als zweite Säule wird die betriebliche Altersversorgung bezeichnet.

Zur rein privaten Altersabsicherung, der dritten Säule, gehören Kapitalanlageprodukte wie Lebens- und Rentenversicherungen. Sie versprechen im Alter entweder regelmäßige Rentenzahlungen oder eine einmalige Ausschüttung. Auch die sogenannten Riester- oder Rürup-Verträge, die Sparer privat abschließen, für die sie aber vom Staat finanzielle Zuschüsse erhalten, zählen zu dieser dritten Säule.

Private Altersvorsorgeprodukte sind durchaus beliebt: Im vergangenen Jahr lagen rund 68 Millionen private Lebens- und Rentenversicherungen in deutschen Schubladen, zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Wer per Rentenversicherung für das Alter vorsorgen will, hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Produkten. Bei den sogenannten klassischen Policen zahlen Kunden monatlich eine bestimmte Summe ein, der Versicherer garantiert eine Mindestverzinsung auf den Sparanteil abzüglich Kosten. Die Klassiker geraten zunehmend unter Druck. Schuld daran ist das Niedrigzinsumfeld: In den Neunzigerjahren lag der Garantiezins bei vier Prozent, mittlerweile ist er auf magere 1,25 Prozent gesunken. Im kommenden Jahr soll er sogar weiter fallen, auf 0,9 Prozent. Immer mehr Versicherer bieten deshalb bevorzugt sogenannte kapitalmarktnahe Produkte an. In der Regel sind damit Fondssparpläne im Versicherungsmantel gemeint. Diese Policen garantieren meist nur noch den Kapitalerhalt, das Verlustrisiko auf der Anlageseite liegt beim Kunden. Solch hybride Produkte gibt es in diversen Varianten und mit unterschiedlichen hohen Risiken.

Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat vier Arten privater Rentenversicherungen untersucht. Die Experten haben sich angeschaut, mit welchen Rentenzahlungen eine Person rechnen kann, deren Police 35 Jahre lang läuft und die pro Monat hundert Euro in den Vertrag einzahlt. Zu den Maßstäben, die sie bei der Bewertung anlegten, gehören auch die Flexibilität und Transparenz der Tarife. Die Ergebnisse liegen teilweise weit auseinander.

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