Riester
Fallstricke bei der Förderung

Die Riester-Förderung fürs Eigenheim birgt ein Korsett von Bedingungen, das Interessierte kennen sollten: Umzug oder Scheidung bringen bei der Förderung Probleme mit sich. Zudem bedeutet die nachgelagerte Besteuerung beim Wohn-Riester im Rentenalter eine Zahlungsverpflichtung.

FRANKFURT. Die Riester-Förderung fürs Eigenheim birgt ein Korsett von Bedingungen, das Interessierte kennen sollten. Zwei Kern-Probleme stellt der Fachhochschulprofessor Heinrich Bockholt heraus: "Erstens hat der Gesetzgeber den Wohn-Riester für Menschen konzipiert, die in jungen Jahren Eigentum erwerben und sich dann quasi ihr ganzes Leben nicht mehr bewegen". Alle anderen liefen Gefahr, mit Störfällen kämpfen zu müssen. Zu einem zweiten Problem kann die nachgelagerte Besteuerung werden, die beim Wohn-Riester im Rentenalter eine Zahlungsverpflichtung bedeutet.

Als die gravierendsten Störfälle benennt Bockholt Umzug, Scheidung und einen Aufenthalt in einem Pflegeheim. "Nur, wer richtig beraten wird, kann solche Störfälle umschiffen", meint Bockholt.

Wer umzieht, muss entscheiden, ob er sein Eigentum verkauft oder weitervermietet. Wer seine Wohnung veräußert, muss den Betrag aus dem Wohnförderkonto wieder in einen Riester-Renten-Vertrag oder innerhalb von vier Jahren in neues Wohneigentum stecken, sonst hat er den gesamten Betrag nachzuversteuern. Zieht der Wohnungseigner aus beruflichen Gründen um, muss er nicht nachversteuern, wenn er als Rentner in seine Wohnung zurückkehrt.

Bei einer Scheidung empfiehlt Bockholt auszuloten, ob zumindest einer der Beteiligten den Riester-Vertrag weiterbedienen kann, um nicht die ganze Förderung zu verlieren.

Die Regelung für Menschen, die bald nach Rentenbeginn in ein Pflegeheim müssen, kritisiert der Wissenschaftler als "Zumutung". Wer nach Renteneintritt die nachgelagerte Besteuerung der Riester-Förderung auf einen Schlag beglichen hat, kann im Pflegefall in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Wer er innerhalb von zehn Jahren nach dem Beginn der Rente ins Pflegeheim zieht, muss das Eineinhalbfache des ersparten Betrages nachversteuern. Umgehen kann dies nur, wer sich in ein Seniorenheim einkauft. "Der Gesetzgeber hat versäumt, dafür zu sorgen, dass man sein Haus etwa auf die Kinder übertragen kann", meint Bockholt.

Der nachgelagerten Besteuerung könnten Riester-Begünstigte mit einem Kniff begegnen. "Optimal nutzt den Wohn-Riester, wer sich leisten kann, die volle Förderung von bis zu 2 100 Euro im Jahr für die Kredittilgung einzusetzen", meint Bockholt. In typischen Riester-Baufinanzierungen ist die Tilgung meist niedriger. Wer aber die volle Förderhöhe ausnutzt, den Kredit so früher getilgt hat und die überschüssige Liquidität dann anlegt, kann damit die im Rentenalter fällige (nachgelagerte) Steuerzahlung aus dem Wohnförderkonto finanzieren. Damit erreicht man im Idealfall das gewünschte mietfreie Wohnen im Alter.

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