Riester- & Rürup-Rente
So riskant ist Ihre Altersvorsorge

Die Deutschen haben die Lust an der Altersvorsorge verloren. Sie fragen sich: Wie sicher ist die Privatrente? Ein exklusiver Vergleich zeigt, welche Chancen und Risiken in Riester- und Rürup-Renten stecken.
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DüsseldorfWenn man dieser Studie glauben mag, ist die private Altersvorsorge in Deutschland ein Auslaufmodell. Die monatlichen Ausgaben der Berufstätigen, die privat für die Altersvorsorge vorsorgen, sind auf den niedrigsten Stand seit 2005 gefallen, ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Postbank. Nur noch 185 Euro geben die Bundesbürger für die Absicherung fürs Alter aus, obwohl sie den eigenen Bedarf bei knapp 270 Euro sehen.

Auch die anderen Ergebnisse sind brisant. Nur noch jeder siebte Berufstätige ist bereit, sich einzuschränken, um den eigenen Altersvorsorgebedarf zu decken – knapp die Hälfte weniger als noch vor zwei Jahren. Auch staatliche Zulagen können nicht mehr locken. 42 Prozent der Bundesbürger möchte die private Vorsorge nicht weiter aufstocken – im Jahr 2003 waren es nur 30 Prozent.

Die Unlust der Deutschen an Altersvorsorge sei „alarmierend“, sagt Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank. „Wir müssen davon ausgehen, dass es sich hier nicht um eine kurzfristige Erscheinung handelt, sondern um einen längerfristigen Trend.“ Der Vorsorgefrust hat aus Sicht der Studienherausgeber neben einem allgemeinen Desinteresse an Finanzfragen mehrere Gründe. Zum einen sorgen sich die Deutschen um die Sicherheit des Euros. Wer investiert gerne langfristig, wenn er nicht weiß, ob davon im Alter noch etwas übrig bleibt. Zum anderen soll die gute Situation am Arbeitsmarkt die Deutschen in falscher Sicherheit wiegen.

Mindestens ebenso wichtig sind Zweifel an den bestehenden Produkten. Während der Absatz von Wohnriester-Verträgen boomt, stagnieren die Verkaufszahlen für Riester-Renten auf Fonds- oder Versicherungsbasis. Verbraucherschützer kritisieren hohe Kosten, niedrige Renditen und nachteilige Sterbetafeln der Produkte. In der Summe würde das dazu führen, dass die Vorsorge nur für sehr alte Versicherte lohnt. Die Versicherungswirtschaft sieht ihre Leistungen verkannt. „Gegenwärtig senden einige wenige Gegner der Riester-Rente das fatale wie falsche Signal an die Vorsorgebereitschaft der Bevölkerung, wonach sich diese angeblich für den Einzelnen nicht lohne“, erklärte der Branchenverband GDV.

Wie tief das Misstrauen in der Bevölkerung mittlerweile ist, zeigt sich in der Allensbach-Studie. Nur noch 16 Prozent der Bevölkerung findet die Riester-Rente „besonders sicher“. Vor drei Jahren vertraute noch knapp jeder Vierte diesem Altersvorsorgeprodukt. Bitter für die Versicherer: die von der Branche viel geschmähte staatliche Rente befinden 48 Prozent der Befragten für sicher.

Viele haben das ehemalige Vorzeigeprodukt längst abgehakt, auch weil hohe Wertsteigerungen nicht zu erwarten sind. Nur knapp jeder zehnte Deutsche findet, dass die Riester-Rente eine gute Rendite bringt. Bei der staatlichen Rente liegt der Anteil bei 17 Prozent, beim Eigenheim bei 33 Prozent.

Die Vertrauenskrise in die Riester-Rente – nur noch acht Prozent der Personen, die eine Altersvorsorge abschließen möchten interessieren sich für eine Riester-Police - soll jetzt eine Gesetzesänderung verbessern. Wenn das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz wie geplant im nächsten Jahr gilt, soll ein Produktinformationsblatt künftig Kosten, Risiko und voraussichtliche Rendite der geförderten Verträge transparent machen. Eine neue Behörde - die "Produktinformationsstelle Altersvorsorge" – soll Riester- und Rürup- Tarife in Chancen-Risikoklassen einteilen.

Aufklärung ist dringend notwendig. „Kaum ein Vorsorgesparer dürfte wissen, was er eigentlich abgeschlossen hat“, sagt Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von Morgen & Morgen. Sein Analysehaus hat 60 geförderte Tarife in fünf Risikoklassen eingeteilt. Unter dem Namen Volatium erstellt sein Unternehmen Renditeprognosen für Altersvorsorgeprodukte. Auf dem Markt gibt es Verträge die auf klassischen und fondsgebundene Rentenversicherungen sowie Fonds oder Banksparplänen basieren. „Je nach Anlage- und Absicherungsstrategie variieren Chancen und Risiken stark“, sagt Schinnenburg. „Bei einigen Produkten sind negative Renditen sogar nicht unwahrscheinlich“.

Auf den nächsten Seiten zeigt Handelsblatt Online, was in den Riester- und Rürup-Verträgen steckt. Die Auswertung startet mit Produkten für sicherheitsbewusste Sparer. Dann folgen ertragsorientierte Produkte und stark wachstumsorientierte Tarife mit Verlustrisiko.

Kommentare zu " Riester- & Rürup-Rente: So riskant ist Ihre Altersvorsorge"

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  • Die Privatrenten bleiben Murks hoch drei. Unüberschaubar, unsicher und am Schluss nach Jahrzehnten ein leerer Geldbeutel. Eine heutige Rentenlücke von 300 Euro zu schließen, ist ungeheuer teuer. Und dann nach Jahrzehnten?: Vielleicht sind dann die 300 Euro aus heutiger Sicht einen Kasten Bier wert. Also alles ein Schuss in den Ofen. Nur die gesetzliche Rente müsste gestärkt werden, indem alle Bundesbürger ohne Ausnahme bis zur Versicherungsgrenze einzahlen. Norbert Blüm hat immer noch recht, dass die gesetzliche Rente neben den selbstbedienenden Pensionen die sicherste ist. Der Privatmurks stärkt nur die Versicherungen, nicht den Bürger.

  • Rechtzeitig anfangen. Ich habe schon, als Kleinanleger, Anfang der 90iger angefangen mit Sachwerten die heute richtig teuer sind und die man tragen kann. Einmal aus einer Anlage bei einer Bank rausgeworfen weil die Anlage keine Bewegung mehr hatte und somit kein Gewinn für die Bank brachte, hat gereicht. Sachwerte, ohne Kredite aufzunehmen ist ganz wichtig. Den größten Gewinn habe ich bei der Umstellung auf € gemacht gegen den Trend spekuliert mit $ und Pfund ca. +18% , leider war der Betrag nicht sehr groß. Selbstanlage kostet Nerven und die Fähigkeit den Beratern standzuhalten und sich zu informieren was die Wahrheit ist. Die Schlimmsten waren die Verkäufer von Warentermingeschäften. Beleidigungen u.a. waren schon mal drin wen man nicht wollte.
    Rechtzeitig umschichten im laufe der Zeit nicht vergessen.
    Rechtzeitig vor Renteneintritt mit einem Teil der Altersvorsorge alles kaufen was in der nächsten Zeit neu gebraucht wird, Haushaltsgegenstände, Auto u.s.w.., denn mit Kredit sieht es als Rentner mit einer mickrigen Rente schlecht aus. Wenn möglich ohne Schulden in Rente gehen. Alles vor einer eventuellen Grundsicherung im Alter mit einmal ausgeben kann erhebliche Probleme machen.

  • @ revoluzr

    Welche Sachanlagen außer Imobilien , Aktien, Gold & Silber würden Sie empfehlen?

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