"Riestern": nicht ob, sondern wie
Der Zuschuss lockt

Immer mehr tun es, für rund 33 Millionen Bundesbürger lohnt es: Experten raten den Förderberechtigten, noch 2006 einen Vertrag für das staatlich geförderte private Sparen fürs Alter nach Riester abzuschließen.

FRANKFURT. „Die staatliche Förderung ist nicht zu unterschätzen, jeder, der während seines Arbeitslebens kein extremes Vermögen anhäufen kann, sollte riestern“, sagt Katrin Bornberg, Geschäftsführerin des Versicherungs-Ratinghauses Franke & Bornberg (F&B). Gefördert werden alle rentenversicherungspflichtigen Angestellten, Beamte und Hausfrauen. Bezieher niedrigerer Einkommen und Familien profitieren vorrangig von den staatlichen Zulagen (siehe „Stattliche Förderung“). Empfänger höherer Einkommen hilft vor allem der Steuerbonus. Beispielsweise bekommt ein Alleinstehender mit einem Jahreseinkommen von 50 000 Euro, der 2006 den maximal geförderten Betrag einzahlt, laut dem F&B-Riester-Rechner (www.riesterforum.de) einen Steuervorteil von gut 600 Euro, ab 2008 werden es gut 800 Euro.

Die Kernfrage in Sachen Riester lautet daher nicht „ob“, sondern „wie“. Ob man sich für eine Rentenversicherung, einen Fonds- oder einen Banksparplan entscheidet, steht und fällt mit der persönlichen Risikoneigung und dem Alter. Wer auf Sicherheit setzt, dem dürften eine Versicherung oder ein Banksparplan zusagen. Allerdings ist eine Rentenversicherung für Ältere teuer. Wer die Chancen des Kapitalmarktes sucht, unterschreibt hingegen einen Fondssparplan. Der Bund der Versicherten (BdV) empfiehlt Fondssparpläne für Jüngere unter 50, „um die Kurschancen bei Aktien auszuschöpfen“. Ab einer Laufzeit von 15 Jahren brächten diese Wetten der Erfahrung nach positive Ergebnisse, sagt Bianca Höwe vom BdV.

Die Auswahl eines Vertrages macht Mühe, „da die Produkte schwer zu vergleichen sind“, sagt Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und rät dazu, nicht den erstbesten Vertrag zu unterschreiben. Wer bis zum Jahresende keine Zeit mehr habe, aber die Zulagen mitnehmen wolle, könne einen Banksparplan abschließen. Bei einem Vertragswechsel fielen mit 50 bis 100 Euro die geringsten Gebühren an. Am beliebtesten sind derzeit Rentenversicherungen (siehe Grafik). Hier zahlt der Versicherte feste Beiträge in eine Police ein. Die Versicherung legt den Sparanteil bei einer klassischen Rentenversicherung überwiegend in Anleihen an, bei einer fondsgebundenen Versicherung in Fonds. Bei der klassischen Police garantieren die Anbieter in diesem Jahr noch eine Mindestverzinsung des Sparanteils von 2,75 Prozent, 2007 sinkt der Satz auf 2,25 Prozent. Hinzu kommt eine Überschussbeteiligung, deren Höhe vom Anlageerfolg der Versicherer abhängt.

Bei der Fondspolice wird nur der Kapitalerhalt garantiert – wie gesetzlich vorgeschrieben. Zu Beginn seines Wunsch-Rentenalters erhält der Versicherte daraus lebenslange Rentenzahlungen.

Gute Produkte erkenne man zum Beispiel daran, dass sie dem Versicherten jeweils eine feste garantierte Rente für verschiedene Rentenbeginne zusagen, sagt Bornberg. Der große Vorteil der Versicherung sei die Garantie der Rente unter Berücksichtigung der heutigen Lebenserwartung. Kritiker monieren die oft hohen Kosten zwischen sechs und 15 Prozent des Policen-Barwertes und die Unflexibilität. „Wer einen Beitrag ändern oder aussetzen möchte, wird kräftig zur Kasse gebeten“, sagt Bieler. Fondspolicen gelten als chancenreicher, aber riskanter. Bieler gefällt hier nicht die intransparente, doppelte Kostenstruktur. Man zahle für die Police und das Fondsmanagement und wisse nicht genau, was was koste.

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