Rückkauf und Vermittlung von Lebensversicherungen
Scheidung mit Folgen

Neben Arbeitslosigkeit und Schulden gehören auch Scheidungen mit zu den wichtigen Motiven für vorzeitige Kündigungen von Lebensversicherungsverträgen. Vor einer solchen Kündigung sollten aber verschiedene Punkte beachtet werden.

Karl und Sabine E. waren sich im Ergebnis schnell einig: Bei ihrer bevorstehenden Scheidung sollte weder die sprichwörtlich schmutzige Wäsche gewaschen werden noch sollte es Probleme bei der finanziellen Auseinandersetzung einschließlich des Zugewinn- und des Versorgungsausgleichs geben. Der beiden Ehepartnern gehörende mittelständische Betrieb soll vor diesem Hintergrund auch nach der Scheidung wie bisher von Karl E. verantwortlich geleitet werden. Ein angemessener finanzieller Anteil aus dem fiktiven Verkaufserlös soll innerhalb eines vertretbaren Zeitraums in mehreren Raten auf das Konto seiner Frau fließen. Diesen Betrag finanziert E. durch ein Darlehen seiner Hausbank. Die später fälligen Zins- und Tilgungsleistungen für dieses Darlehen, so ist die Planung, werden innerhalb des Cashflows durch den Betrieb aufgebracht. Durch die zwischen den Eheleuten getroffene Zahlungsvereinbarung wird die Liquiditätslage des Unternehmens geschont.

Daneben stehen weitere Vermögenswerte zur Disposition. Sowohl die privat genutzte Immobilie als auch das vermietete Mehrfamilienhaus sollen in den kommenden Monaten verkauft werden. Nach Abzug der Bankdarlehen erfolgt dann die Aufteilung des Verkaufserlöses jeweils zur Hälfte zu Gunsten beider Ehepartner. Ebenfalls bestehende Bankguthaben und Wertpapierdepots sollen ebenso nach und nach aufgelöst und verteilt werden.

In einem Punkt gibt es aber Meinungsverschiedenheiten zwischen Karl und Sabine E.: Über die Aufteilung der vor mehr als fünfzehn Jahren abgeschlossenen Kapitallebensversicherung gehen die Meinungen auseinander. Während Frau E. eine kurzfristige Auflösung des Versicherungsvertrages und die dann beiden zu Gute kommende Halbierung des Rückkaufswertes favorisiert, hält ihr Mann diese Lösung für zu kostspielig. Er geht davon aus, dass der Rückkaufswert nicht annähernd den Zeitwert der Lebensversicherung erreichen wird. Darüber hinaus möchte E. den Versicherungsvertrag entweder allein oder mit zwei neuen Policen und getrennten Beiträgen weiterzuführen. Hintergrund: Die mit dem Abschluss der Versicherung geplante Ergänzung der Altersabsicherung, die E. nach wie vor verfolgt. Um Klarheit über die konkreten Zahlen zu bekommen, wird nun erst einmal das Versicherungsunternehmen um entsprechende Informationen zum aktuellen Rückkaufswert, zum Zeitwert des Vertrages sowie um mögliche Handlungsalternativen gebeten.

Darüber hinaus denken beide auch über einen möglichen Verkauf der Police im so genannten "Zweitmarkt" für gebrauchte Lebensversicherungen nach. Es gibt mittlerweile mehrere Unternehmen, die sich auf die Vermittlung gebrauchter Lebensversicherungen spezialisiert haben. Nach Prüfung des Versicherungsvertrages und der Bonität des Versicherers erhält der Verkäufer in der Regel ein Kaufangebot. Geht im konkreten Fall die Rechnung von E. auf, erhalten die Eheleute bei einem erfolgten Verkauf einen höheren Betrag als bei einer Kündigung der Versicherung.

Quelle: Creditreform

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